2:1 bei Meister Berlin Sieg mit Wermutstropfen für Straubing Tigers

Ganz und gar nicht einverstanden mit einer Aktion des Berliners Marco Nowak kurz zuvor ist Straubings JC Lipon. Nowak hatte den Kanadier Luke Adam mit einem Kniecheck in die Kabine gefoult, was dessen Mitspieler und Landsmann Lipon nicht auf sich sitzen lässt. Foto: Uwe Koch/Eibner-Sportfoto

Die Straubing Tigers haben am Freitagabend einen Pyrrhussieg in der Hauptstadt gefeiert.

Die Straubing Tigers haben die Auswärtsfahrt nach Berlin erfolgreich gestaltet, beim amtierenden deutschen Meister mit 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) gewonnen und sind vor der Heimpartie gegen die Grizzlys Wolfsburg (Sonntag, 14 Uhr) in der Tabelle auf Platz fünf vorgerückt. Für den Siegtreffer sorgte mit Parker Tuomie ausgerechnet ein früherer Eisbär. "Wir haben viele erfahrene Spieler, die führen uns an und wissen, wie es geht. Wir stehen defensiv sehr gut im Moment und machen die entscheidenden Dinger vorne rein", resümierte der Siegtorschütze nach dem erst zweiten Drei-Punkte-Auswärtssieg in der Saison 2022/23. Wermutstropfen: Luke Adam schied nach einem Kniecheck von Marco Nowak aus und hat sich womöglich schwerer am rechten Knie verletzt.

Tom Pokels Mannschaft war von Beginn an um die Gestaltung des Spiels bemüht und setzte etwa in Person von Jason Akeson (3.), des anstelle von Mark Zengerle ins Lineup gerückten Tim Brunnhuber (7.) oder durch Luke Adam (14.) immer wieder Nadelstiche in der Offensive. Dem amtierenden deutschen Meister war die Verunsicherung nach dem neuerlichen heftigen Nackenschlag gegen Schwenningen am Mittwoch (Endstand 2:6) und ob der gesamten Situation (Tabellenplatz 13) sichtlich anzumerken.

Mit aggressivem Forechecking und aufgewecktem Defensivverhalten kaufte Straubing den Eisbären, die kaum einmal kontrolliert in den Spielaufbau kamen, den Schneid ab - was in den ersten 20 Minuten fehlte, war lediglich der Ertrag auf der Anzeigetafel. Das 0:0 zur ersten Pause war mehr als schmeichelhaft für die Hausherren, wenngleich das Schussverhältnis von nur knapp 12:11 pro Straubing zumindest statistisch ein nahezu ausgeglichenes Aufeinandertreffen vorgab.

St. Denis sorgt für die Führung

Früh im Mitteldrittel fiel das erste Tor des Abends auf der dem Spielverlauf entsprechend richtigen Seite: Travis St. Denis brachte einen Schuss von Trent Bourque irgendwie an Juho Markkanen vorbei zum 1:0 in die Maschen (23.) und konnte somit sein 14. Saisontor bejubeln. Beinahe hätte Akeson direkt nachgelegt, verzog allerdings über die Latte (24.).

Auf der anderen Seite vertändelten Bennet Roßmy und Jan Nijenhuis vor Florian Bugl, der ins Tigers-Gehäuse hineinrotiert war, ein Zwei auf Eins (24.). Waren die Niederbayern bis dahin sehr diszipliniert gewesen, brachten sie sich mit zwei kurz aufeinanderfolgenden Strafzeiten gegen Tim Brunnhuber und JC Lipon selbst in die Bredouille. Die Strafe folgte bei doppelter Unterzahl auf dem Fuß: Kevin Clark lauerte am langen Pfosten und hatte nach der maßgenauen Vorlage von Matt White keine Mühe, den Ausgleich zu erzielen (28.). Straubing war fortan weiter spielbestimmend - der nach seinem Drei-Punkte-Spiel beim 4:3-Sieg über Bremerhaven am Mittwoch abermals auffällige Akeson probierte es mit der Rückhand, konnte den toll von Bourque initiierten und Garrett Festerling weitergeführten Angriff jedoch nicht veredeln (32.). Genauso blieb das erste Überzahlspiel nach einer Strafe gegen Ex-Tiger Manuel Wiederer ohne Ertrag.

Spieldauerstrafe für Nowak

Ganz spät im zweiten Abschnitt wurde es in einer bis dahin fair geführten Partie hässlich: Nationalverteidiger Marco Nowak nahm Luke Adam mit einem bösen Kniecheck aus dem Spiel, Lipon nahm sich Nowak zur Brust (40.). Adam eilte sofort humpelnd vom Eis und hat womöglich eine nicht unerhebliche Verletzung am rechten Knie davongetragen. Für Nowak war das Duell danach ebenfalls beendet, die Spieldauer-Disziplinarstrafe die einzig logische Konsequenz.

Den Wachmacher im Schlussdrittel lieferte erneut Akeson, der indes abermals in Markkanen seinen Meister fand (41.). Der junge Eisbären-Goalie (20) stand bei der aus der großen Strafe gegen Nowak resultierenden Überzahlsituation zunehmend im Fokus, die Tigers bauten immensen Druck auf - und belohnten sich dann auch: Der formstarke Tuomie schlenzte den Puck humorlos zum überfälligen 2:1 in die Maschen (45.). Die Chance auf die Vorentscheidung bot sich mehrmals, doch die Gäubodenstädter gingen beinahe verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten um. Die besten Gelegenheiten hatten Taylor Leier (knapp daneben) und Stephan Daschner direkt nacheinander (Lattentreffer, 56.).

Berlin versuchte alles und nahm Markkanen zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Mit viel Einsatz brachten die Tigers den Sieg in Berlin aber über die Zeit - nach 35 Auswärtspartien der zehnte in der Hauptstadt und der dritte in den vergangenen fünf Duellen dort.

 
 
 

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