Beiträge 1 bis 10 (56) | [1] 2 3 | nächste letzte

Steffi pur - Geschichten aus dem Leben

Autor

Beitrag

 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Ein denkwürdiger Tag


Ein denkwürdiger Tag. Einmalig, wichtig, ohne zweite Chance. Ich rede nicht vom Champions-League-Finale. Nein. Das möchte ich am liebsten ganz schnell vergessen. Ich rede vom Spiel des FC Alburg, meinem Fußballverein, gegen den SV Zinzenzell. Uns war bewusst, dass wir drei Punkte holen müssten, um sicher in die Bezirksliga aufzusteigen. Problem eins also: Nervosität. Problem zwei: Wir hatten 16 Spielerinnen zur Verfügung, nur 15 durften aufgestellt werden. Unser Trainer brachte es nicht übers Herz, zu bestimmen, wer nicht spielen durfte. Also mussten wir es unter uns ausmachen. Nach gefühlten zehn Stunden entschieden wir, zu losen. Die Mannschaft stand, doch die Stimmung war schlecht. Jeder war gekommen, mit der Gewissheit dabei sein zu können. Und jeder konnte sich in diejenige hineinversetzen, die das Los nun getroffen hatte. Als wir schon beim Aufwärmen waren, fasste sich unser Libero und gleichzeitig unsere älteste und wahrscheinlich auch vernünftigste Spielerin ein Herz und gab freiwillig ihren Platz im Team frei. Sie zeigte damit wahre Größe. Ich möchte mich bei dieser Spielerin auf diesem Wege im Namen der ganzen Mannschaft danken. Du hast einen großen Teil daran, dass dieser Nachmittag so schön und vor allem unvergesslich wurde. Danke!

21.05.2012 15:38Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Für meine Mama


Jedes Jahr das gleiche Drama, die gleiche Hektik, die gleiche Ratlosigkeit. Muttertag. Was schenk’ ich dieses Jahr nur wieder her? Als Kleinkind hatte man es schon noch leichter, also man einfach nur ein Bild malen musste, um der Mama ein Leuchten in die Augen zu zaubern. Später wurden es Gutscheine über einmal Staubsaugen, Wischen oder Auto putzen, die man zwar sowieso nie eingelöst hat, aber die Geste zählte. Je älter man wurde desto höher wurde auch der Druck. Da werden von Tochter oder Sohn schon anspruchsvollere Sachen erwartet. Ich habe mich dieses Jahr an einer Torte versucht. Fertigen Tortenboden kaufen und irgendeine Füllung mixen, kann doch nicht so schwer sein. Ohne Rezept versteht sich. Was anfangs etwas eklig aussah, wurde später aber tatsächlich eine einigermaßen ansehnliche Torte, die dafür umso besser schmeckte. Erstaunlicherweise, schließlich war es meine erste überhaupt. Der Muttertag war dieses Jahr also gerettet. Blöd nur, dass in zwei Tagen Vatertag ist.

14.05.2012 12:13Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Die spinnen die Münchner


Zum Knaller "Bayern München gegen Real Madrid" vergangene Woche habe ich mich auf den Weg in Münchens Augustinerkeller gemacht: Public Viewing. Etwa Tausend Menschen in einem Saal vor einer großen Leinwand. Noch nie habe ich solch eine gewaltige Stimmung außerhalb eines Stadions erlebt. Fangesänge schallten durch die Halle, bei jedem bayerischen Ballkontakt sprang die Meute von ihren Stühlen auf und brüllte die Leinwand an, dass mir fast die Ohren platzten. Phasenweise saß ich wirklich mit offenem Mund da, musste die Augen verdrehen und verwundert lachend den Kopf schütteln. "Verrückt diese Münchner", dachte ich mir. Wie kann man sich da denn so reinsteigern? Und dann dachte ich an Straubing und das Eishockey. Auf einmal war gar nichts mehr verrückt. Ich war mir sicher, die Straubinger könnten die Münchner stimmungsmäßig mit ihrer Begeisterung und Leidenschaft fürs Eishockey sogar noch übertreffen. Und wenn wir hier einmal soweit sind, dass es ein Public Viewing gibt, weiß ich jetzt schon, dass ich ebenso lautstark die Leinwand anfeuern werde.

