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Artikel vom 23. January 2013 16:56, 125 mal gelesen

Moosburg/Freising

Dreirosenstadt ist Solarkreismeister

Im Landratsamt wurden acht Hundert-Prozent-Gemeinden ausgezeichnet

Autor: ka
Vertreter der "Hundert-Prozent-Gemeinden": (v. l.) Dr. Andreas Horn (Sonnenkraft Freising), Brigitte Niedermeier (Attenkirchen), Rudolf Jengkofer (Fahrenzhausen), Martin Stiehl-Fischer (Haag), Konrad Springer (Kirchdorf), Robert Scholz (Kranzberg), Konrad Schickaneder (Rudelzhausen), Prof. Dr. Hans Eichinger (Wang), Elfriede Frühbeis (Zolling), Michael Hildenbrand (Landratsamt).

Vertreter der "Hundert-Prozent-Gemeinden": (v. l.) Dr. Andreas Horn (Sonnenkraft Freising), Brigitte Niedermeier (Attenkirchen), Rudolf Jengkofer (Fahrenzhausen), Martin Stiehl-Fischer (Haag), Konrad Springer (Kirchdorf), Robert Scholz (Kranzberg), Konrad Schickaneder (Rudelzhausen), Prof. Dr. Hans Eichinger (Wang), Elfriede Frühbeis (Zolling), Michael Hildenbrand (Landratsamt).

Endlich hat es der "ewige Zweite" ganz nach oben geschafft: Die Stadt Moosburg wurde am Dienstag im Landratsamt als Solarkreismeister ausgezeichnet. Große Freude herrschte bei allen Beteiligten darüber, dass es mittlerweile acht Kommunen im Landkreis gibt - die sogenannten Hundert-Prozent-Gemeinden - in denen die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien größer ist als der Stromverbrauch innerhalb der gesamten Gemeinde.

Seit dem Jahr 2004 wird die Ehrung der Hundert-Prozent-Gemeinden und der Solarkreismeister von der Solarregion Freisinger Land (Sonnenkraft Freising, Solarfreunde Moosburg) zusammen mit dem Landratsamt durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen die tatkräftigen Fortschritte aller Gemeinden bei der Umsetzung der Energiewende im Landkreis.

Stellvertretende Landrätin Anita Meinelt sagte, die Energie sei zu einer zentralen Frage unserer Zeit geworden. Auch der Landkreis Freising setze alles daran, die erneuerbaren Energien zu seiner Hauptenergiequelle auszubauen. Meinelt: "Wir gestalten den Umbruch, wir befinden uns mitten in einem Strukturwandel." Die Ziele seien erreichbar, das besagten viele Studien. Aber die Umsetzung verlange große Anstrengungen, sie erfordere die Bündelung vieler Kräfte, Ideen und Gelder. Von daher sei sie sehr froh, "dass es uns im vergangenen Jahr gelungen ist, gemeinsam mit bisher schon 16 Gemeinden unseres Landkreises das Klimaschutzbündnis zu gründen". Und sie sei froh, dass der Kreistag vor sechs Jahren den Energiewendebeschluss gefasst hat.

Die Solarkreismeister wurden in drei Ligen ausgezeichnet. In der Liga "Gemeinden über 6000 Einwohner" holte sich Moosburg den ersten Platz vor Hallbergmoos und Eching. Bei den Gemeinden bis 6000 Einwohner hatte Rudelzhausen die Nase vor Au und Fahrenzhausen. Erster der "Gemeinden bis 3000 Einwohner" wurde Attenkirchen, gefolgt von Hohenkammer und Gammelsdorf.

Urkunden gab es auch noch für die Hundert-Prozent-Gemeinden, in denen die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien größer ist als der Stromverbrauch innerhalb der gesamten Gemeinde (EE-Quote). Spitzenreiter ist hier Zolling mit 932,7 Prozent. Nur knapp dahinter liegt Wang mit 930,2 Prozent. Dann kommt quotenmäßig lange nichts, denn Haag rangiert mit 223,5 Prozent auf Platz drei. Es folgen Kranzberg (201,4), Fahrenzhausen (126,1), Attenkirchen (114,4), Rudelzhausen (109,6) und Kirchdorf (109,4).

Dazu sagte Andreas Henze von Sonnenkraft Freising, der Anteil des EE-Stromes am Verbrauch sei im ganzen Landkreis auf 57,7 Prozent gestiegen, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,9 Prozent. Dennoch gelte: Bei gleichbleibendem Ausbau würden 100 Prozent erst im Jahr 2030 erreicht. Der Verbrauch habe insgesamt bei 871,5 Millionen Kilowattstunden gelegen und sei damit pro Landkreiseinwohner um 0,7 Prozent gesunken. Henze nannte weitere Zahlen: Anteil Wasserkraft 24,2 Prozent, Bioenergie 22,8 Prozent, Photovoltaik 10,5 Prozent. Die Einnahmen aus erneuerbaren Energien hätten sich auf 68 Millionen Euro summiert.

Auch die Neuauflage der Broschüre "Strom aus erneuerbaren Energien im Landkreis Freising" wurde präsentiert. Es ist aber nicht nur eine Fortschreibung. Sie enthält auch ganz neue Kapitel, die für alle interessante Denkanstöße bereithalten. Wie in der ersten Ausgabe auch, wurden für jede der 24 Gemeinden und für den Landkreis selbst die Daten der Stromerzeugung aus regenerativen Energien erfasst und in sehr übersichtlicher Weise dargestellt. Und es gibt darin Empfehlungen zur Erlangung des Hundert-Prozent-Ziels für jede Kommune.

Um Autofahren mit Strom ging es bei Raimund Becher von den Solarfreunden Moosburg. Der hatte eine große Überraschung für alle beteiligten Kommunen: Autohäuser aus dem Freisinger Land haben "Elektro-Probezeit" spendiert. Jede Gemeinde erhält für zwei Wochen einen Renault Twizzy und für eine Woche einen Renault Kangoo, Fluence, Zoe, Mitsubishi i-MiEV oder Smart. Die Elektroautos können von Bürgermeistern, Gemeinderäten und Angestellten genutzt werden.

Laut Becher fahren derzeit im gesamten Landkreis nur 29 Elektrofahrzeuge. Um diese Zahl zu steigern, könnten auch die Gemeinden viel tun, etwa Lademöglichkeiten schaffen, reservierte Parkplätze ausweisen, Durchfahrverbote und Tempolimits (aus Lärmschutzgründen) ändern. Die "Elektro-Probezeit" diene der intensiven Erprobung einer veränderten Mobilität. Becher: "Man fährt friedlicher und vorsichtiger."

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