Artikel vom 21. January 2013 07:16, 91 mal gelesen
Regensburg
Stadt feiert 350 Jahre Immerwährender Reichstag
Autor: bd
Regensburg feiert 350 Jahre Immerwährender Reichstag mit vielen Veranstaltungen.
Kulturreferent Klemens Unger begrüßte persönlich mit einer Prinzesspraline. Das Bläserensemble des Philharmonischen Orchesters begleitete musikalisch und danach traf man sich zum Umtrunk im Kaisersaal im Goldenen Kreuz. Ein feierlicher Rahmen für den Auftakt des Jubiläums "350 Jahre Immerwährender Reichstag", dem noch zahlreiche Veranstaltungen in diesem Jahr folgen werden.
Sie sind heute nicht in barocker Kleidung, Mänteln und Hüten hier, begrüßte Oberbürgermeister Hans Schaidinger die rund 140 Gäste. Aber in einem Saal, der mit dem Immerwährenden Reichstag in enger Verbindung steht. Der Ballsaal des Auktionshauses Keup habe manches Reichstagsfest erlebt.
Für 146 Jahre politisches Zentrum
"Es jährt sich heute auf den Tag genau zum 350. Mal", sagte Oberbürgermeister Hans Schaidinger, "dass Kaiser Leopold nach Rücksprache mit den Kurfürsten den nach Regensburg einberufenen Reichstag eröffnete". Der Kaiser habe mit den Reichsständen über eine militärische Unterstützung gegen die Bedrohung der Habsburgischen Lande durch die Expansionsbestrebungen des Osmanischen Reiches verhandeln wollen.
Michael Heuberger las aus den reden von 1963, die anlässlich des 300-jährigen Jubiläums gehalten wurden. (Foto: bd)
Danach sei die Stadt 146 Jahre lang ein politisches, diplomatisches und gesellschaftliches Zentrum gewesen, das in Europa seines gleichen suche. Aus diesem Anlass habe die Stadt ein Jubiläumsjahr gestaltet, das den Facettenreichtum dieser reichsständischen Institution beleuchtet. Geschichte sei manchmal etwas spröde, sagte Schaidinger. Das Thema Immerwährender Reichstag werde sich hoffentlich lebendig gestalten. Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen sowie eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern, engagierte geschichtsinteressierte Bürger, kirchliche Institutionen, die Mitarbeiter des Archivs und Hofbibliothek des Fürstlichen Hauses Thurn und Taxis, die Museen der Stadt und das Kulturamt hätten unter der Federführung von Kulturreferent Klemens Unger Zugangsmöglichkeit zu einer historischen Institution geschaffen, die alle Generationen anspricht.
Ein neues "document" ist geschaffen worden
Innerhalb der Stadt sei ein neues "document" geschaffen worden. Die Möglichkeit, "Geschichte am authentischen Ort zu erleben." Für alle Bürger und Besucher der Stadt. Das Bemühen um das Verstehen der Vorgänge dieser Zeit sei ein wichtiger Teil der Identifikation mit der Geschichte der demokratischen Staatsidee.
Aus den Reden von Oberbürgermeister Rudolf Schlichtinger (1959 bis 1978) und Bischopf Rudolf Graber anlässlich der 300-Jahrfeier des Immerwährenden Reichstags las Michael Heuberger vor.
Die Wanderausstellung "Ohne Regensburg kein Europa - Durchbruch zum Föderalismus", die von den Museen der Stadt zusammengestellt wurde, erklärte Wolfgang Neiser.
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