30.04.2012 14:40Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Feiern, so viel wie nötig


Jetzt zählt's also. Die Semester-Opening-Party ist überstanden, das zweite Semester fängt jetzt richtig an. Über meine guten Vorsätze bin ich mir im Klaren. Es geht noch mehr! Zwar waren meine Prüfungsergebnisse gut, trotzdem hätten sie noch um einiges besser sein können. Vor allem deswegen, weil ich überall auf Lücke gelernt habe. Ich bin motiviert bis in die Fußspitzen. Wird diese Motivation halten? Mein Medienrecht-Professor hat sie jedenfalls schon wieder schrumpfen lassen. War sein erster Satz in der allerersten Vorlesung doch tatsächlich: "Ich habe eine wichtige Aufgabe für Sie. Feiern sie Partys, feiern Sie so viel wie sie können! Jetzt haben Sie noch die Gelegenheit dazu! Später im Berufsleben sieht das nicht mehr so rosig aus!" Gesagt, getan. Lange durchhalten werden wir wohl nicht. Vielleicht haben wir den guten Herren aber auch einfach nur missverstanden und er wollte uns folgendes Motto mit auf den Weg geben: "Feiern sie nicht so viel wie möglich, aber so viel wie nötig!" Wie auch immer, letzteres ist auf jeden Fall machbar.

05.04.2012 11:50Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Traurig. Einfach traurig.


Alle Welt spricht über das elfjährige Mädchen, das vergangene Woche in Emden (Niedersachsen) missbraucht und tot gefunden wurde. Ich selbst habe es nicht aus den Nachrichten erfahren, aber als mir eine gute Freundin davon erzählte, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter.
Seitdem kann ich nicht aufhören, darüber nachzudenken. Ich frage mich immer wieder, wie krank ein Mensch sein muss, um so etwas Grausames tun zu können. Ich finde keinen Weg, es zu verstehen. Eine Mutter die ihrem Kind etwas Freiraum geben will und es ins Kino gehen lässt, ohne zu ahnen, dass sie es lebend nicht wieder sehen wird. Nur weil irgendjemand zur gleichen Zeit am gleichen Ort auftaucht und sich denkt "Hey, ich hab' grad Lust drauf!" Wenn ich daran denke, dass ich später vielleicht selbst einmal Kinder habe, frage ich mich, wie ich mit so etwas umgehen soll. Soll man sein Kind einsperren? Ihm alles verbieten? Oder es überall hin begleiten? Ich komme zu keinem Ergebnis, spinne meine Gedanken weiter und weiter. Es ist einfach nur traurig.

02.04.2012 15:07Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Schnupfen und Juckreiz


So gern ich den Frühling auch mag, so sehr hasse ich ihn. Denn dann ist wieder Pollenzeit. Das heißt also Allergieschnupfen und juckende Augen. Und halte ich das Jucken nicht mehr aus, rubble ich schlauerweise so lange, bis ich aussehe wie Quasimodo. Tabletten helfen bei mir leider gar nichts und eine Allergiespritze macht es auch nur ein kleines bisschen besser.

Bin ich die letzten Jahre noch in meinem Selbstmitleid versunken, kann ich langsam aber sicher kein Mitgefühl mehr für mich aufbringen. Schließlich hätte ich mich schon längst desensibilisieren lassen können, wie es mir jeder empfohlen hat. Nur denkt man einfach nicht mehr daran, sobald die schlimme Phase vorüber ist.

Um dem vorzubeugen habe ich mir sämtliche Wecker gestellt, Zettel und Erinnerungen angefertigt, bis mir eingefallen ist, dass ich den Arzttermin eigentlich gleich schon ausmachen könnte. Und genau das werde ich jetzt tun.

An alle Leidenden da draußen: Ihr seid nicht allein!

20.03.2012 11:50Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Das Wunder von Straubing


Es ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Und genau deswegen, muss auch ich mich noch einmal über den verrückten Sonntagabend auslassen.
"Straubing kann noch 6. werden", hieß es llerdings nur mit einem 3-Punkte-Sieg und einem Unentschieden von Augsburg und Düsseldorf nach 60 Minuten.

Spätestens beim Führungstreffer im ersten Abschnitt war mir klar: Wenn die das Ding heute wirklich machen, dann ist hier die Hölle los! Leider sah es dann aber nach 40 Minuten nicht so gut aus. Auf dem Weg in die Gaststätte hörte ich einen Fan sagen: "Na toll, jetzt stehts in Augsburg unentschieden und wir verlieren trotzdem." Und obwohl ich selbst in diesem Moment nur noch ein winziges Fünkchen Hoffnung hatte, hätte ich den Mann am liebsten gepackt, durchgeschüttelt und angebrüllt: "Mann ey, sag doch jetzt nicht sowas!" Im letzten Drittel war ich ein nervliches Wrack. Vom ewigen nervösen Fußwackeln habe ich noch jetzt einen Muskelkater. Und spätestens vier Minuten vor Schluss kam das durch meine Jubelschreie hervorgerufene Halsweh hinzu.

Letztendlich zählt aber nur, dass das Unmögliche möglich wurde. Und wenn auch ein bisschen Glück nötig war, spreche ich wohl im Namen ganz Straubings, indem ich sage: Euer Teamgeist macht uns stolz!

