Artikel vom 18. January 2013 18:58, 98 mal gelesen
Landshut
Unfallatlas: Kinder auf Landkreisstraßen sicherer
Polizei begründet mehr Verletzte in der Stadt mit größerem Verkehrsaufkommen
Autor: Alexandra Beck
Auf dem Rad ist der Schulweg besonders riskant. Zu Fuß gehen oder Busfahren ist sicherer - besonders in der Stadt Landshut. (Foto: dpa)
Im zweiten Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen schneidet die Stadt Landshut schlechter als der Landkreis ab. Mit 3,71 verletzten von 1000 Kindern in der Stadt liegt Landshut bundesweit auf Platz 386. Der Landkreis mit 2,08 verletzten Kindern auf Platz 65. Besonders gefährdet sind laut der Erhebung Kinder als Radfahrer und Mitfahrer im Auto. Die Polizei begründet die schlechte Platzierung der Stadt mit den topografischen und strukturellen Besonderheiten mittelgroßer Städte und einem dadurch großen Verkehrsaufkommen.
Die Stadt Landshut vereine als Oberzentrum eine Vielzahl an Schulen wie Gymnasien, Real- und Berufsschulen. "Zu den Stoßzeiten herrscht in der Stadt ein hohes Verkehrsaufkommen. Eltern bringen ihre Kinder zur Schule, Schüler gehen und fahren mit dem Rad zur Schule. Pendler fahren zu ihrem Arbeitsplatz oder in die Berufsschule", sagt Ulrich Deser, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Landshut.
Ein hohes Verkehrsaufkommen bringe zwangsläufig auch mehr Unfälle mit sich. Zudem führten mit der B 11, der B 15 und der B 299 drei Bundesstraßen durch die Stadt und sorgten für einen regen Durchgangsverkehr. "Die bessere Platzierung des Landkreises ergibt sich auch aus einem geringeren Verkehrsaufkommen auf dem Land." Deshalb stünden Städte wie Regen und Landkreise wie Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau und Rottal-Inn auch vor Stadt und Landkreis Landshut.
Schlechter als Stadt und Landkreis Landshut schneiden die Stadt Straubing und der Landkreis Straubing-Bogen mit Platz 389 und Platz 106 ab. "In Straubing ist die Situation ähnlich wie in Landshut, dass sich viele Schulen an einem Ort konzentrieren und die Schüler, um dorthin zu kommen, weite Wege zurücklegen müssen", sagt Deser.
Der Kinderunfallatlas bewertet eine Zeitspanne von vier Jahren und unterteilt seine Statistiken in die Bereiche Kinder als Fußgänger, Fahrradfahrer und als Mitfahrer im Auto. Generell sieht der Bericht Kinder als Radfahrer stärker gefährdet als als Fußgänger. Eine Antwort, warum das so ist, sieht Axel Arnold, Pressesprecher des ADAC Südbayern, in der höheren Geschwindigkeit, die ein Radfahrer gegenüber einem Fußgänger hat. Diese erhöhe die Verletzungsgefahr. Laut Deser sollten Kinder erst ab zehn Jahren allein mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Denn erst ab diesem Alter hätten sie die richtige Verkehrswahrnehmung entwickelt. "Deshalb finden in der vierten Klasse auch die Jugendverkehrsschule und die Fahrradprüfung statt."
Besser Busfahren
Eltern von Grundschülern sollten ihre Kinder lieber mit dem Bus zur Schule schicken. "In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahn oder Bus sind Schüler besser vor Unfällen geschützt, als wenn sie ihren Schulweg zu Fuß, im Auto der Eltern oder mit dem Fahrrad zurückzulegen", sagt Deser. Trotzdem würden viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. "Vermutlich ist es für die Schüler komfortabler, von der Garage direkt vor die Schule gefahren zu werden", sagt Susanne Franck, Pressesprecherin der Stadtwerke Landshut, zu denen die Verkehrsbetriebe mit den Stadt- und Schulbussen gehören.
Kommentare zum Artikel