Artikel vom 17. January 2013 08:21, 238 mal gelesen
Straubing
Derzeit vier Interessenten für das Hochhaus
Städtische Wohnungsbau steigt in Verkaufsverhandlungen um Pfauenstraße 14 ein
Autor: Anna Rieser
Die Verkaufsverhandlungen für das sanierungsbedürftige Hochhaus an der Pfauenstraße sind in vollem Gang.
Vier Kaufinteressenten gibt es derzeit für das Hochhaus Pfauenstraße 14. Das teilte die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG), die Noch-Besitzerin der dringend sanierungsbedürftigen Wohnanlage, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Laut WBG-Geschäftsführer Günther Krailinger haben schon erste Gespräche und Besichtigungen stattgefunden. Der Verkauf des Gebäudes, der am 19. Dezember vom Stadtrat beschlossen worden ist, soll "so schnell wie möglich" abgewickelt werden. Die rund 100 Mieter bräuchten vor dem Verkauf keine Angst zu haben, verspricht Krailinger: "Wir kümmern uns."
Noch hält sich Krailinger äußerst bedeckt, was die weitere Vorgehensweise in Sachen Pfauenstraße 14 betrifft: "Wir sind mitten in den Verhandlungen und wissen noch nicht, wo der Zug hingeht", wirbt er um Verständnis für den kargen Informationsfluss aus der WBG. Ein paar Informationen gibt er dann aber doch preis.
Vier Interessenten haben sich für das fast 50 Jahre alte Gebäude bislang gemeldet - ohne dass das Gebäude inseriert worden wäre, nur aufgrund der öffentlichen Diskussion über den geplanten Verkauf. Sie alle hätten "regionalen Charakter", sagt Krailinger, "keiner kommt von ganz weit her". Mit allen seien erste Gespräche geführt worden, auch Besichtigungen habe es schon gegeben, "teilweise schon zwei-, dreimal". Krailinger spricht von "ernsthaftem Interesse bei dem einen oder anderen".
Entscheidendes Kriterium beim Verkauf wird der Preis sein. Laut Krailinger gibt es ein Wertermittlungsgutachten, das als Basis für die Verkaufsgespräche dient, über dessen Höhe er aber keine Angaben macht. Nicht uninteressant für die Verkaufsentscheidung dürfte aber auch sein, wie sich die Kaufwilligen die Zukunft des Gebäudes vorstellen. Wer das Hochhaus sanieren will und weiterhin Mietwohnungen anbietet, könnte beispielsweise punkten. Ebenso derjenige, der ein Konzept umsetzt, das aufgrund eines Wettbewerbs für das Hochhaus vorgesehen war und das das Abtragen von einigen Stockwerken und die Finanzierung über eine Reihe von Eigentumswohnungen vorsah.
Dass das Gebäude nach einem Verkauf womöglich nicht saniert wird und im alten Zustand bleibt oder dass es vielleicht ganz abgerissen wird, will Krailinger zwar nicht völlig ausschließen. Für wahrscheinlich hält er diese Szenarien nach derzeitigem Stand aber nicht.
Die letztendliche Entscheidung über den Verkauf trifft der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft mit OB Markus Pannermayr an der Spitze. Möglicherweise noch im ersten Quartal dieses Jahres, denn der Verkauf des Hochhauses soll "so schnell wie möglich" über die Bühne gehen, sagt Krailinger. Bei mehreren Interessenten werde dann das höchste Gebot entscheiden.
"Kein Mieter muss Angst vor einem Verkauf haben"
Mit den etwa 100 Mietern des Hochhauses sei bislang wegen des bevorstehenden Verkaufes noch kein Kontakt aufgenommen worden, erklärt Krailinger. Schließlich wisse man erst dann, wenn der Verkauf besiegelt ist, welche Folgen das für die Mieter habe.
"Ein Verkauf", so Krailinger, "heißt nicht automatisch, dass alle Mieter raus müssen." So könnte beispielsweise der neue Eigentümer "strangweise" sanieren, das heißt erst die linke Seite des Hochhauses, dann die rechte, erklärt er. Die Mieter könnten derweil innerhalb des Gebäudes in andere Wohnungen umziehen. Und sollte tatsächlich ein Auszug notwendig sein, und sei es nur ein vorübergehender, so werde im übrigen Bestand der Wohnungsbaugesellschaft nach passenden Räumen gesucht. Kein Mieter der Pfauenstraße 14 müsse Angst vor dem Verkauf haben, versichert der WBG-Geschäftsführer und verspricht: "Wir werden unserem sozialen Anspruch gerecht werden. Wir kümmern uns."
Das Hochhaus Pfauenstraße 14, das im Besitz der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft ist, wurde 1965 gebaut. 149 Ein-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 29 und 39 Quadratmetern sind vorhanden. Ein Drittel davon steht leer. Die Sanierungskosten für das Gebäude wurden auf über sechs Millionen Euro veranschlagt.
Der Stadtrat entschied am 19. Dezember mit 26 Stimmen von CSU, FWG und ÖDP, das Gebäude zu verkaufen. Zwölf Stadträte von SPD und Grünen stimmten gegen den Verkauf.
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