12.03.2012 11:29Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Meine Brüder


Wie gerne ich mir doch eine Schwester wünsche. Eine Woche beim Skifahren in Corvara mit allen drei Brüdern unter einem Dach hat mir das wieder deutlich gemacht. Der Kleine, der alles besser weiß. Der Mittlere, der den ganzen Tag plappert. Und der ältere Mittlere, der morgens nach dem Aufstehen eine Laune hat, die nicht einmal ich aushalte, obwohl ich selbst ein Morgenmuffel bin. Wären die Drei noch nicht genug, musste ich mir auch noch mit zwei von ihnen ein Zimmer teilen. Gott sei Dank, dass ich mein eigenes Bett hatte, sonst wäre ich wohl auch Teil ihrer nächtlichen Attacken geworden, bei denen sie sich gegenseitig aus dem Bett schubsen. Doch obwohl ich nach wenigen Tagen mit meinen Nerven am Ende war, muss ich zugeben, dass es doch eine schöne Woche war und dass ich sie alle unheimlich gernhabe. Jetzt in München vermisse ich sie sogar ein bisschen.

27.02.2012 15:32Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Alles wird anders


Es ist vollbracht. Jetzt ist mit Grundlagen Statistik endlich die letzte von zehn Prüfungen in diesem Semester vorbei. Zwar dachte ich nach dem Abitur, ich müsste mich mit meinem Lieblingsfach nie wieder auseinandersetzen. Anscheinend braucht man als Journalist aber doch ein bisschen Mathe. Und noch viel schlimmer: Meine 13 Punkte im Mathe-Abitur haben wohl Eindruck hinterlassen, denn alle wollen irgendetwas von mir erklärt haben. Nur habe ich leider selbst keine Ahnung. Und erstaunlicherweise will mir auch niemand glauben, dass meine Mathe-Note „Zufall“ war, weil ich mit den Aufgaben einfach Glück hatte. Jedenfalls bin ich jetzt froh, meine Zeit nicht mehr damit verbringen zu müssen, anderen Sachen zu erklären, die ich selbst nicht einmal verstehe. In einem Punkt stimmen meine Kommilitonen und ich aber vollkommen überein: Nächstes Semester wird alles anders. Von Anfang an mitlernen, nach jeder Stunde den Stoff zusammenfassen und wöchentliche Lerngruppen.
So lautet der Vorsatz, von dem nur noch niemand glaubt, dass er überlebt. Nur ich. Mit der Irrtumswahrscheinlichkeit von 99 Prozent.

13.02.2012 18:28Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Moderator
Geschlecht:    
Anmeldedatum:
01.01.2000
Beiträge: 358
Herkunft: Straubing

Matt Hussey - oho!


Zugegeben, dieser Mann ist mir zuvor nur wegen seiner unglaublich starken Penaltys aufgefallen.
2012 wurde alles anders, als er mir in der Silvesternacht von einem Freund beim feiern vorgestellt wurde. Große Augen, ein liebes Lächeln, etwas schüchtern. Ich hatte sofort einen Narren an ihm gefressen.
Fortan habe ich ihn mir auch auf dem Eis genauer angesehen und war richtig stolz. Mit dem hatte ich geredet und getanzt! Selten habe ich einen Spieler gesehen, der mit solch wahnsinniger Konzentration und Souveränität glänzt. Nahezu jeder Pass perfekt, keine Puckverluste, keine Strafzeiten und eine beeindruckende spielerische Leichtigkeit. Top-Torjäger der DEL. Nicht dass ich nur bei seinen Toren aus dem Häuschen war, nein. Aber wenn er traf, kam immer wieder der Gedanke: „Hey, das war 'meiner', der da grad das Tor geschossen hat!“
Kein Wunder, dass Matt Hussey zur Zeit in aller Munde ist. Und seine ständige Bescheidenheit macht ihn nur noch sympathischer. Doch was sich langsam jeder Straubinger fragt ist: „Können wir ihn halten?“ Die Gerüchteküche brodelt: Mal heißt es er unterschreibe einen Zwei-Jahresvertrag, dann wieder er würde nach dieser Saison gehen.
Aber Fakt ist: Die Saison ist noch lange nicht vorbei und sollten die Tigers es wirklich in die Play-offs schaffen, bleibt Hussey uns ja doch noch etwas länger erhalten.
Schade eigentlich, dass er in seiner Karriere gerade auf dem Höhepunkt angelangt zu sein scheint, denn sonst könnte er sich mit seinen 32 Jahren gerne in Straubing niederlassen. Und ich müsste nicht sagen: Leb wohl, Liebe meines Lebens.

25.01.2012 09:41Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
Beiträge 1 bis 10 (56) | [1] 2 3 | nächste letzte
RSS | Impressum | Mediadaten
© 2012 Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung