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Artikel vom 08. Januar 2013 06:02, 774 mal gelesen

Straubing Tigers

"Start ins neue Jahr anders vorgestellt"

Autor: mir
Mit einem 5:3-Heimsieg gegen Hamburg schnappten sich die Tigers wieder Platz zehn (Fotos: Schindler).

Mit einem 5:3-Heimsieg gegen Hamburg schnappten sich die Tigers wieder Platz zehn (Fotos: Schindler).

"Wir haben mal wieder kein Tor geschossen. Wir haben mal wieder einen Gegner, der am Boden lag, absolut aufgebaut. Und wir haben es wieder einmal nicht geschafft, nach dem guten Spiel zwei Tage zuvor auswärts nachzulegen." Die Analyse von Tigers-Kapitän Sandro Schönberger nach der Niederlage am Sonntag in Iserlohn fiel ernüchternd aus. Bei Straubing geht es rauf und runter, die viel zitierte Achterbahnfahrt nimmt kein Ende. Eine knappe Niederlage gegen Augsburg kurz vor Schluss, dann am Freitag gegen das Spitzenteam aus Hamburg ein verdienter Sieg und zwei Tage später wieder eine sang- und klanglose Niederlage in Iserlohn. Das sind nur die letzten drei Spiele.

Das Team von Dan Ratushny tritt auf der Stelle und sucht auch nach 35 Spieltagen immer noch nach Konstanz. Durch die Niederlage gegen die Roosters hat man Platz zehn wieder verloren. "In der Tabelle ist alles sehr eng. Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir gegen vordere oder hintere Teams spielen. Wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen", fordert daher René Kramer. Doch blickt man auf die bisherigen Ergebnisse, so macht es sehr wohl einen Unterschied, ob man gegen Mannschaften vor oder hinter Straubing spielt. Gegen Hamburg, Berlin und Ingolstadt gewannen die Tigers zwei der drei Duelle, gegen Krefeld gar beide. Bei den Teams in der unteren Tabellenhälfte sieht es dagegen mager aus: Gegen Düsseldorf, Iserlohn und München verlor man zwei der drei Partien, gegen Augsburg sogar alle drei.

Woran diese Diskrepanz genau liegt, vermag niemand in Straubing zu sagen. Schon öfter war von "Zufall" die Rede. Daher stellte sich zuletzt mehr und mehr die Frage nach der Motivation und Einsatzbereitschaft einiger Tigers-Spieler. Kapitän Sandro Schönberger widerspricht dem allerdings vehement: "Es hat nichts mit Einstellung zu tun, ob man gegen den Tabellenführer oder den Tabellenletzten spielt. Es war auch schon in den Jahren zuvor unser Problem, dass wir gegen hintere Teams nicht genügend gepunktet haben. Aber in dieser Saison ist es halt extrem. Die Einstellung im Team stimmt zu 100 Prozent. Unser großes Ziel sind die Playoffs, die wollen wir erreichen."

Bilder vom Spiel Straubing Tigers - Hamburg Freezers (27 Einträge)

 

Dafür ist aber endlich eine konstante Leistung nötig. Denn dass es die Tigers können, zeigten sie unter anderem am Freitag im Heimspiel gegen starke Hamburg Freezers. "Im ersten Drittel war Hamburg richtig gut, aber wir haben die Tore zur richtigen Zeit gemacht. Es war ein gutes Spiel für uns. Wir haben schon öfter in dieser Saison gezeigt, dass wir mit allen mithalten können", freute sich Daniel Sparre direkt nach dem Sieg. Doch nur zwei Tage später in Iserlohn war von all dem wieder nichts mehr zu spüren. Bereits zum fünften Mal in dieser Saison konnte man nach einem Sieg am Freitag zwei Tage später nicht nachlegen. "Wir haben vor dem Spiel in der Kabine nochmal darüber geredet, dass wir unbedingt gewinnen wollen, weil die Punkte im Hinblick auf die Tabelle sehr wichtig sind", so Schönberger, der nach der Partie dann aber zähneknirschend feststellen musste: "Es hat heute wirklich gar nichts geklappt und wir haben sehr schlecht gespielt."

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Nun heißt es also auf die Zähne beißen und in den verbleibenden 17 Partien rausholen, was geht, um am Ende unter die ersten Zehn zu kommen. "Wir wissen, dass wir jetzt punkten müssen. Diesen Druck haben wir und diesen Druck haben wir uns auch selbst gemacht", sagt Schönberger und ergänzt: "Jeder im Team kann viel besser spielen. Wir müssen uns jetzt selbst an die Nase fassen." Einer, der in den letzten Wochen deutlich aufsteigende Form zeigte, ist René Kramer. "Es ist immer schwer, wenn man neu in einem Team ist. Man muss die richtige Mischung finden aus nicht zu viel machen und defensiv sicher stehen", sagt der Verteidiger, an dem die Kritik an seiner Person gerade in den ersten Saisonwochen nicht spurlos vorbeiging: "Ich habe die Diskussionen um mich schon am Rande mitbekommen. Aber man kann als Eishockeyspieler nicht solche negativen Sachen an sich ranlassen. Man muss sich davon abschotten."

Den Kopf in den Sand zu stecken ist ohnehin keine Lösung, zumal die Tigers in der Abwehr zuletzt auch noch knapp besetzt waren. Zwar konnte Florian Ondruschka nach seiner Handverletzung am Wochenende wieder auflaufen und auch Andy Canzanello wird nach überstandener Grippe und Ablauf seiner Sperre am kommenden Sonntag zurückkehren, weiterhin verzichten muss man aber auf Alexander Dotzler. Nach einer verschleppten Grippe haben die Ärzte Angst, dass es sich aufs Herz schlagen könnte. Seine Blutwerte sind nicht in Ordnung und so muss er weiterhin pausieren.

Zu allem Überfluss verletzte sich am Sonntag dann auch noch Daniel Sparre schwer und sorgte für einen echten Schockmoment. Nach einem Check gegen ihn sauste der Stürmer mit dem Kopf voran in die Bande. Die niederschmetternde Diagnose nach eingehenden Untersuchungen im Straubinger Klinikum: ein Bruch an der Halswirbelsäule und mindestens sechs bis acht Wochen Pause. "Das ist wirklich schlimm für ihn und das Team, weil seine Reihe mit Blaine Down und Tyler Beechey zuletzt sehr gut funktioniert hat?, so Schönberger bestürzt. "Trotzdem ist es Glück im Unglück, glaube ich, denn das sah auf dem Eis echt schrecklich aus." Da Iserlohns Simon Fischhaber für diese Attacke lediglich mit einer Spieldauerstrafe belegt wurde, beantragten die Tigers am Montag bei der DEL ein Ermittlungsverfahren, das zu einer nachträglichen Sperre führen könnte. Sparre selbst gab via Facebook ein Lebenszeichen von sich. "Den Start ins neue Jahr habe ich mir anders vorgestellt?, schrieb er auf seiner Seite. Dem ist nichts hinzuzufügen"

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