Artikel vom 09. January 2013 10:19, 189 mal gelesen
Furth im Wald
Eine „Denkfabrik“, die auch Köpfe kühlt
Landrat Löffler zeigt sich bei Besuch der „wb compagnie“ beeindruckt von Innovativität
Autor: tl
In einem Outlet-Verkauf kommen auch Normalverbraucher in den Genuss der "wb compagnie"-Produktpalette.
Einen kühlen Kopf zu bewahren, das dürfte dem sowieso für seine Besonnenheit geschätzten Landrat künftig selbst an heißesten Tagen noch leichter fallen. Denn bei einem Besuch bei der an der Further Dr. Georg-Schäfer-Straße beheimateten "wb compagnie" bekam er gestern eine Mütze mit innovativem Inhalt überreicht: Mittels eines speziellen Stoffes kühlt das Cap - bis zu 20 Stunden lang. Mit Leitungswasser ist es reaktivierbar. Nur eine von vielen innovativen Ideen aus dem Hause "wb compagnie", die am Dienstag Franz Löffler sichtlich beeindruckten.
Dabei war es weniger die Produktpalette, die der geschäftsführende Gesellschafter Werner Berzl dem Landrat wie auch Bürgermeister Sandro Bauer und Klaus Schedlbauer, dem Wirtschaftsreferenten des Landkreises, präsentierte; vielmehr war es, wie es Berzl zusammen mit seiner Frau Gudula und einem hochmotivierten, kreativen Team geschafft hat, eine eigene Produktschiene zu kreieren. Dabei bildet nicht die Entwicklung von Produkten wie beispielsweise die Caps mit Kühlfunktion (Unterziehjacken aus diesem Stoff werden derzeit bei Spezialeinheiten erprobt) den Schwerpunkt, sondern die Vermarktung. Berzl und seinem Team ist es gelungen, Allround-Dienstleister zu werden, die Großunternehmen in vielen Teilen Europas mit ihrer in Furth beheimateten "Denkfabrik" unterstützen. Das reicht vom Design über die Herstellung und den Vertrieb bis hin zur Verkaufsbetreuung.
"Ganz großen Respekt!"
"Ganz großen Respekt!", lobte Landrat Franz Löffler die von Werner Berzl während des Rundgangs geschilderte unternehmerische Kreativität. Er sieht die in Furth ansässige Firma als gutes Beispiel für das, wofür der Landkreis mittlerweile steht: eine innovative Region in Sachen Forschung und High-Tech. "Das haben Sie mit ihrem Unternehmen hervorragend bewiesen", lobte Löffler. Es sei gut gewesen, dass die "wb compagnie" auf mehreren Säulen gesetzt, traditionelle Marktsegmente nicht vernachlässigt und Synergieeffekte genutzt habe. Durch die Ausbildung von eigenen Fachkräften in den Bereichen Handel, Logistik und Grafik habe das Unternehmen sehr konkret die Zukunft im Blick. Genauso wie der Landkreis, der auf die Förderung von Bildung einen Schwerpunkt setze und dabei gerade bei der akademischen Ausbildung neue Zweige etabliert habe.
Was den Landrat besonders beeindruckte, war die von der "wb compagnie" angebotene Kinderbetreuung für Mitarbeiterinnen. Laut Berzl ein Beitrag dazu, qualifizierte Mitarbeiterinnen, die schneller als üblich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen, zu unterstützen. Auch Löffler ist dies ein Anliegen, weshalb der Landkreis Cham heuer seine Quote bei den Kinderkrippen erfüllen werde. Solch ein Angebot wie die Kinderbetreuung sieht er als einen Beitrag zu einem attraktiven Lebensumfeld, und dieses wiederum sei mittlerweile bereits ein "hoher Standortfaktor".
Flottes Internet essenziell
Dazu gehöre aber auch für einen Landkreis, der über keinen Autobahn-Anschluss verfügt, der Ausbau der vorhandenen Bundesstraßen. Löffler nannte deshalb den vierspurigen Ausbau der B20 nach Straubing sowie der B85 in Richtung Westen als Autobahn-Zubringer "für uns lebenswichtig". Dies gelte ebenso für die Bahnlinie. Als Vorteil werde die offene Grenze gesehen - auch von Unternehmer Werner Berzl. "Das ist etwas, was unseren Landkreis als Chance in die Zukunft begleiten wird." Was ebenso wichtig für die Unternehmen dieser Region erscheint, ist eine schnelle Datenverbindung in jeder Gemeinde. Der "wb compagnie"-Geschäftsführer nannte als Beispiel Mitarbeiter, die gerne von zu Hause aus arbeiten würden, jedoch mangels Datenverbindungskapazität enorme Probleme hätten. "Das ist für unsere Entwicklung zwingend erforderlich. Das wird eines der Mittel sein, um unsere Kinder hier halten zu können. Wenn wir schon keine Autobahn haben; eine Daten-Autobahn sollten wir auf jeden Fall haben", so Berzls Plädoyer, mit dem er beim Landrat offene Türen einrannte.
Die DSL-Versorgung sei vom Staat früher etwas unterschätzt worden, man habe auf private Unternehmen gesetzt. Mittlerweile sei die Notwendigkeit erkannt, gebe es Förderprogramme. Unter den ländlichen Regionen sei der Landkreis Cham mit am weitesten entwickelt. "Das war für mich ein interessanter Vormittag", versicherte Löffler abschließend - nicht nur wegen der innovativen Mütze, die ihn künftig noch leichter einen kühlen Kopf bewahren lässt...
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