Artikel vom 20. January 2013 12:22, 1139 mal gelesen
Straubing - Abstimmung
Gegen Holi-Festival und Autorennen entschieden
Autor: chg
Bilder wie hier in Regensburg wird es bald in Deggendorf geben. Foto: Theresa Bergbauer
Gleich zwei potenziellen Großveranstaltungen hat der Ordnungsausschuss am Donnerstag die Durchführung am Hagen verwehrt. Zweimal reichten die Stimmen von Stadträten aus den Reihen der SPD nicht, auch nicht mit Unterstützung der Freien Wähler: weder für ein Holi-Festival noch für eine Motorsportveranstaltung des MSC. Bereits durchgeführten Veranstaltungen wie dem Beach Soccer Turnier der Jungen Union oder dem Frühlingsfest wurde einstimmig grünes Licht erteilt.
Im Rahmen der Ausstellung "Auto 2013" wollte der Verein eine Rallye ausrichten. Am Samstag, 16. März, sollten qualifizierte Fahrer mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h über Westtangente und Hagen fahren. Um das Unfallrisiko zu minimieren, sollten sich immer nur zwei Fahrer in sicherem Abstand zueinander auf der Strecke befinden. Der Veranstalter habe bei einem Ortstermin zugesichert, alle Auflagen der Stadt zu erfüllen. Trotzdem äußerte die Stadtverwaltung Bedenken, hinsichtlich möglicher Beschädigungen, der eingeschränkten Parkplatzsituation sowie einer Signalwirkung an potenzielle Nachahmer. "Wenn der Zirkus kommt, braucht der auch Platz. Und für Beschädigungen von Stromkästen und Laternen muss der Veranstalter doch eine Versicherung haben", entkräftete Stadtrat Peter Euler zwei der angeführten Argumente.
Autorennen birgt Signalwirkung für Raser
Außerdem strafe man mit einer Verhinderung den Verein, der eine Attraktion für seine Mitglieder schaffen möchte. Der MSC könne aber nichts dafür, wenn irgendwer meint, er müsse "so einen Krampf machen". Damit meinte Euler illegale Straßenrennen, wie sie laut Stadtverwaltung sowohl am Hagen als auch auf der Ittlinger Straße schon stattgefunden haben. Bürgermeisterin Maria Stelzl lobte zwar den MSC als verlässlichen Partner, warnte aber weiter vor Nachahmungsversuchen: "Diese Form der Belebung sorgt bei mir für Widerstand."
Stadtrat Peter Mittermeier stimmte ihr zu, mit dem Verweis auf das Vereinsziel des MSC, nämlich die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dazu trage das Autorennen nicht bei. Von einer Veranstaltung schlechten Vorbildes sprach Ausschuss-Berater Johann Meindorfer als Vertreter von Bund Naturschutz und Verkehrsclub Deutschland. Abschließend appellierte Stadtrat Fritz Geisperger an die Ausschussmitglieder, den Menschen mehr Freiheit zu gewähren und nicht alles gleich zu verbieten. Mit 8:3 Stimmen wurde die Motorsportveranstaltung abgelehnt, woraufhin die rund 15 öffentlichen Gäste der Sitzung den Rücken kehrten.
Rote Karte für farbenfrohes Holi-Festival
Aus Indien schwappt seit geraumer Zeit der Trend der Holi-Festivals nach Europa. Dabei feiern die Besucher ausgelassen unter freiem Himmel und bewerfen sich zu Musik tanzend mit Farbpulver. Mit 1 500 bis 3 000 Besuchern hatte der Veranstalter für Samstag, 8. Juni, in Straubing kalkuliert. Die anschließende Reinigung des Festivalgeländes stelle kein Problem dar, ebenso sei das Farbpulver laut Veranstalter gesundheitsunbedenklich. Trotzdem bat die Stadtverwaltung um Ablehnung des Antrages, da man nichts Genaueres über das Pulver wisse. Geisperger nannte diese Argumentation halbseiden. "Diese Bedenkenträgerei tut der Stadt nicht gut", sagte er und prognostizierte, dass Straubing im Vergleich mit anderen Städten irgendwann abgehängt werde.
Anstatt alles lieber erstmal abzulehnen, solle sich die Verwaltung vor einer Entscheidung besser über das Thema informieren. Er bat um Mut und Vertrauen, sich auf etwas Neues einzulassen. "Und wenn es gelingt, haben wir etwas, das andere nicht haben." Nun trat Referatsleiterin Dr. Rosa Strohmeier in die Diskussion ein und führte das Lärmschutz-Emissionsgesetz als weiteres, bislang nicht gehörtes Argument gegen ein Holi-Festival ins Feld: "Wir müssen aufpassen, denn wir dürfen nur an einer gewissen Anzahl von Tagen pro Jahr dagegen verstoßen."
Neben Geisperger und Euler stimmten SPD-Stadtrat Friedrich Keller sowie Michele Gianfrancesco von den Freien Wählern für das Farb-Festival. Bei sechs Gegenstimmen wurde die Durchführung schließlich verweigert.
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