Artikel vom 20. January 2013 19:30, 83 mal gelesen
Landshut
Offene Türen zum Miteinander der Kulturen
Beim Neujahrsempfang der Migla wurde ein städtischer Integrationsbeauftragter gefordert
Autor: Rita Neumaier
Mustafa Koctürk, Martin Mezger, Iwona Dobosz Cirillo, Giuseppe Cafariello, Martha Wilkes, Annelies Huber und Hans Rampf (von links) (Foto: Peter Litvai)
Neben den Feierlichkeiten gab es beim Neujahrsempfang des Beirats für Migration und Integration der Stadt Landshut (Migla) am Freitag in der Alten Kaserne auch einige kritische Gedanken zum Thema Migration. Annelies Huber, Geschäftsführerin von Haus international, forderte nachdrücklich, dass bei der Stadt die Stelle eines Integrationsbeauftragten eingerichtet werden müsste.
Huber, die seit 25 Jahren federführend im Verein Haus international tätig ist, berichtete in ihrer Ansprache von eigenen Erfahrungen: Als Tochter eines Russlanddeutschen hat sie selbst erlebt, wie es ist, sich ausgegrenzt zu fühlen. Ihre Gedanken aus 25 Jahren praktischer Integrationsarbeit fanden viel Beifall bei den zahlreichen Besuchern des Neujahrsempfangs. Während das Haus international viele Jahre lang die einzige Instanz für interkulturelle Arbeit in Landshut gewesen sei, gebe es mittlerweile etliche Migrantenselbsthilfeorganisationen. Ganz neu sei ein vietnamesischer Verein, sagte Annelies Huber.
Und natürlich gibt es die Migla, für die sie selbst Geburtshelfer war. Doch während sich bei der Migla viele Leute mit Herzblut ehrenamtlich engagieren, um für die Migranten eine Brücke zu schlagen, fehle auf der anderen Seite der Brückenkopf. "Es fehlt ein städtischer Integrationsberater", stellte Huber fest. Unklar sei, was die Ziele für Integration in der Stadt seien. Sie sprach sich auch für die Erhöhung des Migrantenanteils in der Verwaltung aus, wo Menschen aus anderen Kulturen nicht immer Verständnis fänden. Ein diskrimierendes Verhalten von städtischen Mitarbeitern dürfe jedoch nicht geduldet werden.
Die Geschäftsführerin von Haus international ist für eine stärkere Einbindung von Migranten in Projekte, die für diese gedacht sind. So erwähnte sie das Bürgerhaus in einem Stadtviertel, das bis zu 70 Prozent von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt werde. "Migranten nahmen daran nicht teil." Dabei werde das Leben in der Kommune in den nächsten Jahren noch vielfältiger und interkultureller werden, sagte Huber. Eine Einschätzung, die auch Oberbürgermeister Hans Rampf bestätigte. Doch das gegenseitige Verstehen unterschiedlicher Kulturen sei schwer herzustellen. "Das macht den Migrationsbeirat so dringend nötig."
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