200 Tonnen Müll in elf Tagen Das Gäubodenvolksfest in Zeiten von "Fridays for future"

So sieht es nach einem Volksfesttag in den Budengassen aus. Noch in der Nacht räumen die Mitarbeiter der Stadtreinigung den Müll weg. Foto: Patrick Beckerle

Etwa 1,4 Millionen Besucher strömen im Schnitt jährlich zum Gäubodenvolksfest nach Straubing. Da klingeln nicht nur die Kassen, sondern es wird freilich auch jede Menge Müll produziert. Damit die Besucher den Festplatz jeden Tag aufs Neue in sauberem Zustand vorfinden, muss über Nacht fleißig angepackt werden.

Während der Volksfestzeit rollen die Kehrmaschinen jede Nacht pünktlich ab 3.30 Uhr an. 18 Mann sind bei der Straßenreinigung der Stadt ohnehin das Ganze über im Einsatz. Während der „fünften Jahreszeit“ bekommen sie Verstärkung aus anderen Abteilungen. „Das sind dann nochmal zusätzlich zehn bis zwölf Mann, zum Beispiel vom Straßenbau. Sie helfen dann über Nacht mit aufräumen“, bestätigt Klaus Stegmann, Leiter des Bauhofes, gegenüber idowa. Ab 4 Uhr morgens bringen sie den Festplatz wieder auf Vordermann. Stegmann: „Bis spätestens 9 Uhr müssen sie allerdings fertig sein, denn dann öffnet die Ostbayernschau ihre Pforten wieder.“

Welche Menge an Müll während der elf Tage Gäubodenvolksfest genau anfällt, kann Stegmann nicht sagen, aber er sagt: „Es ist schon sehr sehr viel.“ Klar ist: die Ekelgrenze der Mitarbeiter der Straßenreinigung ist enorm hoch. „Sie tragen natürlich Handschuhe. Diese werden in der Regel stündlich gewechselt“, berichtet Klaus Stegmann. Laut dem Leiter des Bauhofes findet man dabei in jedem Jahr allerlei Kuriositäten: „Wir haben in den letzten paar Jahren so viele Kleidungsstücke gefunden, dass wir damit mittlerweile eine ganze Fußballmannschaft ausstatten könnten. Komischerweise sehr viele Unterhosen.“

Klaus Stegmann ist lange genug dabei. Dass das Umweltbewusstsein in Zeiten von „Fridays for future“ bei den Leuten ein anderes geworden ist, kann er nicht bestätigen: „Das fällt nicht nur während der Volksfestzeit auf. Das ganze Jahr über landet Am Hagen extrem viel Müll. Ein regelrechtes ‚Dreckloch‘. Da stehen jede Menge Mülleimer unten, aber kaum einer benutzt sie.“

Klar, dass während der Volksfestzeit noch mehr Müll anfällt. Max Riedl, Betriebsleiter und Prokurist der Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH, schätzt die Gesamtmenge auf „etwa 200 Tonnen“. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren und im Müll zu ersticken, ist einiges an Arbeit nötig. Riedl: „Wir haben direkt mit drei Wertstoffhöfen zusammen. Der Müll wird noch vor Ort getrennt und alles entsprechend dokumentiert.“ Die größten Posten seien dabei Restmüll und Speisereste. Drei Mitarbeiter der Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH kontrollieren diese Vorgänge zehn Stunden täglich.

Bis Am Hagen wieder der Alltag einkehrt, dauert es noch eine ganze Weile. Zwar ist der letzte Volksfesttag bereits am kommenden Montag, doch bis alles am Festplatz wieder abgebaut und der Großparkplatz wieder benutzt werden kann, müssen sich Autofahrer noch bis zum 2. September gedulden.

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