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Artikel vom 27. September 2010 11:10, 91 mal gelesen

Agnes in Wort und Bild

Der traurigen, dramatischen und zugleich romantischen Geschichte der Agnes Bernauer gedenken die Straubinger seit 1935 alle vier Jahre mit einer wochenlangen Festpielsaison. Das Straubinger Tagblatt ist immer dabei.

Der Festspielverein mit Dr. Hubert Fischer an der Spitze zählt rund 300 engagierte Mitglieder, die sich als Laienschauspieler auf der Bühne oder bei zahlreichen anderen organisatorischen Aufgaben um wunderschöne Festspiele bemühen. Auch wegen dieses Engagements sind sie seit Jahren weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt und geschätzt.
Groß und Klein fiebern in Straubing mit, wenn der Baderstochter aus dem Volk ihr adliger Ehemann nicht gegönnt und sie für ihre Liebe von ihrem Schwiegervater zum Tod in der Donau verurteilt wird. Die letzten drei Fassungen des Stücks stammen federführend aus der Hand des Regisseurs Johannes Reitmeier, ein "Agnes Bernauer-Historienspiel in fünfzehn Bildern". Besetzt werden die Rollen mit semiprofessionellen Hauptdarstellern und Straubingern jeden Alters und aus allen Berufsschichten.

Eng begleitet das Straubinger Tagblatt das Festspielgeschehen, das schon über ein Jahr im Voraus mit der Auswahl des Herzogspaares beginnt. Neue Kostüme, die nach historischen Vorbildern geschneidert werden, der Aufbau der Bühne im Schlosshof mit modernster Technik, Hintergrundberichte über den großen Fundus und die ersten Probenberichte machen alle vier Jahre wieder Lust auf die neue Saison.


Ritter, Mägde und ein Herzog
Nicht nur die Hauptdarsteller wie die Baderstochter Agnes, ihr Ehemann Herzog Albrecht, dessen böse erscheinender Vater Herzog Ernst und die keifende Schwester Beatrix werden in der Berichterstattung beschrieben. Der Agnes-Bernauer-Festspielverein vereint ganze Familien, die als Ritter, Lanzknechte, Bauern, Mägde und Stallknechte das Leben der Straubinger vor rund 600 Jahren wieder auferstehen lassen. Und sie alle finden sich in der Zeitung wieder. Während der Festspielwochen berichtet dann zum Beispiel die Küchenmannschaft, wer die lebendigen Hühner mitbringt, warum es schmeckt, Karotten auf der Bühne zu knabbern und wie man den Küchenjungen am Ohr zieht, ohne dass dies Weh tut. Aber auch die Ritter kommen zu Wort, denn die Redakteure der Lokalredaktion sind schon mal beim Schwertkampftraining mit dabei.

Bilderseiten, eine Beilage im Vorfeld und in der Spielsaison 2007 sogar ein Buch aus dem Verlag Attenkofer begleiten die redaktionelle Betrachtung der Festspiele. Die reicht von der kleinen Ankündigung über Berichte bis hin zu spannenden Reportagen.

Von Ulli Scharrer

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