Artikel vom 09. January 2013 16:33, 125 mal gelesen
Großer Arber
Mit langen Röcken und Einstocktechnik
Die Ursprünge des Skisports in der Region – Holzskier als Fortbewegungsmittel
Autor: mf
Skilehrer Franz Herrnberger kennt sich gut in der Skigeschichte des Bayerischen Waldes aus, die bis in die Anfänge des letzten Jahrhunderts zurückreicht. Zunächst waren es Jäger, Förster und Holzarbeiter, die die Vorteile dieser neuen winterlichen Fortbewegungsart in unwegsamen, tief verschneiten Wäldern erkannten. Solche Skipioniere waren der Rabensteiner Förster Vill, der im Winter 1891/92 die erste Arberbesteigung mit Skiern unternahm, oder Forstmeister Altendorfer aus Mauth, der im Dreisesselgebiet unterwegs war, weiß der Betreiber der Skischule auf dem Brennes von diesen ersten Gehversuchen auf den Holzskiern, für die er selbst schon immer ein Faible hatte. Darum sammelte er auch das alte Fotomaterial von den Vorgängern seiner "Zunft".
Die markantesten Schnappschüsse hat Franz Herrnberger in seiner gemütlichen Skialm aufgehängt. Da der Betreiber selbst moderne Skiausrüstung verleiht, erkundigen sich öfters Gäste mit einem Fingerzeig auf die alten Aufnahmen über die Ursprünge des Skisports in der Region.Der Skilehrer, der, wie er selbst sagt, ein Spätberufener ist, erzählt dann die alten Geschichten, die er bei seinen Recherchen zu den Fotos erfahren hat. Trotz der anfänglichen Skepsis hat sich seiner Zeit die neue "Errungenschaft" durchgesetzt. Eine erfolgreiche "Saat" ging in Sankt Englmar auf, wo die Begeisterung schon 1902 vor allem bei der Jugend so groß war, dass ein erstes Skirennen am damals noch baumlosen Predigtstuhl ausgerichtet wurde. Mit den heutigen Einzelstarts hatten diese Debütveranstaltungen nichts zu tun. Vielmehr stellten sich die Teilnehmer vor dem "Auf die Plätze, fertig, los ..." hinter einer Linie auf. Mit einem Böllerschuss erfolgte das Startzeichen. Der Pulk junger Rennläufer stürzte sich förmlich in die Talfahrt. Es gab damals noch keine Doppelstöcke, sondern einen langen Skistock. Stürze waren der Normalfall und der letzte kam oft erst viel später ins Ziel.
Nach diesen Anfängen mutierte das Skifahren zur beliebten Freizeitbeschäftigung, deren Aufwärtstrend nicht mehr aufzuhalten war. 1905 arrangierte Zwiesel das erste Skirennen. "Am 4. November 1905 wurde in München beim Augustinerbräu der Deutsche und Österreichische Skiverband gegründet", weiß Herrnberger von solch weitreichenden Entscheidungen. Fortan schlug vielen Wintersportvereinen die Geburtsstunde. Straubing zog 1912 und 1913 die Aufmerksamkeit mit Großveranstaltungen auf sich. Die ersten Sprungschanzen entstanden im Bayerwald in Lam und in Ludwigsthal. "Ab Januar 1903 verkehrte ein Wintersportzug von Regensburg nach Bayerisch Eisenstein. Ab Straubing wurde noch ein Tanzwagen angekoppelt", erzählt Herrnberger von der rasanten Entwicklung. Ab 1937 pendelte die Postlinie von Bayerisch Eisenstein über den Brennes nach Lam. Die Chamer Hütte gründeten Rupp und Wolf Gebhardt.
Mehr in der Donnerstagsausgabe der Kötztinger Zeitung.
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