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Artikel vom 17. January 2013 10:30, 685 mal gelesen

Landshut

Edeka-Aus mündet in eine Schlammschlacht

Der beliebte Einkaufsmarkt wird nicht mehr geöffnet – Gegenseitige Schuldzuweisungen

Autor: Bernhard Beez
Der Edeka-Markt an der Inneren Münchener Straße ist nun endgültig Geschichte. (Foto: bb)

Der Edeka-Markt an der Inneren Münchener Straße ist nun endgültig Geschichte. (Foto: bb)

Es ist keine Überraschung mehr: Der seit Monaten geschlossene Edeka-Markt an der Inneren Münchener Straße wird nicht mehr geöffnet. Dies teilte Marco Wolf von der Mieterfamilie Wolf auf Anfrage der LZ mit: "Wir fangen nun an, den Markt zu räumen, da unser Mietvertrag zum Monatsende ausläuft." Man habe diesen Schritt so lange hinausgezögert, wie es nur möglich war. "Aber jetzt mussten wir die Reißleine ziehen."

Zu dieser Entscheidung gab es wohl keine Alternative mehr, denn das Tischtuch zwischen Mieter und Vermieter ist endgültig zerschnitten. Die Vermieterseite wird vom Münchner Rechtsanwalt Dr. Rolf Jürgen Sonne vertreten. Bislang hatte Sonne zu allen Anfragen von Seiten der LZ hartnäckig geschwiegen, diesmal aber zeigte er sich ungewohnt redselig. Und er überschüttete die Familie Wolf mit schweren Vorwürfen: Seit Monaten habe Wolf keine Miete mehr bezahlt, seit mehr als zehn Jahren sei die Familie ihrer Unterhaltspflicht nicht nachgekommen. Stattdessen werde versucht, gegen den Immobilienbesitzer in Landshut Stimmung zu machen. Mehrere Prozesse seien dagegen angestrengt worden, die allesamt der Vermieter gewonnen habe. "Und jetzt hat Wolf auch noch eine Mietreduzierung von einem Drittel verlangt", schimpfte Sonne.

Marco Wolf wollte ursprünglich nicht mehr nachkarten: "Ich will keine schmutzige Wäsche waschen." Als ihn die LZ mit diesen Anschuldigungen konfrontierte, zeigte er sich zutiefst bestürzt. "Das ist so alles einfach nicht wahr. Das stimmt so nicht."

Konkret zu den einzelnen Vorwürfen: "Wir haben nie Stimmung gemacht. Im Gegenteil, wir haben uns immer sehr moderat geäußert. Und wir standen uns noch nie vor Gericht gegenüber." Und zur angeblichen Vernachlässigung der Unterhaltspflicht für das Gebäude: "Zehn Jahre? Wir sind ja überhaupt erst seit 2005 drin. Und da haben wir immer alles gemacht, was notwendig war."

Die Miete sei immer pünktlich bezahlt worden, und zwar bis einschließlich Dezember 2012. "Nur für den Januar wird die Edeka als Hauptmieter nichts mehr bezahlen, weil aufgrund des Brandschadens keine Nutzung möglich ist." Wolf räumte lediglich ein, dass man im neuen Vertrag auf eine Mietminderung gedrängt habe: "Die bisherige Miete war exorbitant hoch und laut Mietspiegel in der Höhe überhaupt nicht gerechtfertigt."

Eine weitere Aussage Sonnes, dass die Familie Wolf das Mietverhältnis bereits vor einem Jahr gekündigt habe, entbehre dagegen ebenfalls jeglicher Grundlage: "Der Mietvertrag läuft zum 31. Januar aus und wird nicht verlängert. Das ist alles." Somit steht nun Aussage gegen Aussage, der jeweilige Wahrheitsgehalt ist kaum zu überprüfen. Die 30 ehemaligen Mitarbeiter des Edeka-Marktes dürfte diese Schlammschlacht auch nur am Rande interessieren - sie haben nun endgültig ihren Arbeitsplatz verloren. "Wir versuchen, einige von ihnen in unserem zweiten Markt in Vilsbiburg unterzubringen", sagte Marco Wolf. Aber natürlich sei es utopisch zu glauben, in Vilsbiburg kurzfristig 30 neue Arbeitsplätze schaffen zu können. "Für unsere Mitarbeiter, wie auch für unsere Kunden, tut es mir wahnsinnig leid. Aber wir konnten es am Ende nicht mehr beeinflussen, so dass das Aus nicht zu verhindern war."

Die künftige Nutzung des Marktes an der Inneren Münchener Straße ist noch völlig unklar: "Ich hoffe, dass für dieses Areal ein neuer Einkaufsmarkt gefunden werden kann. Aber da haben bislang noch überhaupt keine Verhandlungen stattgefunden", sagte Rechtsanwalt Sonne. Und könnte sich die Familie Wolf vorstellen, an einem anderen Standort in Landshut einen neuen Einkaufsmarkt zu eröffnen? Marco Wolf ist dieser Idee nicht abgeneigt: "Ja, das wäre schon möglich, wenn wir einen geeigneten Platz dafür finden würden. Wir werden jetzt dann intensiv auf die Suche gehen." Klingt also nicht so, als wäre dieses Kapitel für die Familie Wolf tatsächlich endgültig abgeschlossen.

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