Kommt man von der alten B15 und fährt über Oberlindhart nach Pfaffenberg, dann fällt einem sofort eine besondere Anlage auf. Neben einem vor Jahren geschaffenen Parkplatz befindet sich dort der KZ-Friedhof Steinrain. Betritt man den Friedhof, dann ergreift einem Ehrfurcht und Betroffenheit zugleich. An diesem Ort fanden 67 Juden ihre letzte Ruhe. Genau vor 75 Jahren, nämlich am 30. Mai 1946, fand die offizielle Grundsteinlegung durch das Bayerische Landesentschädigungsamt statt.

Im Mittelpunkt der Anlage steht ein Mahnmal und darauf steht in hebräisch, englisch und deutsch "Zum ewigen Gedächtnis für alle Zeiten. Hier ruhen 67 von sechs Millionen jüdischer Opfer, die durch Nazigrausamkeit zu Tode gemartert wurden, als sie im Jahre 1945 aus dem Lager Buchenwald geführt wurden". Rund um dieses Denkmal liegen die 67 Gräber, gekennzeichnet durch ebenso viele Davidsterne. Diese sind derzeit abmontiert und werden von Schülern mehrerer Schulen instandgesetzt.

Der Davidstern, benannt nach König David, ist ein Hexagramm-Symbol mit religiöser Bedeutung. Er gilt vor allem als Symbol des Volkes Israel und des Judentums. Die Namen der 67 Toten sind zum Teil bekannt. Es waren Männer der Geburtsjahrgänge 1882 bis 1919. Darunter war auch ein Rechtsanwalt, Jahrgang 1980, mit Namen Maxel Goldscher. Armin Rosenberg, Jahrgang 1914, war noch etwas jünger.