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Artikel vom 26. December 2012 20:08, 358 mal gelesen

Landshut Cannibals

Kannibalen versemmeln Powerplay und gehen in Unterzahl prompt unter

Autor: nag
Liefen vor allem im zweiten Drittel häufig nur hinterher: Die Landshut Cannibals verlieren gegen Rosenheim mit 3:6. (Foto: Gerleigner)

Liefen vor allem im zweiten Drittel häufig nur hinterher: Die Landshut Cannibals verlieren gegen Rosenheim mit 3:6. (Foto: Gerleigner)

Das war nix ! Eishockey-Zweitligist Landshut Cannibals hat am Mittwochabend vor 4 512 Zuschauern im Eisstadion am Gutenbergweg das prestigeträchtige Derby gegen die Starbulls Rosenheim mit 3:6 (2:2, 1:4, 0:0) verloren. Viel Zeit zum Ärgern bleibt dem weiterhin ersatzgeschwächten Team von Coach Jiri Ehrenberger nicht: Bereits am Freitag (20 Uhr) muss die Truppe bei den Ravensburg Towerstars ran.

Satte neun Tore, mehr als zwei Drittel flottes Tempo, gesunde Härte und rassige Zweikämpfe mit insgesamt 69 Strafminuten - das war echte Werbung für den Eishockeysport. Aus Landshuter Sicht nur mit einem Schönheitsfehler: Gejubelt haben am Ende die "Bullen". Entscheidend für die unterm Strich verdiente Pleite der Rot-Weißen war eine mitunter mangelhafte Chancenverwertung im Powerplay sowie ein kollektiver Aussetzer gegen Ende des zweiten Durchgangs.

Vom Eröffnungsbully weg ging's beherzt zur Sache, beide Teams hängten sich mächtig rein und tauchten brandgefährlich in der gegnerischen Verteidigungszone auf, zum Feiern gab's aber noch nix. Die erste dicke Möglichkeit ließ dann die Herzen höher schlagen - freilich bloß die der rund 900 Schlachtenbummler im Gästeblock: Auf Zuspiel von Michael Fröhlich setzte Gregory Squires zum Solo an, schaute Kannibalen-Keeper Timo Pielmeier geschickt aus und versenkte die Hartgummischeibe zum 1:0 (5. Minute) im Netz. Von ihrem Führungstreffer angetrieben, sattelten die Oberbayern gerade 48 Sekunden später durch Fabian Zick das 2:0 drauf. Kannibalen-Trainer Jiri Ehrenberger war ob der Vorstellung seiner Truppe nicht wirklich amüsiert und nahm bereits nach knapp sechs Minuten eine Auszeit.

Die brachte zunächst wenig. Nach wie vor wirkten die Kannibalen leicht angeknockt und hatten bei einem Powerplay der Gäste Glück, dass es nicht gleich nochmal im eigenen Kasten klingelte. Nach dieser heiklen Phase kam der amtierende Meister aber immer stärker auf - und in der 14. Minute durch Arturs Kruminsch prompt zum 1:2-Anschlusstreffer. War davor bereits gesunde Härte in der Begegnung, legten die beiden Erzrivalen jetzt noch eine Schippe drauf. Einer übertrieb's allerdings maßlos: SBR-Schlussmann Pasi Häkkinen zog Thomas Brandl eins mit dem Schläger über und wurde vom gut leitenden Haupt-Schiedsrichter Stefan Vogl folgerichtig sofort zum Duschen geschickt. Den Dreihelmenstädtern war's herzlich wurscht: In doppelter Überzahl ließ sich Austro-Import Roland Kaspitz nicht lange bitten und glich zum 2:2 aus - Rosenheims bemitleidenswerter Ersatztorhüter Josef "Beppi" Mayer stand da gerade mal elf Sekunden zwischen den Pfosten.

So erfolgreich hätt's weitergehen können - doch zu Beginn des Mitteldrittels gelang es den rot-weißen Kufenflitzern nicht, ein vierminütiges Powerplay in Zählbares umzumünzen. Das gab den Gästen naturgemäß Auftrieb, und auf den Führungstreffer von Thomas Brandl (29.) ließ die Antwort der Oberbayern genau 22 Sekunden auf sich warten: Dominic Auger besorgte in Überzahl den Ausgleich für die "Bullen". Da es auch danach zu jagdähnlichen Szenen in Niederbayern kam, gab's reichlich Gedränge auf der Strafbank und Platz auf dem Eis. Den nutzen die Gäste, und wie: Denn was zwischen der 37. und 39. Minute passierte, wird die SBR-Fans auch noch in Jahren ins Schwelgen bringen - und bei den Landshutern für so manches Kopfschütteln sorgen. Erneut Dominic Auger in Überzahl, Andrej Strakhov per Penalty und Gregory Squires ließen die Rosenheimer binnen 83 Sekunden durch ihre Treffer mit einem komfortablen 6:3-Zwischenstand in die Kabine gehen - gleichzeitig auch das Endresultat.

Im letzten Abschnitt war die Luft trotz rot-weißer Angriffsbemühungen ziemlich raus. Rosenheim wollte nicht mehr, Landshut konnte nicht mehr. Und so blieb's beim verdienten Sieg der Oberbayern.

Landshut - Rosenheim 3:6 (2:2, 1:4, 0:0)
Landshut: Pielmeier; Geipel, Welz, Grof, Toupal, Schütz; Thornton, Kaspitz, Abstreiter, Elsner, Kracik, Mrazek, Max Brandl, Thomas Brandl, Kruminsch.

Rosenheim: Häkkinen (ab 19. Minute Mayer); Auger, Frank, Schmidt, Renner, Senger, Rohner; Fröhlich, Caruana, Squires, Strakhov, Del Monte, Baindl, Hanselko, Schopf, Zick.

Tore: 0:1 (5.) Squires (Fröhlich/Renner), 0:2 (6.) Zick (Schopf/Hanselko), 1:2 (14.) Kruminsch (Elsner/Geipel), 2:2 (20.) Kaspitz (Thornton/Geipel), 3:2 (29.) Thomas Brandl (Kruminsch/Schütz), 3:3 (29.) Auger (Caruana/Fröhlich), 3:4 (37.) Auger (Frank/Squires), 3:5 (38.) Strakhov (Penalty), 3:6 (39.) Squires (Fröhlich/Frank).
Strafen: Landshut 20 plus 10 für Thomas Brandl (Check von hinten), Rosenheim 19 plus Spieldauer für Häkkinen (hoher Stock);
Schiedsrichter: jStefan Vogl (EHC München).
Zuschauer: 4 512

Weitere Eindrücke von der Partie im Stadion am Gutenbergweg (16 Einträge)

 


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