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Artikel vom 06. January 2013 13:39, 437 mal gelesen

Waffenbrunn

„Wir haben einen Freund verloren“

Viele nehmen Abschied von Sigmund Freiherr von Schacky auf Schönfeld

Autor: wf
Ein großer Trauerzug bewegte sich nach dem Gottesdienst von der Pfarrkirche zur Schlosskapelle.

Ein großer Trauerzug bewegte sich nach dem Gottesdienst von der Pfarrkirche zur Schlosskapelle.

Er hat im Leben nie den leichten Weg gewählt, sich selbst und anderen viel abverlangt. Angesichts einer starken Persönlichkeit wie der des gestern beigesetzten Waffenbrunner Ehrenbürgers Sigmund Freiherr von Schacky auf Schönfeld wird eher selten am Grab von Freundschaft gesprochen. Als Vertreter der Vereine hat Trachtenvereinsvorsitzender Wolfgang Bricha aber genau das getan und gesagt: "Wir haben einen Freund verloren." Mit seinem letzten Gruß - "Herr Baron, ruhe in Frieden!" - sprach er vielen aus dem Herzen.

Eine große Trauergemeinde gab dem vor einer Woche verstorbenen Schlossherrn das letzte Geleit. Die Vereine der Gemeinden Waffenbrunn und Willmering ehrten ihren Förderer und Gönner mit einem Trauerzug. Die Pfarrkirche war voll besetzt, als Waffenbrunns Pfarrer Michael Reißer, sein Vorgänger Gregor Zyznowski, der Pemflinger Seelsorger Andreas Hanauer, Ruhestandspfarrer Johann Fischer, assistiert von Diakon Konrad Müller, den Gottesdienst mit über 500 Gläubigen feierten.

Fotos: (6 Einträge)

 


Das Requiem war überaus würdevoll, aber nicht extravagant. Volks- und Chorgesang wechselten sich ab, nur die vielen Kränze am Altar, das dort aufgestellte Porträt des Verstorbenen und ein Kondolenzbuch am Kircheneingang waren Zeichen dafür, dass es sich um die Beisetzung des Patronatsherrn der Kirche handelte.

Ein solches Patronat, so Pfarrer Michael Reißer in seiner Predigt, sei heute sehr selten. Es rühre noch aus dem Jahr 1922 her, als der Vater des Verstorbenen den Kirchenbau in Waffenbrunn maßgeblich unterstützte. Schacky habe diese Verantwortung gerne angenommen und sei ein großzügiger Förderer der Pfarrei gewesen.

Immer langfristig gedacht


Reißer sagte weiter, er habe den "Herrn Baron" als einen Menschen kennengelernt, der mit ganzer Kraft den Forstbetrieb leitete, sich aber auch für Kunst, Geschichte und Politik interessierte. Mit unbändigem Fleiß habe Schacky seine Aufgaben erfüllt, dabei nie auf die kurzfristige Wirkung geschaut, sondern immer langfristig gedacht und sei seinen eigenen Weg gegangen.

Die Verdienste von Freiherr Sigmund von Schacky auf Schönfeld um die Gemeinde zeigte nach dem Gottesdienst Bürgermeister Georg Hiegl auf. Dabei erinnerte er unter anderem daran, dass der Baron schon bald nach dem Krieg den damaligen Sportclub unterstützte und diesem ein Grundstück als Fußballfeld zur Verfügung stellte. 1956 und 1960 sei Schacky mit hervorragenden Ergebnissen in den Gemeinderat gewählt worden, habe dort die öffentliche Wasserversorgung für Waffenbrunn und Rhanwalting sowie den Bau des neuen Schulhauses maßgeblich mit in die Wege geleitet. "Sein Anliegen war stets eine gute Entwicklung der Heimatgemeinde", so Hiegl.

1976 sei Schacky zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Waffenbrunn ernannt worden. "Er hat sich große Verdienste erworben, die nie vergessen werden", betonte der Bürgermeister.

Namens der örtlichen Vereine sagte Wolfgang Bricha: "Wir haben einen Freund verloren." Der "Herr Baron", wie er ebenso liebe- wie respektvoll angesprochen wurde, habe stets ein offenes Ohr für die Vereine gehabt. Ob Maibaum, Festplätze oder Schirmherrschaften - es habe keine Absage von Schacky gegeben. Zudem habe sich der "Herr Baron", der in vielen Vereinen Ehrenmitglied war, ebenso für die Pflege von Tradition und Brauchtum eingesetzt wie für ein intaktes Dorfleben. "Sein Tod hinterlässt eine große Lücke", sagte Bricha.

Letzte Ruhe in der Kapelle


Im Anschluss an den Gottesdienst führte der Trauerzug zur Schlosskapelle, wo die Urne mit der Asche von Sigmund Freiherr von Schacky auf Schönfeld in einer Wandnische die letzte Ruhestätte findet. Nach der Segnung des Urnengrabes blies die Chamer Jägerkameradschaft ins Horn, leise Zithermusik begleitete das stille Gedenken, die SuKK ließ zum Lied vom guten Kameraden Böller krachen, bevor die Trauergäste in der Kapelle am Urnengrab vorbeizogen und Abschied von ihrem "Herrn Baron" nahmen. Dann waren alle zum Mittagessen in den drei Waffenbrunner Gasthäusern eingeladen.

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Waffenbrunn, Bayern, Deutschland

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