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Artikel vom 28. December 2012 16:05, 287 mal gelesen

Michelsneukirchen

Fünf Frauen wagen sich in Männerdomäne

MGV organisiert Schafkopfturnier mit 144 Teilnehmern – Michael Laumer auf Platz eins

Autor: Melanie Schmid
Das Schafkopfturnier war ein voller Erfolg.

Das Schafkopfturnier war ein voller Erfolg.

Drehen wir einmal die Zeit zurück. Wir schreiben das Jahr 1980. Es ist Schafkopfturnierzeit in Michelsneukirchen - und die Ergebnisse werden beim Turnier des MGV erstmals mit einem programmierbaren Taschenrechner ausgewertet. Richard Urban tippt alle Ergebnisse in den Taschenrechner TI-89, nach der Eingabe schaltet er sich aus und berechnet die Werte erst einmal für die nächsten 20 Minuten. Die Spieler, vor allem die "alten Hasen", zweifeln am Taschenrechner, gehen nervös hin und her und rechnen mal lieber alles per Hand aus. "Keiner hat geglaubt, dass sich der Taschenrechner je wieder rührt", sagte Urban. Aber nach einiger Zeit spuckte er das Ergebnis aus.

Nach dem programmierbaren Taschenrechner kam der Commodore 64. Seit nunmehr 15 Jahren ist die von Richard Urban erstellte Excel-Tabelle im Einsatz - und ein moderner Laptop.Zu Anfang wird jedem Teilnehmer am Schafkopfturnier, ausgerichtet vom Männergesangverein Michelsneukirchen,eine Nummer zugeordnet. In der Exceltabelle werden Name, Wohnort und Nummer verknüpft. Während der zwei Durchgänge schreiben die Spieler stets ihre Punkte mit. Nach dem ersten Spieldurchgang tippt Richard Urban die aktuellen Ergebnisse ab. Erst die jeweilige Nummer des Spielers (Name und Wohnort erscheinen automatisch), dann dessen Punkte. Schafkopf wird zu viert gespielt, deshalb gehören die vier Spieler auch in der Exceltabelle zusammen. Die Punkte der vier Spieler rechnet dann das Programm zusammen. Ist alles in Ordnung, erscheint die Ziffer 0. Stimmen die Endpunkte nicht zusammen, heißt es noch mal alle Ergebnisse der einzelnen Spiele nachrechnen und den Fehler suchen. Beim diesjährigen Schafkopfturnier am zweiten Weihnachtsfeiertag verrechnete sich keiner.

Bilder zum Schafkopfturnier: (7 Einträge)

 


So konnte auch die Siegerehrung noch vor Mitternacht durchgeführt werden. Insgesamt spielten 144 Personen an 36 Tischen mit. Fünf Frauen wagten sich heuer in die Männerdomäne und zeigten so manchem alten Kartler, dass auch Frauen Schafkopfen können. Die beste Spielerin war Helga Pongratz aus Cham. Sie erreichte mit 45 Punkten den siebten Platz. "Schafkopfen ist wieder in", sagte der Vorsitzende des MGV, Franz Laußer. Seit Jahren kommen viele Jugendliche aus Michelsneukirchen und Umgebung, um gemeinsam zu karteln.Nach dem ersten Durchgang hatte Michael Laumer (Michelsneukirchen) die Nase vorne, gefolgt von Michael Ludwig (Michelsneukirchen).

Auch beim zweiten Durchgang hatten beide Glück: Michael Laumer sicherte sich den ersten Platz mit 102 Punkte und erhielt 250 Euro. Michael Ludwig erspielte sich den zweiten Platz und 150 Euro mit 62 Punkte. Jeweils 56 Punkte hatten Markus Laumer (Kleingeraszell) und Karl Kerber (Rettenbach). Die Soli mussten gezählt werden. Kerber gewann sechs Soli, Laumer vier. So erhielt Karl Kerber den dritten Platz und 100 Euro, Michael Laumer den vierten Platz und 50 Euro. Der schlechteste Spieler war Johannes Kainzbauer (Aschau) mit 60 Minuspunkten. Er erhielt eine Flasche Schnaps und Karten zum Üben.

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Michelsneukirchen, Bayern, Deutschland

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