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Artikel vom 17. January 2013 15:47, 191 mal gelesen

Landshut

Die Kultur ist Landshut teuer

Die Stadt überprüft Einsparmaßnahmen bei Konsolidierungsplan

Autor: seg
Kosten, beispielsweise für die Sanierung des Stadttheaters, belasten den Haushalt der Stadt Landshut in den kommenden Jahren. (Foto: kf)

Kosten, beispielsweise für die Sanierung des Stadttheaters, belasten den Haushalt der Stadt Landshut in den kommenden Jahren. (Foto: kf)

Mehr als 50 Prozent ihrer freiwilligen Ausgaben steckt die Stadt in diesem Jahr in den Bereich Kultur. Oft unterstützt sie dabei Projekte, die sich rein wirtschaftlich nicht rechnen: Posten, die sich die Stadt in den vergangenen Jahren ohne Probleme leisten konnte, wie Oberbürgermeister Hans Rampf betont. Allein, die Belastungen für die Stadt werden in den kommenden Jahren wachsen, und der Gesamthaushalt soll weiter ausgeglichen bleiben. Für 2013 und 2014 erwartet der Stadtrat deshalb ein Konsolidierungspaket. Das will die Verwaltung bis zum Frühsommer vorlegen.

Derzeit ist die Verwaltung damit beschäftigt, jeden Posten im Haushalt auf Einsparmöglichkeiten hin zu durchforsten. Auf dem Prüfstand stehen auch die großen Investitionen im Kulturbereich.

Der spielt für den Oberbürgermeister aber eine wichtige Rolle in der Außendarstellung der Stadt. Landshut sei neben München und Regensburg eine der wenigen Städte in Bayern, in die immer noch Menschen ziehen. "Und die sehen sich sehr genau an, was die Stadt für sie bietet." Allerdings gibt Rampf zu bedenken, dass man bei den Ausgaben: "sehr großzügig" sei. Zum Vergleich, in der Eingaben-Ausgabenrechnung zum Haushalt 2013 weisen die meisten kulturellen Projekte einen Deckungsgrad von unter 30 Prozent auf. Dazu gehören das Skulpturenmuseum sowie in diesem Jahr die Landshuter Hochzeit mit 546 000 Euro Ausgaben und 0 Euro Einnahmen. Bei den Ausgaben des Stadttheaters, die mit etwa 2,8 Millionen Euro zu Buche schlagen, ist die Zweckverbandsumlage von etwa 1,6 Millionen Euro eingerechnet. Zu dieser ist die Stadt verpflichtet. Die Einnahmen belaufen sich auf etwa 830 000 Euro.

Einzig die Heilig-Geist-Kirche als Ausstellungsraum sowie die Musikschule decken sich zu 56 und 43 Prozent. "Wir haben den Auftrag erhalten, jeden Posten des Verwaltungshaushalts auf Einsparmöglichkeiten zu überprüfen - und das werden wir auch tun", sagt Rampf. Projekte wie die Musikschule oder die Landshuter Hochzeit nimmt er allerdings kategorisch aus. Die Musikschule sei ein zu großes Aushängeschild und die Landshuter Hochzeit mache die Stadt weltweit bekannt. Auch will er die ehrenamtlichen Helfer, die sich im Kulturbereich engagieren, nicht vor den Kopf stoßen. Beispiel "kleines Theater": Dafür gibt die Stadt etwa 243 000 Euro aus. Stadtdirektor Andreas Bohmeier, der auch für die Kultur verantwortlich ist, schlüsselt die Kosten auf: 195 000 Euro gibt die Stadt für Personal und Betrieb aus. Da der Verein hinter dem "kleinen Theater" die 48 000 Euro Jahresmiete nicht zahlen muss, schlagen sich diese ebenfalls nieder. Der Verein führt allerdings das Theater. Daher hat die Stadt keine Einnahmen. Inzwischen habe sich das Theater aber zu einem echten Geheimtipp entwickelt und eine Gruppe hochgradig engagierter Leute im Hintergrund, sagt Rampf. Das müsse man bedenken.

Mehr Einsparmöglichkeiten deutet der Oberbürgermeister bei den Museen an. Zum Beispiel das Skulpturenmuseum am Prantlgarten, bei dem aus dem Haushaltsbericht ein Deckungsgrad von gerade mal 8,5 Prozent hervorgeht. Den Ausgaben in Höhe von etwa 429 000 Euro für Personalkosten und Betrieb stehen 36 000 Euro Einnahmen gegenüber. Kosten, die, wie Museumsleiterin Stefanje Weinmayr sagt, für die Größe des Museums gering seien. Außerdem seien die Kosten in diesem Jahr höher, da das Skulpturenmuseum voraussichtlich im Juni ein Zweigmuseum im Kloster Seligenthal eröffnet. Für die städtischen Museen enthält der Haushalt Kosten in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro. Die Einnahmen betragen etwas mehr als 150 000 Euro.

Sponsoren und Verkäufe

Der Oberbürgermeister spricht auch andere Möglichkeiten für die Stadt an, um den Kostendeckungsgrad zu erhöhen: beispielsweise, indem man die Eintritte anhebt. Allerdings hält Rampf davon wenig. Ihm wäre es lieber, Sponsoren mit an Bord zu holen, wie bei den Hofmusiktagen. Schließlich bringt er auch den Verkauf von Stadteigentum ins Gespräch. Fünf bis zehn Grundstücke habe man, von denen sich die Stadt trennen könne. Eines davon ist der Prantlgarten. "Wir haben Tafelsilber in der Tasche, das wir nicht benutzen", sagt Rampf. Man müsse aufpassen, dass es nicht vergilbt, bevor man es verkauft. Großen Zugzwang sieht er allerdings auch nicht. Landshut habe seit acht Jahren einen Haushalt, der netto auf null herauskommt, und in diesem Zeitraum habe die Stadt die Verschuldung um 30 bis 40 Millionen Euro gesenkt. Rampf will, dass das so bleibt. Aber durch die zusätzlichen Ausgaben für das Stadttheater und den Bau des Stadtmuseums müsse man jetzt die Weichen stellen und den Haushalt anpassen. "Wenn wir ein neues Stadttheater wollen, müssen wir auch zusehen, dass wir dafür das Geld heranschaffen", sagt er.

Der Oberbürgermeister will das Sparkonzept der Stadtverwaltung noch vor der Sommerpause dem Stadtrat vorlegen. "Ich erwarte, dass er dann auch dahinter steht", sagt Rampf. Das letzte Wort beim Thema Sparen haben nämlich die Stadträte.

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