Lesenswert (3)
Empfehlen
Google +

Artikel vom 17. January 2013 19:07, 839 mal gelesen

Landshut

Verkehrschaos und ein Retter in der Not

Starker Schneefall fordert Autofahrer und Räumdienst in Stadt und Landkreis Landshut

Autor: Michael Bragulla
Der Winter hat am Donnerstag in Landshut eiskalt zugeschlagen: vielerorts kam es wegen Schnee und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. (Foto: Christine Vincon)

Der Winter hat am Donnerstag in Landshut eiskalt zugeschlagen: vielerorts kam es wegen Schnee und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. (Foto: Christine Vincon)

Das Dauerschneetreiben hat den Verkehr am Donnerstag auf vielen Straßen in Stadt und Landkreis Landshut für einige Zeit lahmgelegt. Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr ging an manchen Stellen zeitweise nichts mehr voran. So auch auf der Neuen Bergstraße in Landshut, wo sich ein Lastwagen gegen 7.45 Uhr kurz nach dem Kupfereck wegen der Steigung quergestellt hatte. Vom Räumdienst war gerade weit und breit nichts zu sehen. Doch Werner Braun war der Retter in der Not. Der Inhaber eines Zweiradgeschäfts vor Ort half dem gestrandeten Brummi mit Kies, Salz und Schneeschaufel weiter. Er ist der Held in der Schneebilanz der Landshuter Zeitung.

Braun hat nicht gezögert und angepackt. Für ihn ist das selbstverständlich: "Der Verkehr hat sich ja sofort in beiden Richtungen lange gestaut. Da musste etwas passieren." Zum Dank für seine Hilfe musste er sich von den wartenden und vorbeifahrenden Autofahrern anhupen lassen. "Das war sehr ärgerlich", sagt Braun. Vor allem, weil keiner von ihnen auf die Idee gekommen ist, Unterstützung anzubieten.

Gewundert hat sich Braun nicht nur über die Autofahrer, sondern auch über den Räumdienst. "Ich habe mich schon gefragt, warum mitten im Berufsverkehr so viel Schnee auf der Straße liegt." Das haben sich mit ihm sicher die meisten gefragt, als sie auf dem Weg in die Arbeit waren. Der Donnerstag war einer dieser Tage, an dem die Pendler zynisch grübelten, ob die Straßenmeistereien im Winter eigentlich überhaupt mit Schneefall rechnen.

Der Winter hat am Donnerstag in Landshut eiskalt zugeschlagen: vielerorts kam es wegen Schnee und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. (Foto: Christine Vincon)

Der Winter hat am Donnerstag in Landshut eiskalt zugeschlagen: vielerorts kam es wegen Schnee und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. (Foto: Christine Vincon)

Die Antwort auf die Frage im konkreten Fall hat Manfred Dreier, Leiter des Bereichs Straßenbau im Staatlichen Bauamt. Seine Behörde und deren Straßenmeistereien sind für den Winterdienst auf den Bundes- und Staatsstraßen in Stadt und Landkreis Landshut zuständig. Dazu gehört auch die Neue Bergstraße kurz nach dem Kupfereck, weil sie an dieser Stelle ein Teil der Bundesstraße 15 ist.

"Unsere Leute haben ab 2 Uhr mit elf Fahrzeugen in der Region Landshut geräumt und gestreut", sagt Dreier. Dass die Fahrbahnen zum Beginn des Berufsverkehrs trotzdem schneebedeckt waren, liege daran, dass es durchgehend geschneit hat und gleichzeitig relativ kalt war. "Die Wirkung des Streusalzes nimmt mit sinkender Temperatur ab", erklärt Dreier. Unter den Bedingungen vom Donnerstag sei die Straße nach dem Räumen nur etwa 30 Minuten frei. Dann bleibe der Schnee allmählich wieder liegen.

"Der Winterdienst ist eine Gratwanderung"

Laut Dreier werden zwar die wichtigsten Straßen wie innerörtliche Hauptstraßen und Straßen mit Steigung zuerst geräumt. Weil es aber zwei bis drei Stunden dauert, bis die Räumfahrzeuge nach ihrer Tour wieder von vorne anfangen können, waren die Verhältnisse auf der Neuen Bergstraße am Morgen so schwierig.
Der Winter hat am Donnerstag in Landshut eiskalt zugeschlagen: vielerorts kam es wegen Schnee und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. (Foto: Christine Vincon)

Der Winter hat am Donnerstag in Landshut eiskalt zugeschlagen: vielerorts kam es wegen Schnee und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. (Foto: Christine Vincon)


Und nicht nur dort. Auch auf der B 299 am Landshuter Kasernenberg hatten einige Lastwagen enorme Probleme. Bis zu 15 Fahrzeuge sollen dort laut Verkehrsteilnehmern auf der glatten Straße festgehangen sein. "Die Planung des Winterdienstes ist eine Gratwanderung zwischen Wirtschaftlichkeit und Autofahrerfreundlichkeit, weil wir auch sehr oft milde Witterung haben, bei der kein Winterdienst erforderlich ist", sagt Dreier. Er ist der Meinung, dass der Winterdienst mit seiner aktuellen Organisation beiden Zielen angemessen gerecht wird.

Damit spricht er wohl den Verantwortlichen von Stadt und Landkreis aus der Seele, die sich gegenüber der Landshuter Zeitung nicht ganz so offensiv geäußert haben. Aber auch der kommunale Winterdienst war am Donnerstag rund um die Uhr im Einsatz. Die Kreisstraßen sind laut Landratsamt ab 2.30 Uhr mit 16 Fahrzeugen geräumt und gestreut worden. Aus dem Landshuter Rathaus heißt es, dass die städtischen Straßen ab 3 Uhr freigemacht worden sind. Allerdings konnten in der Stadt die Wohn- und Seitenstraßen bei anhaltendem Schneefall nicht bedient werden. Da hätten die vielbefahrenen Hauptverkehrsachsen Vorrang.

Ob geräumt, oder nicht - Die Polizei war bis Redaktionsschluss zufrieden mit der Unfallbilanz auf den Straßen in Stadt und Landkreis. "Wir dürfen unsere Autofahrer für ihre Rücksichtnahme loben", sagte Stefan Scheibenzuber von der Polizei Landshut.

Kommentare zum Artikel


Artikel kommentieren



Das könnte Sie auch interessieren

Bei der Erfolgs-Autorin Rita Falk geht es rund

Bei der Erfolgs-Autorin Rita Falk geht es rund

Rita Falk schwimmt auf einer Erfolgswelle. Die Verfilmung von "Dampfnudelblues" läuft bei den Münchner Filmfestspielen, für ihren Roman "Hannes" wird gerade das Drehbuch geschrieben, und im Frühherbst...

mehr dazu

Karte zum Artikel

Landshut, Bayern, Deutschland

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige