Von der Schulbank ins Berufsleben


Teil 3 der Ehrenamts-Serie: Schülerpate Stefan Sterr begleitet Schüler in die Arbeitswelt


 

Der Schülerpate Stefan Sterr begleitet den Schüler Reinhard Heiß ein Stück auf dem Weg ins Berufsleben.

Straubing. Auf den Schulabschluss freut sich wohl jeder Schüler. Leider wird die Stimmung dabei oft von einer Frage gedrückt: "Und was mache ich jetzt?" Um dies zu verhindern, muss man rechtzeitig mit der Zukunftsplanung beginnen. Weil das aber nicht immer ganz einfach ist, gibt es in Straubing die Schülerpaten. Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die Schulabgängern helfend zur Seite stehen. Der Steuerberater Stefan Sterr ist einer von ihnen.


Die Frage nach dem Berufseinstieg ist für viele Jugendliche schwer zu beantworten, denn die wenigsten wissen wirklich, was sie nach der Schule machen wollen. Beim Neuntklässler Reinhard Heiß ist das anders, denn er weiß genau, welche Ausbildung er nächstes Jahr antreten will: "Am liebsten Fein- oder Industriemechaniker."



Einen großen Anteil daran, dass Reinhard sich inzwischen schon bei mehreren Unternehmen beworben hat, hat Stefan Sterr. Der 26-Jährige ist ehrenamtlicher Schülerpate und begleitet Reinhard seit einem Jahr auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben. "Als Schülerpate helfe ich beim ganzen Bewerbungsprozess, angefangen mit der Berufswahl bis hin zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch", erklärt er seine Aufgabe. Besonders wichtig für den 14-jährigen Schüler sei das Verfassen von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben. "Wir lernen in der Schule zwar, wie man sich für eine Ausbildungsstelle bewirbt, aber das alleine reicht nicht." Deswegen sei er sehr froh darüber, dass ihm Stefan dabei mit Tipps und Erfahrung zur Seite stehe.


Von Projekt angesprochen


Über eine Anzeige des Frewilligenzentrums, das die Paten auswählt und den passenden Schülern zuteilt, ist Stefan Sterr auf das Programm aufmerksam geworden. "Ich war vorher noch nie ehrenamtlich tätig, aber dieses Projekt hat mich wirklich angesprochen." Der Grund dafür sei gewesen, dass er in seinem Beruf als Finanz- und Steuerberater schon oft gemerkt habe, wie wenig die Auszubildenden auf das Berufsleben vorbereitet sind. "Man erwartet von den Jugendlichen, dass sie aus der Schule herauskommen und sich sofort in der Berufswelt der Erwachsenen zurecht finden." Wie groß dieser Schritt aber für die Schulabsolventen selbst ist, werde zu oft vergessen.


"Ich versuche etwas von meinen Erfahrungen weiterzugeben und Reinhard den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern." Bedenklich sei es, dass die Eltern oft zu wenig hinter den Jugendlichen stehen und so der nötige Druck und die Motivation fehlen, um sich zielstrebig um eine Ausbildungsstelle zu bemühen. "Zum Glück ist das bei Reinhard nicht so, aber trotzdem tut es ihm gut, dass er von mir als jungem Außenstehenden ein wenig angetrieben wird." Reinhard sieht das auch so: "Man hört einfach besser zu und nimmt die Ratschläge ernster, wenn sie von jemand anderen kommen als von Autoritätspersonen wie Eltern oder Lehrer." 


Auch aus diesem Grund sei es wünschenswert, so Sterr, dass sich mehr junge Berufstätige in dem Schülerpatenprojekt engagieren. "Schülerpaten sind keine Nachhilfelehrer, deswegen braucht man auch keine Mathe- oder Englischkenntnisse. Das Wichtige ist allein die gesammelte Erfahrung im Berufsleben."


Bis Reinhard mit beiden Beinen im Ausbildungsalltag steht, wird sich Stefan Sterr noch alle zwei Wochen mit ihm treffen. Danach könne er sich schon vorstellen, einen neuen Schüler zu begleiten, allerdings nur unter einer Bedingung, erklärt er lachend: "Es muss wieder so gut passen, wie bei Reinhard und mir."


David Chia


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Teil 4 am Mittwoch: Thomas Herrnberger setzt sich bei der Feuerwehr ein.

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