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Artikel vom 17. January 2013 19:24, 182 mal gelesen

Bad Kötzting

Planetenweg wird im Sommer eröffnet

Autor: hi
Zu Fuß durch unser Sonnensystem: Der Planetenweg vom Kurpark zur Fundamentalstation Wettzell soll in diesem Sommer eröffnet werden. "Auf der rund 3,5 Kilometer langen Strecke entlang des Wanderwegs K 2 wird unser Sonnensystem mit den Planeten maßstabsgerecht dargestellt. So gewinnt der Wanderweg zusätzlich an Attraktivität und die Besucher erhalten viele interessante Informationen", sagt Dr. Wolfgang Schlüter von der Arbeitsgruppe des Fördervereins Geodätisches Informationszentrum (GIZ), die das Projekt mit viel Energie und Einsatz vorantreibt.

Die Sonne als Kugel mit einer Größe von 1,10 Metern, platziert auf einem Erdhügel im Kurpark, mit Weißenregen im Hintergrund: Das ist der Startpunkt des Planetenweges. Für jeden Planeten ist eine 1,75 Meter hohe Granitstele vorgesehen, die auf beiden Seiten Erläuterungen bietet. So erhält der Besucher auf großen Tafeln alle wichtigen Informationen, ein Halbrelief aus Metall ist zum Greifen vorhanden und hinter bruchsicherem Glas zeigt ein sogenannter 3D-Lentikulardruck ein räumliches Bild des jeweiligen Himmelskörpers. "Die Infotafeln und Bilder werden in Vertiefungen in den Stelen eingelassen sein", sagt Dr. Wolfgang Schlüter. "Und die Stelen bestehen aus Granit und Glas, also aus Materialien aus unserer Region." Die Stelen werden in Betonfundamente verankert. Stahlringe mit 1,10 Meter Durchmesser, die die Stelen am Boden umschließen, zeigen damit wiederum den Sonnenmaßstab.

Die sonnennahen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars werden im Kurpark entlang des Radwegs platziert. "Die Stadt unterstützt uns hier und wird die Umgriffe der Standorte von Sträuchern und Büschen befreien", sagt Franz Plötz, der ebenfalls der Arbeitsgruppe angehört. Die Stelen für die weiter entfernten Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun befinden sich entlang des Wanderweges K2 vom Ludwigsberg bis nach Sackenried.

Kleinplanet "Wettzell" im Lindner-Biergarten


Eine Besonderheit ist der Kleinplanet "Wettzell". Dieser wurde 1999 von Amateurastronomen der befreundeten Sternwarte Heppenheim entdeckt. Der Entdecker gab dem Asteroiden aus Verbundenheit mit dem Observatorium den Namen "Wettzell". Der Kleinplanet bewegt sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter - und nach dem Maßstab des Planetenwegs liegt er genau im Bereich des Lindner-Biergartens. Sozusagen als Gruß an die Heppenheimer Freunde werden dort zwei Stelen als Biertische errichtet, die natürlich auch jede Menge Information über den Kleinplaneten "Wettzell" bieten.

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An allen Stellen sind neben antiken astronomischen Symbolen moderne QR-Codes zu finden. Mit einem Smartphone kann dieser Code erfasst werden. Es wird eine Internetseite aufgerufen, über die weitere Einzelheiten zu den Planeten abgefragt werden können. "Wir wollen hier mit Schulen zusammenarbeiten. Ziel ist es, astronomisch interessierte Arbeitsgemeinschaften zu gewinnen, die dann vielleicht eigene Internetseiten mit direktem Bezug zu dem Planetenweg einrichten", sagt Paul Winterstetter von der Projektgruppe.

Förderverein auf der Suche nach Sponsoren

Das Konzept ist bereits mit der Stadt abgesprochen. Die Stadt ist im Besitz der meisten Grundstücke, auf denen die Stelen gebaut werden sollen. Und auch die anderen Grundstückseigentümer haben ihre Zustimmung signalisiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 35 000 bis 40 000 Euro. "Wir legen Wert auf die Verwendung von hochwertigen Materialien wie Granit und Glas. Damit wollen wir eine Langlebigkeit des Stelen gewährleisten und gleichzeitig Vandalismus erschweren", so Wolfgang Schlüter gegenüber unserer Zeitung. Der Verein kann einen Teil der Kosten selbst tragen, ist aber auch auf Sponsoren angewiesen. Jeder Förderer wird auf einer Tafel im Bereich der Sonne genannt, ebenso auf Faltblättern, die zur allgemeinen Erklärung ausliegen und veröffentlicht werden. "Wir bieten Sponsoren auch an, für rund 3 000 Euro eine ganze Stele zu übernehmen, in diesem Fall wird dann direkt an der Stele ein Sponsorenhinweis angebracht."

Zum weiteren Zeitplan: Sobald die Finanzierung endgültig gesichert ist, wird der Verein die Aufträge zum Bau der Stelen und der Glaskomponenten vergeben. Der Förderverein arbeitet hier vor allem mit Firmen aus der Region zusammen. Rund drei Monate dauert die Lieferzeit. Läuft alles nach Plan, könnte der Bad Kötztinger Planetenweg bereits im Juli eröffnet werden.

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