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Artikel vom 21. Januar 2013 08:05, 174 mal gelesen

Dingolfing

Ein Dreikampf mit eindeutigem Sieger

SPD-Kreisvorsitzender gewinnt Kampfabstimmung um die Direktkandidatur

Autor: Winfried Walter
Landrat Heinrich Trapp, die Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Landshut Ruth Müller, Landtags-Direktkandidat Dr. Bernd Vilsmeier, Bezirkstags-Direktkandidatin Christine Trapp, Bezirkstags-Listenkandidat Josef Koch, Udo Egleder, SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold (v. l.).

Landrat Heinrich Trapp, die Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Landshut Ruth Müller, Landtags-Direktkandidat Dr. Bernd Vilsmeier, Bezirkstags-Direktkandidatin Christine Trapp, Bezirkstags-Listenkandidat Josef Koch, Udo Egleder, SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold (v. l.).

Er will einen deutlichen Wahlkampf führen, dabei aber die Sachlichkeit nicht aus den Augen verlieren: Der SPD-Kreisvorsitzende Dr. Bernd Vilsmeier wird im Landtagsstimmkreis direkt für die SPD kandidieren.

Es war eine spannende Stimmkreiskonferenz gestern Vormittag im Gasthof Baumgartner in Warth. Denn wer von den drei Kandidaten für das SPD-Direktmandat im Stimmkreis 202 Dingolfing der Favorit sein würde, war nicht von vornherein klar. Um so überraschender war dann die Eindeutigkeit des Wahlergebnisses. Mit 58 Prozent der Delegiertenstimmen konnte sich der seit zweieinhalb Jahren amtierende SPD-Kreisvorsitzende Dr. Bernd Vilsmeier vor den Mitbewerbern Udo Egleder und Sebastian Gruber durchsetzen. Damit kam es nicht zu einer allgemein erwarteten Stichwahl. Dr. Vilsmeier steht damit bei der Landtagswahl, deren Termin die CSU für den 15. September avisiert, der aber noch nicht fest, ist, im direkten Vergleich mit Erwin Huber, der direkt für die CSU antritt. Über dem Duell Huber - Vilsmeier dürfte eine besondere Spannung liegen, nachdem Huber nicht mehr in seinen Ämtern als Parteivorsitzender und Staatsminister ist. Huber war 2008 von 67 auf 47 Prozent abgestürzt. Er schaffte jedoch souverän den Gewinn des Direktmandats, nachdem sein direkter Gegenspieler Udo Egleder auf lediglich 17 Prozent gekommen war.

Ihren Direktkandidaten konnten die Delegierten aus den Ortsvereinen geheim wählen. Von 48 Delegierten waren 45 gekommen. Ein knappes Dutzend von ihnen gehört Ortsvereinen des südlichen Landkreises Landshut an.

Seine Bewerbungsrede vor den Delegierten hatte Vilsmeier mehr in einem sachlichen als in einem kämpferischen Ton gehalten. Als von ihm im Wahlkampf in erster Linie anzusprechende Themen nannte er die soziale Gerechtigkeit, die Infrastrukr und den Erhalt der Tariftreue. Vilsmeier kündigte an, einen deutlichen Wahlkampf zu führen, warnte aber davor, alles schlecht zu reden. "Damit treffen wir nicht den Nerv der Bevölkerung". Bayern sei ein gut funktionierender Staat, die SPD müsse jedoch darauf hinweisen, wo es nicht so gut läuft. Beispielsweise habe sich die Staatsverschuldung in Bayern in den letzten Jahren verdoppelt. Vilsmeier zeigte sich in seiner zehnmütigen Bewerbungsrede auch fit in der Geschichte der bayerischen SPD.

Mitbewerber Udo Egleder kam auf 33 Prozent der abgegebenen Stimmen, Sebastian Gruber auf neun Prozent. Gruber hatte die kämpferischste aller drei Reden gehalten. Ein Trostpflaster für Egleder: Immerhin mit 84 Prozent nominierten ihn die Delegierten zum Zweitstimmenbewerber der SPD zur Landtagswahl. Egleder hatte sich im Vorfeld bereiterklärt, diese Kandidatur zu übernehmen. Für den Wahlkampf kündigte er an, die Themen Ausbau der Eisenbahnlinie München - Passau, FOS und BOS, die Rahmenbedigungen für die Krankenhäuser und prekäre Arbeitsverhältnisse anzusprechen.

Sowohl für Vilsmeier als auch für Egleder wird nun die Wahlkreiskonferenz am 9. März von Bedeutung sein, auf der die Reihung der Zweitstimmenbewerber vorgenommen wird.

Seit dem gestrigen Sonntag ist es nun auch sicher, dass Christine Trapp für ihre Partei direkt für den Bezirkstag kandidieren wird. Frau Trapp wurde mit 95 Prozent der Stimmen zur Kandidatin gewählt. Sie ist seit elf Jahren kommunalpolitisch tätig und sieht dies als guten Zeitpunkt, sich eine Ebene höher zu engagieren. Sie berichtete, dass 90 Prozent des für 2013 vorgesehenen Verwaltungshaushalts, der 365 Millionen Euro umfasst, in die soziale Sicherung fließen sollen.

Listenkandidat der SPD für den Bezirkstag wird Mengkofens Bürgermeister Josef Koch. Seine Wahl erfolgte einstimmig. Koch ist seit 18 Jahren Vorsitzender der Feuerwehr Mengkofen und ist seit kurzem in der Kreisvorstandschaft der Caritas.

Eingangs hatte SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold zur Landtagswahl referiert. Er bezeichnete die Studiengebühren als das erste Projekt, das eine sozialdemokratischd geführte Landesregierung abschaffen würde. Die Abschaffung sei aber schon vorher realisierbar. Pronold bat daher, beim Volksbegehren zu unterschreiben. "Wir wollen, dass Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt". Bei dem Lohniveau, das in Niederbyern herrscht, werde oft die Frage gestellt: "Welches meiner beiden Kinder darf studieren?". Pronold bemängelte an Ministerpräsident Seehofer eine Wendigkeit bei den Themen. So beim Büchergeld, bei den Studiengebühren und selbst beim Landtagswahltermin.

Landrat Heinrich Trapp widmete sein Grußwort der Kritik an Erwin Huber: "Ich habe zur Zeit das Gefühl, dass er alle Themen darauf abklopft, ob man damit dem Landrat schaden kann".

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Dingolfing, Bayern, Deutschland

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