13-Jähriger läuft vor Auto Polizei äußert sich zu tragischem Unfall in Landshut

Ein 13-Jähriger ist in Landshut direkt vor ein fahrendes Auto gelaufen. Er hatte offenbar versucht, vor einer Polizeikontrolle zu flüchten. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle ist ein 13-Jähriger in Landshut am Wochenende schwer verletzt worden. Er war direkt vor ein fahrendes Auto gelaufen. Der Unfall sorgt im Netz für viel Gesprächsstoff - dabei werden auch Vorwürfe gegen die am Einsatz beteiligten Beamten laut. Wir haben bei der Polizei nachgefragt. 

Was war passiert? Am Karsamstag, 3. April, wollte eine Streife der Landshuter Polizei am Bischof-Sailer-Platz eine Gruppe von Jugendlichen kontrollieren. Daraufhin ergriffen die jungen Leute jedoch die Flucht. Ein 13-Jähriger aus der Gruppe rannte direkt auf die Fahrbahn - und wurde von einem herannahenden Auto erfasst. Er musste mit schweren Verletzungen, darunter mehreren Brüche am linken Bein, in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Autofahrerin wurde zwar nicht verletzt, erlitt aber einen Schock. 

Zu einem Gespräch kam es gar nicht erst

Neben viel Anteilnahme und Besserungswünschen wurden nach unserer Berichterstattung zu dem Unfall auch Vorwürfe gegen die Polizei laut. Der Tenor: War die Kontrolle wirklich notwendig? Und tragen die Beamten möglicherweise eine Mitschuld an dem Unfall? Auch mehrere Nachfragen zum genauen Hergang der Kontrolle haben uns erreicht. Etwa, ob die Polizisten uniformiert oder in Zivil unterwegs waren. Oder, wie das Aufeinandertreffen mit den Jugendlichen im Detail verlaufen ist. Wir haben deswegen noch einmal bei der Polizei nachgehakt. 

Johann Lankes, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern, schildert uns den Unfall auf Anfrage detailliert. Die Polizeistreife war demnach gegen 16.40 in einem Streifenwagen unterwegs, als sie am Bischof-Sailer-Platz eine Gruppe von Jugendlichen bemerkte. Da es im Umfeld des Platzes in den vergangenen Wochen mehrmals zu Sachbeschädigungen gekommen war, wollten die uniformierten Beamten die jungen Leute einer Kontrolle unterziehen. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Durch den Streifenwagen und die Uniformen waren die Beamten auch klar als Polizisten zu erkennen. "Als die Beamten am Einsatzort ausstiegen und von der Personengruppe wahrgenommen wurden, liefen die Personen sofort in unterschiedliche Richtungen weg", schildert Lankes den Vorfall. Zu einem Gespräch zwischen den Beamten und den Jugendlichen kam es also gar nicht erst.

Nachbereitung des Einsatzes ist geplant

Bei seiner Flucht wollte der 13-Jährige die nahe Fahrbahn überqueren, achtete dabei aber offensichtlich nicht auf den Verkehr. So lief er einer 50-jährigen Frau direkt vor's Auto, wurde angefahren und schwer verletzt. Die Beamten leisteten daraufhin sofort Erste Hilfe. Erst dabei stellten sie fest, dass der Jugendliche deutlich nach Alkohol roch und offenbar betrunken war. An eine Verfolgung seiner Kameraden war aufgrund der Schwere der Verletzungen nicht zu denken - der Grund, warum die Jugendlichen beim Anblick der Beamten sofort flüchteten, ist deswegen weiter unklar. Der 13-Jährige wurde später mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. 

Aufgrund des tragischen Ausgangs ist bei der PI Landshut auch eine Nachbesprechung des Einsatzes geplant. "Die Betreuung der Einsatzkräfte und eine Nachbereitung des Einsatzes wird von der Polizeiinspektion Landshut gewährleistet", so Johann Lankes. Von der Staatsanwaltschaft Landshut wurde außerdem ein Experte mit der Erstellung eines unfallanalytischen Gutachtens beauftragt. Aktuell gibt es aber keinerlei Hinweise, dass die Beamten den tragischen Unfall hätten verhindern können. 

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