Mein Zelt soll schöner werden. Nein, meins!
Das siebte Festzelt, das es heuer nicht geben soll, steht zumindest in Entwürfen
Erwin Sommer wollte mit einem Festzelt mit Empore glänzen.
Straubing. Der Streit um fehlende Plätze und damit fehlende Maßen beschäftigt die Massen noch immer aufs heftigste. Der Zähler der Online-Unterschriftenliste der JU für den Erhalt eines siebtes Festzeltes auf www.siebteszelt.de klettert unablässig und auch die Diskussionen auf www.straubinger-tagblatt.de reißen nicht ab. Die Formulierung des Festausschusses, dass kein eingereichtes Konzept überzeugen konnte, überzeugt potentielle Wirte und Volksfestfans nicht. Im Gespräch mit den fünf Bewerbern informierte sich das Tagblatt über die Ideen für ein siebtes Zelt.
Manfred Schötz und Erwin Sommer - das bisherige Wirteteam - sind stinksauer aufeinander und lassen kein gutes Haar aneinander. Ihr Zwist wird vor Gericht enden, da sind beide sicher. Getrennt sind sie sich aber einig, dass ihr privater Streit eigentlich keine Auswirkungen auf die Vergabe des siebten Zeltes haben sollte. Beide würden zwar wahrscheinlich gegen den anderen juristisch vorgehen, wenn dieser Inventar aus dem bisherigen Zelt verwenden sollte.
So oder so ähnlich hätte die Fassade des neuen Festzeltes "Zum Schötz" aussehen können, das innen in den Röhrl-Farben Grün und Gold wirken sollte.
Dies sei aber nicht der Fall, weil jeder mit einem neuen eigenständigen Konzept antrete. Jeweils mit Bürgschaften und Brauerei im Hintergrund.
"Kein Konzept konnte überzeugen." Diese Feststellung des Festausschusses trifft Erwin Sommer schwer. Bei der Ablehnung des siebten Zeltes spielten eher andere Gründe eine Rolle, ist er sicher. Sein Entwurf für 2009 sei gut durchdacht und biete viele Vorteile, meint der Metzgermeister überzeugt. 1040 Plätze soll das Zelt haben und im Gegensatz zum bisherigen Schötz/Sommer-Zelt zwei Eingänge, breite Sitzplätze in den Boxen und zwei extra behindertengerechte Tische für Rollstuhlfahrer. Alle Tische sollen so gestellt werden, dass niemand mit dem Rücken zur Musikbühne sitzen müsse.
Clou am Sommerzelt wäre aber die dreiseitige Empore, die bei aufgeklappten Zeltwänden nicht nur den Blick auf das Geschehen innerhalb des Zeltes ermöglichen würde, sondern auch den Ausblick auf das Festgelände. Architekt Martin Wackerbauer hat das Zelt entworfen, das sich in Weiß-blau kleiden würde. Sommer betont, er stehe mit fertigen Plänen und Geschäftspartner im Hintergrund in den Startlöchern. Auch habe er alle nötigen Lieferzusicherungen, nicht nur von der Erl-Brauerei aus Geiselhöring, sondern auch vom Zeltbauer und Zusagen von Musikkapellen.
Manfred Schötz kann da wohl mit seinem Entwurf mithalten. Er orientiert sich mit Architekt Franz Bast am bewährten Konzept mit neuen Akzenten. "Was hilft ein wunderschönes Konzept, wenn es nicht funktioniert." Auch Schötz hat die behindertengerechten Rollstuhlplätze und die Bühne etwas nach hinten zum Servicebereich verlagert. Die Bar fände einen neuen Platz an der Stelle der bisherigen Küche.
Der Cairo-Wirt und Villa-Betreiber verweist auf seine Erfahrungen im Gastronomiebereich, beim Zeltaufbau und der Führung der Bedienungen. "Fünf Jahre lang hat das Konzept ja gut funktioniert", attestiert er und die Ideen dafür, auch für die Musik, stammten von ihm. Die bisherige Brauerei - Röhrl - stehe hinter ihm und habe mit ihm auch Innengestaltung und Fassade des Festzeltes "Zum Schötz" neu konzipiert.
Im edlen Grün-Gold, den Farben der Brauerei, hätte das Zelt glänzen sollen. "Man hat sich auch gegen die Volksmusik entschieden", stellt Schötz im Hinblick auf den Festausschuss fest. Deren Stärkung sei immer wieder von Stadträten gefordert worden und werde es immer noch.
Der Empfehlung des Festauschusses, das siebte Zelt heuer nicht zu vergeben, werde sich der Stadtrat sicher anschließen, vermutet Schötz: "Diese Entscheidung akzeptiere ich." Sollte es wider Erwarten doch anders laufen, steht auch Schötz in den Startlöchern: "Auf zwei Wochen stelle ich das Zelt hin".
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