Artikel vom 18. January 2013 09:53, 136 mal gelesen
Mainburg
Keine 30er-Zone für Paul-Münsterer-Straße
Aber Beschilderung auf einem Teilstück mit reduzierter Höchstgeschwindigkeit
Autor: Georg Hagl
Höchstgeschwindigkeit 30 km/h herrscht künftig in der Paul-Münsterer-Straße von der Abzweigung Bundesstraße bis zur Schreinerstraße. Zwingend notwendig erscheint die Maßnahme im Bereich der Kinderkrippe (rechts). (Foto: Hagl)
In der Paul-Münsterer-Straße wird es keine Tempo-30-Zone geben. Stattdessen soll den Schnellfahrern an dieser Stelle mit der Beschilderung "Zulässige Höchstgeschwindigkeit 30 km/h" Einhalt geboten werden, entschied der städtische Bauausschuss auf seiner jüngsten Sitzung mit knapper Mehrheit. Diese Anordnung gilt für den Straßenbereich von der Einmündung der Schreinerstraße bis zur B301.
Anwohner der Schreinerstraße und der dortigen Kinderkrippe brachten den Stein ins Rollen. Die zu hohen Geschwindigkeiten vieler Autofahrer und die Sicherheit der Kinder gaben den Ausschlag für die Antragstellung. Stadtverwaltung und Polizei vertraten nach einer Ortsbesichtigung die Auffassung, dass im Bereich der Kindertageseinrichtung eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer zwingend notwendig sei. Eine Tempo-30-Zone für die komplette Paul-Münsterer-Straße wird jedoch von beiden Seiten abgelehnt.
Bei der Verbindung handelt es sich nämlich um eine Hauptzufahrt zum Gewerbegebiet "Schnepfenluckenfeld", so die Begründung. Die Straße sei extra für diesen Verkehr in größerer Breite gebaut worden. Für die Fußgänger wurde ein Gehweg angelegt, der noch durch eine Grünfläche von der Straße getrennt ist.
Verkehrsmessungen ergaben, dass sich die Verkehrsteilnehmer im Großen und Ganzen an die vorgegebene Geschwindigkeit von 50 km/h halten - 85 Prozent der Kraftfahrer hatten bei der letzten Messung im Durchschnitt nicht Tempo 49 überschritten. Auch Messungen der Kommunalen Verkehrsüberwachung gehen mit dieser Erfahrung einher. Bisher mussten nur sehr wenige Verkehrsverstöße geahndet werden, nur rund fünf Prozent pro Überwachungstag.
Geteilter Meinung war das Ratsgremium zum Beschluss. Die 30 km/h-Beschilderung bringe in seinen Augen nichts, betonte Martin Schönhuber (CSU), selbst Vielnutzer der Verbindung. Eine Entzerrung der Gefahrensituation könnte möglicherweise dadurch erreicht werden, dass die Parker vor der Kinderkrippe ihre Fahrzeuge auf öffentlichem Grund in der Nähe abstellen, der übergangsweise dafür zur Verfügung gestellt werden könnte. Solches wird von der Verwaltung geprüft.
Das erhöhte Gefahrenpotenzial nicht ganz nachvollziehen vermochte Thomas Kastner (CSU) ob der behüteten Umgebung in der Kinderkrippe, zu der die Kleinen von ihren Eltern bis vor die Tür gebracht würden. Dann müssten sämtliche Ortsdurchfahrten beschränkt werden, stellte Eduard Brücklmaier (SLU) mit Blick auf die Situation vor seiner Haustüre in Meilenhofen fest.
Dafür stimmte Bernd Friebe (Freie Wähler), der feststellte, dass die Anordnung auch den beiden Einkaufsmärkten an dieser Stelle zugutekomme. Im Sommer wären zudem an dieser Stelle viele Radler auf dem Wirtschaftsweg entlang der Bundesstraße unterwegs. Ob sich die neue Regelung in der Praxis tatsächlich bewährt, müsse aber erst einmal abgewartet werden.
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