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Artikel vom 20. January 2013 19:28, 957 mal gelesen

Landshut

Das Schreckgespenst der Kündigung

Auflösungsverträge und Nottarif – Klinikums-Mitarbeiter bekommen Krise zu spüren

Autor: sj
Medizinisch leistungsstark, finanziell schwach - auf diese Formel lässt sich der derzeitige Zustand des Klinikums bringen. Vor allem der hohe Schuldenstand aus früheren Jahren macht dem Haus zu schaffen. Und die Berliner Gesundheitspolitik ist alles andere als hilfreich, wenn es darum geht, das kommunale Krankenhaus wieder auf solide Beine zu stellen. (Foto: Christine Vinçon)<br/><br/>

Medizinisch leistungsstark, finanziell schwach - auf diese Formel lässt sich der derzeitige Zustand des Klinikums bringen. Vor allem der hohe Schuldenstand aus früheren Jahren macht dem Haus zu schaffen. Und die Berliner Gesundheitspolitik ist alles andere als hilfreich, wenn es darum geht, das kommunale Krankenhaus wieder auf solide Beine zu stellen. (Foto: Christine Vinçon)

Ist es der Versuch, sich möglichst billig aus der Affäre zu ziehen, oder ein attraktives Angebot? Diese Frage dürften sich derzeit rund 80 Mitarbeiter des Klinikums stellen. Ihnen wurden Auflösungsverträge angeboten, die der Betriebsrat als zu niedrig brandmarkt. Hintergrund der Maßnahme: Das Klinikum steht finanziell mit dem Rücken zur Wand und versucht an mehreren Stellen zu sparen.
Deshalb soll auch ab Februar mit den Gewerkschaften über einen eigenen Tarifvertrag für das Klinikum verhandelt werden, der für die Mitarbeiter Leistungseinschnitte vorsieht. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnte es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen.

Ein Viertel des Monatslohnes pro Beschäftigungsjahr - so lautet grob die Abfindungsformel, die Klinikumsgeschäftsführer Dietmar Bönsch den rund 80 Mitarbeitern gemacht hat. Betroffen sind die Küche, die Reinigung und die hauswirtschaftliche Werkstätten. Bönschs Plan ist es, diese Bereiche an einen Dienstleister zu vergeben, der dem Klinikum günstiger käme, als eigene Mitarbeiter. Besonders für Leute, die kurz vor der Rente stehen, sei das ein attraktives Angebot, heißt es von der Geschäftsführung.

Interview mit Klinikumschef Dietmar Bönsch


Das sieht der Betriebsratsvorsitzende Achim Oberndorfer ganz anders: "Das ist viel zu wenig." Schließlich müsse die Abfindung noch versteuert werden. Würde man den Betroffenen betriebsbedingt kündigen, stünde ihnen etwa die Hälfte eines Monatslohns pro Beschäftigungsjahr zu, sagt Oberndorfer. Die Mitarbeiter könnten also im besten Fall mit einem doppelt so hohen Betrag rechnen, den sie dann bekämen. Er rate deshalb allen, die Auflösungsverträge nicht zu unterschreiben.

Die Frage ist nur, ob betriebsbedingte Kündigungen überhaupt zur Debatte stehen. Oberbürgermeister Hans Rampf, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums ist, schließt diese auf LZ-Nachfrage aus: "Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben." Eine bemerkenswerte Aussage deshalb, weil es aus Aufsichtsratskreisen heißt, dass dort genau das Gegenteil beschlossen wurde

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