Er stammt aus dem hohen Norden der Republik, aus Schleswig-Holstein - genau gesagt: aus Neumünster. Nun hat's ihn in den Süden verschlagen - der sportlichen Perspektive wegen: Norick Blödorn heuerte im Dezember bei den Trans MF Devils Landshut an und fiebert mit den Niederbayern dem Auftakt in der 2. polnischen Liga entgegen. "Das ist großartig ! In der schwierigen und ungewissen Zeit wird mir hier die Möglichkeit gegeben, weitere Rennen zu fahren", findet der 16-Jährige, der aktuell als größtes deutsches Speedway-Talent gilt.

Das Motorsport-Gen wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Papa Guido war selbst aktiv, Mama Maja ist die Schwester von Tom Dunker - immerhin Langbahn-Weltmeister von 1997. Bereits im zarten Kindesalter von drei Jahren verweigerte sich Klein-Norick dem Schaukelpferd und dem Bobby Car. Für ihn sollte es ein Motocross-Bike sein. Mit zehn Lenzen wechselte er zum Speedway, drei Jahre später drehte er die ersten Trainingsrunden auf der sandigen Piste. Einen Großteil seiner Ausbildung absolvierte Blödorn übrigens in Skaerbaek und profitierte in den Übungseinheiten auch von Tipps des dänischen Weltmeisters Erik Gundersen. Mit 15 debütierte Norick Blödorn dann für Brokstedt in der Bundesliga. Und wie: Er holte in den beiden Finalrennen ausgerechnet gegen Rekord-Champion AC Landshut insgesamt 14 Punkte und feierte mit den Wikingern den deutschen Titel 2019. In der Folgesaison wollte der Teenager so richtig durchstarten mit einem zusätzlichen Engagement bei Vojens in der dänischen Liga - nur machte ihm die Corona-Krise einen verdammt dicken Strich durch sämtliche Planungen. Wenigstens durfte er bei der U 19-EM ans Startband rollen und sorgte prompt für Furore: Platz acht im Einzelwettbewerb in Danzig, Silber im Duett mit Ben Ernst in Güstrow. Spätestens da fühlte er sich in seinem Berufswunsch bestätigt: "Ich möchte Profi-Fahrer werden."