Jahrzehntelang hatte James Bond eine Schwäche für Frauen. Jetzt sind die Frauen seine Schwäche. Unser Kultur-Chef rezensiert den letzten Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent im Dienste seiner Majestät.

Erst war der britische Geheimagent ernsthaft (und verständlicherweise) verliebt in Eva Green als Vesper Lynd (2006 in "Casino Royale" und 2008 in "Ein Quantum Trost"). Das ging tragisch aus. In "Skyfall" war er noch mal ganz der alte Frauenverbraucher. Dann trat in "Spectre" (2015) Léa Seydoux als Dr. Madeleine Swann in sein Leben - und wieder muss Daniel Craig als 007 nicht nur auf seinen eigenen Hintern, sondern auch auf den seiner Freundin aufpassen. Da wird man schnell erpressbar.

Dabei fängt es für ihn in "Keine Zeit zu sterben" so hübsch an: James Bond ist im Ruhestand (worunter man sich nicht das Leben eines deutschen Durchschnittsrentners vorstellen darf) und verbringt mit seiner Geliebten Madeleine angenehme Tage in süditalienischen Gefilden, im malerischen Matera, der europäischen Kulturhauptstadt 2019 in der Basilikata.