Artikel vom 21. January 2013 08:12, 63 mal gelesen
Große CSU-Runde: Kreisvorsitzender Josef Zellmeier, Landtagskandidat Hans Ritt, Bundestagskandidat Alois Rainer, Bürgermeisterin Barbara Unger, Gerda Hasselfeldt, Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Ehrenkreisvorsitzender Ernst Hinsken (von links). (Foto: Dorothea Wolf)
Wo steht Deutschland im Jahr 2013, wo steht Bayern? Deutschland geht es gut, sagt Gerda Hasselfeldt, Bayern noch besser. Vieles sei gut im Lande, aber nicht alles, vor allem nicht auf dem Felde der sozialen Gerechtigkeit, ist die vernehmliche Botschaft der CSU-Landesgruppenchefin im Bundestag. Und: "Es muss gerecht zugehen", streut sie öfter ein beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes Straubing-Bogen am Samstag in Mallersdorf-Pfaffenberg.
Im dortigen Mehrgenerationenhaus, dem neuen Veranstaltungszentrum des Marktes - die ehemalige, umgebaute und aufteilbare Fabrikhalle bietet bis zu 800 Personen Platz - entwickelt Hasselfeldt vor 250 geladenen CSU-Gästen das Modell einer sozial verfassten modernen Zivilgesellschaft: Schwerpunkt auf dem S im Parteinamen - Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Solidität im staatlichen Handeln und Wirtschaften wie im privaten und im zivilen Umgang.
Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zur verantwortungsbereiten Zivilgesellschaft. Insofern ist die besondere Würdigung des Ehrenamtes für Gerda Hasselfeldt ein hörbares Anliegen. So dankt sie den vielen ehrenamtlich Tätigen im Lande, "jenen, die mehr tun als ihre Pflicht". "Die Bayern lieben ihr Land", sagt Gerda Hasselfeldt weiter im Hinblick auf eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des Bayerischen Rundfunks, "und sie tun auch viel für ihr Land".
Warum es gerecht zugehen muss in diesem Land
"Es muss gerecht zugehen", ist die eindringlichste und mehrmals wiederholte Botschaft der ehemaligen Bundestagsvizepräsidentin. Es ist sehr still während der Rede, gelegentlich unterbrochen von spontanem Beifall - immer ein Zeichen dafür, dass die Zuhörer konzentriert folgen. Es lohnt sich auch, hinzuhören, was die aus Haibach stammende Gastwirtstochter und Schwester des dortigen Bürgermeisters Alois Rainer zu sagen hat.
Beispiel Wirtschaft: Alle Menschen müssen davon profitieren, Wirtschafts- und Sozialpolitik müssten sich ergänzen. Niedriglöhne hält Gerda Hasselfeldt ebenso für sozial ungerecht wie die deutlich schlechtere Bezahlung von Zeitarbeitern oder die ansteigende Flut kurzfristiger und unsicherer Zeitverträge. Der Mensch müsse von seiner Arbeit existieren können. "Es muss gerecht zugehen."
Nachdenkliche Töne: Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. (Foto: Dorothea Wolf)
Insbesondere junge Menschen müssten ihre Chancen haben, damit sie auch Familien gründen könnten. Insofern gebe es eine klare Verknüpfung von Wirtschafts-, Sozial- und Familienpolitik. Auch das Betreuungsgeld nennt Hasselfeldt in diesem Zusammenhang. Es ermögliche jungen Eltern Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung.
"Es geht Deutschland gut, Bayern noch besser, aber dieser Wohlstand darf nicht kaputt gemacht werden", sagt Hasselfeldt eindringlich. Sie meint nicht nur den materiellen Wohlstand, sondern fast mehr noch den immateriellen, die Lebensbedingungen, die Lebensqualität, Freiheit und Solidarität in einem freien Land. Nicht kaputt gemacht werden von Politikern noch von Wirtschaftern, Gewerkschaften, Arbeitnehmern, den Bürgern. Dieser Wohlstand sei die Leistung aller Menschen.
Gerechtigkeit auch über die Landesgrenzen hinaus
Soziale Gerechtigkeit und Solidarität auch über die Landesgrenzen hinaus. Die deutsche Solidarität mit den Euro-Krisenländern gelte, aber sie gelte nicht unbegrenzt, sie gelte für Griechenland und andere nur unter klaren Bedingungen, die eingehalten werden müssten.
Beispiel EU: Die Institutionen in Brüssel und Straßburg sollen mehr Augenmerk auf sparsamen Umgang mit Steuergeldern legen und weniger auf Harmonisierung von Normen und Regeln um jeden Preis.
Beispiel ländlicher Raum: Leistungsfähiges Internet flächendeckend - ja, aber genauso wichtig die demografischen Auswirkungen politisch meistern und die medizinische Versorgung sichern.
Beispiel Energiewende: Versorgungssicherheit müsse mit Bezahlbarkeit verknüpft werden. "Es muss gerecht zugehen."
Beispiel Altersversorgung: Kindererziehungszeiten und andere soziale Verpflichtungen müssen definitiv anerkannt werden, und zwar für alle: "Es muss gerecht zugehen in diesem Lande."
Der CSU-Kreisvorsitzende Josef Zellmeier hatte sich nach ausführlicher Begrüßung insbesondere dem Freiheitsgedanken verschrieben und letztlich Bayern als einen Hort besonderer Freiheit und Sicherheit verortet. Der Ortsvorsitzende Axel Schieder konnte stolz verkünden, dass der Ortsverein Mallersdorf-Pfaffenberg der mitgliederstärkste im Landkreis sei. Das Projekt einer Umgehungsstraße für die Marktgemeinde müsse mit Nachdruck vorangetrieben werden.
Im Jahr der Wahlen - alle in die gleiche Richtung
Der Bundestagskandidat Alois Rainer dankte seinem unterlegenen Kontrahenten Ewald Seifert für den fairen Umgang miteinander im Kandidatenduell und seiner "lieben Schwester Gerda" für ihre spontane Zusage als Festrednerin. Zuguterletzt rief der Ehrenkreisvorsitzende Ernst Hinsken, den Gerda Hasselfeldt als einen der patentesten Bundestagsabgeordneten ausgiebig gelobt hatte, den Kreisverband auf, im Jahr der Wahlen am gleichen Strang zu ziehen, möglichst auch in die gleiche Richtung: "Nur gemeinsam sind wir stark."
Mit Bayernhymne, Deutschlandlied, begleitet von den Labertaler Volksmusikanten, bayerischer Brotzeit und Kaffee und Kuchen, serviert von den Landfrauen, klang der Neujahrsempfang aus.
Info
Gerda Hasselfeldt, Tochter des ehemaligen Haibacher Bundestagsabgeordneten Alois Rainer, gehört seit 1987 dem Bundestag an, war Bundesbauministerin, Bundesgesundheitsministerin, Bundestagsvizepräsidentin, ist nun Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag.
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