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Artikel vom 02. January 2013 18:15, 266 mal gelesen

Deggendorf

Hertie-Gebäude immer noch nicht verkauft

Wieder nichts: Unternehmer aus dem Landkreis springt ab – Wie geht es weiter?

Autor: ga
Seit dem Christkindlmarkt verdeckt gnädig das Gartenschauplakat die heruntergekommene Fassade. (Fotos: Gansl)

Seit dem Christkindlmarkt verdeckt gnädig das Gartenschauplakat die heruntergekommene Fassade. (Fotos: Gansl)

Wie geht es weiter mit dem alten Hertie-Gebäude? Ob die sogenannte "Bingener Erklärung", die Vertreter der Städte mit leerstehenden Hertie- beziehungsweise Karstadt-Häusern, der augenblickliche Insolvenzverwalter (eine holländische Rechtsanwaltskanzlei) und Gläubiger im September vereinbart hatten, wirklich greift, wird sich zeigen.

Die Beteiligten wollen nämlich alle dreißig ehemaligen Kaufhäuser in spätestens zwei Jahren verkauft haben, um - wie es in der Erklärung heißt - die Städte nicht in ihrer Entwicklung und bei der Reaktivierung von Einzelhandelsflächen zu behindern. Dazu müsste es aber einen handlungsfähigen Ansprechpartner auf der Verkäuferseite geben, was aber offensichtlich nicht der Fall ist.

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Das Hertie-Gebäude in Deggendorf ist noch immer nicht verkauft.

Finanzinvestor ist selbst insolvent

Das Kernproblem liegt darin, dass der ursprüngliche Besitzer der Häuser nach der Hertie-Pleite, der britische Finanzinvestor Dawnay Day, selbst seit längerer Zeit insolvent ist. Und weil das noch nicht reicht, ist auch der erste Insolvenzverwalter inzwischen pleite. Dessen Nachfolgerin, die erwähnte holländische Kanzlei, fiel bisher nicht dadurch auf, sich um das Gebäude in der Fußgängerzone besonders zu kümmern, besteht aber auf einem Irrsinnskaufpreis von knapp sechs Millionen Euro für ein Gebäude, das zunehmend verfällt und über kurz oder lang wohl abgerissen werden muss, weil eine Generalsanierung nicht rentabel sein wird.

Sanierung wäre immens teuer

Sie würde nach Schätzungen mindestens noch mal die gleiche Summe verschlingen, eine Situation also wie beim Schulzentrum in der Egger Straße. Zudem ist der gewaltige Wasser- und Frostschaden durch die defekte Sprinkleranlage im kalten Februar letzten Jahres noch nicht behoben, was der Bausubstanz wohl irgendwann den Rest geben wird.

Trotz der widrigen Ausgangslage interessierte sich ein Unternehmer aus der Region für das Objekt, für das er sich auch schon ein überzeugendes wirtschaftliches Konzept ausgedacht hatte.

So sah das Hertie-/Karstadt-Gebäude 2009 aus. (Foto: Gansl)

So sah das Hertie-/Karstadt-Gebäude 2009 aus. (Foto: Gansl)

Allerdings wurde offenbar aus präziseren Verhandlungen mit dem Ansprechpartner für den augenblicklichen Insolvenzverwalter nichts, weil wohl vor allem der verlangte Kaufpreis vor dem Hintergrund der notwendigen kostspieligen Sanierung viel zu hoch war. Wie es nun weitergehen wird, steht wieder einmal in den Sternen.

Und dabei wäre ein attraktives Kaufhaus am Oberen Stadtplatz für die Belebung der Fußgängerzone und auch für die Stadtentwicklung so enorm wichtig.

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