"Schauen Sie nicht weg"


Busfahrer erleben täglich gefährliche Situationen an Haltestellen vor Schulen


 

Will zur Sicherheit an Schulbushaltestellen beitragen: Busunternehmer und -fahrer Hans Wiesheu (Foto: ka)

Moosburg. Vor vier Jahren wurde der Alptraum aller Busfahrer Wirklichkeit für ihn: Hans Wiesheu hatte einen Schulbusunfall. Ein Bub wurde im Einsteigegedränge geschubst und geriet mit den Zehenspitzen unter ein Rad. "60 Schüler sind eingestiegen und keiner hat ein Wort gesagt. Erst beim Blick in den Rückspiegel habe ich gemerkt, dass da was nicht stimmt." Der Busunternehmer mit 25-jähriger Fahrpraxis kann bis heute nicht fassen, was da passiert ist. Und weil die gefährlichen Situationen an den Schulbus-Haltestellen seither nicht weniger geworden sind, richtet er einen dringenden Appell an Eltern und Bevölkerung: "Schauen Sie nicht weg."


Hans Wiesheu und seine Kollegen sind allmorgend- und mittäglich an den Schulen in den Landkreisen Freising und Erding unterwegs, und was sie da an den Haltestellen erleben, lässt ihnen oftmals die Haare zu Berge stehen. Da wird gedrängelt und geschubst, Kinder laufen schon mit dem noch rollenden Bus mit, um nur ja als erste einsteigen zu können. "Wir alle haben ein mulmiges Bauchgefühl beim Anrollen in die Bushaltestellen, wo sich eine Schar unvernünftiger Schüler an den Bus drängelt, und zwar mit so großem Druck, dass nicht mal mehr die Türen nach außen geöffnet werden können", sagt Cilli Simon, eine Mitarbeiterin Wiesheus.


Seit 2006 bemühe sie sich immer und immer wieder, durch persönliche Gespräche mit den Kindern, durch Telefonate und schriftliche Korrespondenz mit Polizei, Schulleitern, Regierung und Kultusministerium darum, dass endlich jemand etwas unternimmt. Simon: "Die Antworten sind alle ähnlich: Danke für Ihre Information. Wir kennen das Problem. Leider sind wir dafür nicht zuständig." Deshalb hat sie sich schließlich an den Bayerischen Rundfunk gewandt, damit die Öffentlichkeit via Fernsehen auf das Gefahrenpotenzial aufmerksam gemacht wird.


Die Abendschau hat daraufhin an der Moosburger Realschule gedreht. Simon und Wiesheu sind sich einig: "Es ging hier keinesfalls um das Ansehen oder den Ruf einer bestimmten Schule und deren Schüler, sondern ausschließlich um das Wohl der Kinder. Die benehmen sich nämlich seit Jahren überall so unvernünftig, dass sie sich Tag für Tag in akute Unfallgefahr bringen."


Mehr dazu in der Moosburger Zeitung vom 23. Faebruar!

Ortsinformation:  Deutschland > Moosburg an der Isar


Leser-Kommentare (1)

spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.
Karl-Heinz | 23.02.2012 11:05 |  26 Bewertungen

Rücksichtslosigkeit Problem der Zeit

Das ist aber auch ein Problem der Zeit, denn wie heißt ein altes Sprichwort, "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" und ist es eine Tatsache, dass Kindern heute nicht abgeboten wird, dass diese zurecht gewiesen werden, miteinander sorgsamer, mit fremden Eigentum sorgsam und rücksichtsvoll umzugehen. Mischt man sich ein, dann wird man als "Grantler" "Besserwisser" abgetan. Die Eltern mischen sich dann auch noch ein und erklären, was geht es einem Fremden an wie die ihre Kinder erziehen und wann diesen abzubieten ist. Wie sollen aber Kinder etwas lernen und rücksichtsvoll umgehen, wenn sie zuhause alles dürfen.
Da sind die Eltern schon mitschuld, wenn Unfälle aus Rücksichtslosigkeit und Egoismus passieren.
Und gerade deshalb weil man von den Eltern dann auch noch angegriffen wird, schaut man dann lieber weg, denn man will sich ja keinen Ärger eine Feindschaft einhandeln.

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