Lesenswert (0) Empfehlen Google +

Artikel vom 23. January 2013 08:29, 117 mal gelesen

Chamer Altpapier

Maschinen erledigen die meiste Arbeit

Firma Lober aus Neunburg vorm Wald sortiert seit Januar das Chamer Altpapier

Autor: MIchaela Sturm
Die Firma UWC stellt nun den Umschlagsplatz für das Altpapier aus dem Landkreis. Lastwagen der Firma Lober transportieren es zu den Sortieranlagen nach Schwandorf oder Regensburg.

Die Firma UWC stellt nun den Umschlagsplatz für das Altpapier aus dem Landkreis. Lastwagen der Firma Lober transportieren es zu den Sortieranlagen nach Schwandorf oder Regensburg.

Tag für Tag landen alte Zeitungen und Kartonagen, Büropapier und Prospekte in der blauen Tonne. Das Altpapier aber ist viel zu wertvoll, um es einfach zu verbrennen. Doch bevor daraus neues Papier entsteht, wird der Tonneninhalt sortiert. Diese Arbeit übernimmt für den Landkreis Cham seit Januar die Firma Lober GmbH aus Neunburg vorm Wald. Sie hatte mit ihrem Angebot die Ausschreibung der Kreiswerke im Sommer für sich entschieden und damit die Landkreistochter UWC abgelöst.

Die Firma Lober sortiert kostengünstiger als die übrigen Bewerber. Schon 2004 stellte der Entsorger auf automatische Sortieranlagen um und baute dort, wo zuvor Mitarbeiter an Sortierplätzen das Altpapier ausklaubten, Maschinen auf. Zum Vergleich: Bei der UWC waren 15 Mitarbeiter beschäftigt, um Karton von Kopierpapier zu trennen, bei Lober erledigen das "zwei bis drei Leute", wie Geschäftsführer Johannes Lober erläutert. Sie sortieren den Rest aus, den die Maschinen durchgelassen haben.

Kartonagen und Papier werden getrennt

Ganz auf das Sortieren verzichten kann das Entsorgungsunternehmen aber nicht, denn das, was als "Altpapier" in der Papiertonne landet, sei zu unterschiedlich beschaffen, um es in einen Topf zu werfen. "Kartonagen haben zum Beispiel dickere Holzfasern als Papier und sind nicht gebleicht. Zeitungspapier dagegen ist oft beschichtet", erklärt der Geschäftsführer die Unterschiede, die bei der Weiterverarbeitung eine Rolle spielen.

Etwa 70 Prozent des Tonneninhalts gehen in die Papierfabriken, 25 Prozent sind Kartonagen. "Der Rest sind kleinere Sachen wie Zigaretten- und Medikamentenschachteln oder kommt aus dem Reißwolf", berichtet Lober. Aus dem "Kleinkram" entstehe hauptsächlich Klopapier. Auch Kunststoffabfälle, die sich in das Altpapier verirrt haben, picken die Sortierer heraus. "Die machen etwa ein Prozent des Inhalts aus", sagt der Entsorgungsunternehmer.

Lober betreibt seine Sortieranlage in Schwandorf. Dort landet nun auch das Altpapier aus dem Landkreis Cham und füllt die bislang freien Kapazitäten. "Das, was wir in Schwandorf nicht brauchen, geben wir an einen Subunternehmer, die Firma Zellner aus Regensburg, weiter", beschreibt Lober den Ablauf.

Bei der UWC wird das Altpapier umgeschlagen

Seit das Neunburger Unternehmen die Ausschreibung der Kreiswerke gewonnen hat, ist es auch in Cham vertreten. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Kreisstadt muss der Umschlagplatz für das Altpapier angesiedelt sein, lautete die Vorgabe der Kreiswerke. Zunächst hatte Lober mehrere mögliche Grundstücke ins Auge gefasst, sich dann aber mit der UWC geeinigt. Bei der Landkreistochter, die in Sachen Altpapier nun Subunternehmer der Firma Lober ist, liefern die Papiermüllwagen das Altpapier an, ehe es unsortiert auf Lastwagen verladen und nach Schwandorf oder Regensburg gebracht wird.

Lober nennt dies "eine vernünftige Entscheidung" für beide Seiten. Doch der Unternehmer deutet auch an, dass das vielleicht nicht die endgültige Lösung ist. "Wir machen uns Gedanken über den Standort Cham, und wie wir die Sortierung optimieren können", sagt Lober. Es würden Gespräche mit Grundstückseigentümern und anderen Betrieben laufen. Doch bis alle Formalitäten und Genehmigungen unter Dach und Fach sind, könnten mindestens noch zwei Jahre vergehen, glaubt der Geschäftsführer.

Kommentare zum Artikel


Artikel kommentieren


Anzeige
Anzeige

Karte zum Artikel

Cham, Bayern, Deutschland

Anzeige

Bilderstrecken

Anzeige
Anzeige