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Artikel vom 27. September 2010 10:48, 130 mal gelesen

Kleine Stadt, großer Fasching

Kleine Stadt, großer Fasching: Bogen ist die Faschingshochburg in Ostbayern. Begleitend zum Faschingszug erscheint seit 1998 die "Bogener Faschingszeitung".

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20000 Zuschauer, also fast doppelt so viele Menschen wie es in Bogen Einwohner gibt, waren 2010 auf den Beinen, um den Bogener Faschingszug zu bestaunen. Zur Attraktivität der Veranstaltung beigetragen hatte, dass die Stadt zum zweiten Mal nach 2002 Ausrichter des Ostbayerischen Faschingszugs war, zu dem zusätzlich zum "üblichen Aufkommen" 20 Faschingsgesellschaften aus ganz Niederbayern und der Oberpfalz mit ihren Prinzenpaaren und Garden angereist waren.

Die Organisation des Faschingszugs ist jedes Jahr eine logistische Herausforderung für den Bogener Narrentisch und die Stadt Bogen. Die Veranstaltung kostet die Stadt Geld, aber sie bringt ihr auch Renommee, denn im weiten Umkreis gibt es keinen Faschingszug von ähnlicher Größenordnung. "Straubing hat sich heuer den Bayerischen Städtetag geleistet, wir leisten uns den Faschingszug", kommentiert Bogens Bürgermeister Franz Schedlbauer die Kostenfrage. Zugleich hebt er das Engagement von Narrentisch, Garde, Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar und aller Ehrenamtlichen hervor, das schlicht unbezahlbar sei.


Mitmachen ist Ehrensache
Tausende von Zuschauern und durchschnittlich etwa 1200 Mitwirkende bevölkern beim Faschingszug Bogens Stadtplatz. Mitmachen ist für die Vereine aus der Stadt und dem Umland Ehrensache. Da kommt es dann schon vor, dass ein riesiges Wikingerschiff durch die Innenstadt gezogen wird wie heuer von der KLJB Degernbach, oder eine Ritterburg. Auch die "hohe" Politik kriegt regelmäßig ihr Fett weg: Während die Gesundheitsreform mit ihren immer neuen Vorschlägen schon ein Dauerbrenner ist, gehörten heuer auch die Abwrackprämie und die Wirtschaftskrise (Slogan: "Deutschland geht baden") zu den Themen der Faschingswagen.

Den ersten größeren Faschingszug in Bogen soll es 1960 gegeben haben, allerdings mit diversen, kleineren Vorläufern, berichtet Christian Freundorfer, Leiter des Kultur- und Festamts in Bogen. Von 1963 an zählt die Stadt mit und seitdem hat es fast jedes Jahr einen Gaudiwurm gegeben - Ausnahme war 1992, als der Zug wegen des Golfkriegs abgesagt worden war. Demnach gab es heuer den 47. Zug, im Jahr 2013 ist 50-jähriges Faschingszugjubiläum. Mit ihren 13 Jahren deutlich jünger ist die Faschingszeitung, die als Sonderbeilage von Straubinger Tagblatt/Bogener Zeitung und Gäuboden aktuell gedruckt wird. Idee und Initiative dazu kam von der damals frisch ins Amt gekommenen Geschäftsstellenleiterin der Bogener Zeitung, Claudia Sprenger. 1997 im November wurde die Geschäftsstelle auf dem Bogener Stadtplatz eröffnet, im Februar 1998 erschien die erste Ausgabe der Faschingszeitung.

Humorvolle Spitzen in Richtung Rathaus und Honoratioren gehörten damals ebenso dazu wie Rezepte der Landfrauen Bogen/Bogenberg, die inzwischen Kultstatus haben. Schon in der folgenden Ausgabe wurde der redaktionelle Teil deutlich ausgeweitet. Und bei diversen Faschingszeitungs-Scherzaktionen macht alles mit, was Rang und Namen hat in der Stadt, vom geschäftsleitenden Beamten Günther Britzl bis zum Stadtpfarrer. Sogar eine Polizei-Arrestzelle ist deswegen schon einmal mit weißblauer Bettwäsche und einem weiß-blauen Willkommensdrink dekoriert worden.

Von Patrizia Burgmayer

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