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Artikel vom 05. Dezember 2012 10:17, 229 mal gelesen

Frauenfußball: Junioren-Bundesliga

Frauenbiburg: das "Gallische Dorf" der Bundesliga

Der SV Frauenbiburg hat sich eindrucksvoll in der Junioren-Bundesliga der Frauen zurückgemeldet (Foto: Kammermayer).

Der SV Frauenbiburg hat sich eindrucksvoll in der Junioren-Bundesliga der Frauen zurückgemeldet (Foto: Kammermayer).

Wenn man den Spielerinnen und Verantwortlichen der Mädchenabteilung des SV Frauenbiburg vor rund einem Jahr gesagt hätte, wo die Reise hingehen würde, einige hätten dies wohl nicht für möglich gehalten. Zu viele Partien waren noch zu spielen, um die sportliche Qualifikation für die Bundesliga perfekt zu machen. Das Bewerbungsverfahren schien endlos und die Zulassungsvoraussetzungen für einen "Fußballzwerg" wie den SV kaum zu erfüllen. Heute kann man voller Stolz auf den größten Erfolg der Vereinsgeschichte zurückblicken - den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse.

Alles andere als einen guten Start erwischte man in die Frühjahrsrunde der Bayernliga, denn mit gerade einmal zwei Punkten aus den ersten fünf Begegnungen schmolz der einst komfortable Vorsprung auf den ärgsten Verfolger aus Augsburg zusehends. Es folgten ein Sieg in Weinberg und eine Punkteteilung beim späteren Mitaufsteiger Würzburg, was einen letzten Spieltag hervorbrachte, der an Spannung nicht zu überbieten war. Punktgleich gingen der TSV Schwaben Augsburg beim bereits feststehenden Vizemeister aus Nürnberg und der SV Frauenbiburg beim ASV Oberpreuschwitz ins Rennen um den letzten verbliebenen Aufstiegsplatz.

Bilder von den Spielen Frauenbiburgs (11 Einträge)

 

Zur Halbzeit schien bereits eine Vorentscheidung gefallen, da die Bader-Elf beim ASV mit 1:0 führte und Augsburg gegen den "Club" schon deutlich zurücklag. Was sich dann im zweiten Spielabschnitt abspielte, wird wohl allen Beteiligten für immer in Erinnerung bleiben.

Nach einem schnellen Gegentor wich die Leichtigkeit aus dem Frauenbiburger Spiel und Nervosität machte sich breit. Nur zehn Minuten später sah man sich gar mit 1:3 im Hintertreffen, was gleichbedeutend mit einem Entscheidungsspiel gegen Augsburg gewesen wäre. Nach der Kunde des Nürnberger Siegs ging jedoch noch mal ein Ruck durch die Mannschaft und Franziska Höllrigl erzwang mit einer tollen Einzelleistung sieben Minuten vor Spielende den Anschlusstreffer. Die Schlussminute war bereits angebrochen, als wieder Höllrigl in den Strafraum eindrang und nur durch ein Foul zu stoppen war. Den fälligen Strafstoß setzte Sturmführerin Yvonne Dengscherz unter die Latte und besiegelte damit den 4. Tabellenplatz und somit die sportliche Qualifikation zur B-Juniorinnen-Bundesliga. Der Stoff, aus dem Legenden sind - Leidenschaft, Kampf und Drama. Nach dem Abpfiff gab es sowohl auf dem Platz als auch bei den mitgereisten Fans kein Halten mehr.

Das Zulassungsverfahren bestand man ohne Probleme und Auflagen. Lediglich der Spielort musste von Frauenbiburg nach Dingolfing ins Isar-Wald-Stadion verlegt werden, da der Platz und die sanitären Anlagen in Oberbubach nicht die geforderten Standards erfüllten. Die sportliche Führung war nun gefordert, für die Bundesliga-Premierensaison eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, da ganze sechs Spielerinnen der Aufstiegsmannschaft ins Damenlager wechselten.

Zum Trainingsauftakt konnten Manager Hans Strebl und Trainer Hans Bader dann schließlich elf talentierte Neuzugänge in der Dingolfinger Vorstadt begrüßen. In der Folge legte man unter anderem mit einem einwöchigen Trainingslager in Österreich den Grundstein für das erklärte Ziel - den Klassenerhalt.

Seit August stehen die B-Mädels auf dem Platz nun namhaften Teams wie der TSG 1899 Hoffenheim, dem SC Freiburg und nicht zu vergessen, dem langjährigen Rivalen FC Bayern München gegenüber. Den Anfang machten die Frauenbiburgerinnen bei der Frankfurter Eintracht, wohin man bereits am Vortag anreiste und die Nacht in der Sportschule Hessen verbrachte. Hier feierten die Kickerinnen um Spielführerin Antonia Johann auch gleich ihren ersten Bundesligasieg (3:0), der zudem absolut verdient war und auch höher hätte ausfallen können. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Saison zeichneten sich die direkten Konkurrenten um den Ligaerhalt ab, weshalb der "Dreier" beim punktlosen Tabellenschlusslicht aus Würzburg (3:0) enorm wichtig war, um den Abstand auf die Abstiegsplätze auszubauen. Einziger Wermutstropfen bleibt die unnötige Heimspielniederlage gegen den SV Alberweiler (1:2). Den Topfavoriten begegnete man phasenweise auf Augenhöhe oder war gar besser, was die zum Teil deutlichen Niederlagen nur bedingt widerspiegeln. Eine kleine Vorentscheidung gelang den SV-Mädels in der zweiten Rückrundenpartie, die zugleich das letzte Spiel in diesem Kalenderjahr markierte, gegen die Eintracht aus Frankfurt. In einem packenden und kampfbetonten Spiel behielten Harbich, Wagenhuber, Wiesmeier & Co. mit 4:2 die Oberhand und bauten so den Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf stattliche acht Zähler aus. Im SV-Lager ist man daher mit dem Fußballjahr 2012 mehr als zufrieden. Mit neun Punkten haben sich die Bader-Mädels im Abstiegskampf gegen die Teams aus Frankfurt (1 Punkt) und Würzburg (0 Punkte) eine gute Ausgangsposition für die Frühjahrsrunde geschaffen und zudem Tuchfühlung zum Tabellensiebten aus Alberweiler (11 Punkte) gehalten.

Wenn die SV-Mädels an die gezeigten Leistungen der Vorrunde anknüpfen können, ist für Frauenbiburg die Verlängerung des Kapitels Bundesliga machbar.

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