Artikel vom 20. January 2013 15:50, 112 mal gelesen
Ehrengäste und Festgästen freuten sich über den optimistisch ausgerichteten Neujahrsempfang. Foto: dw
In einer wahrlich wolkenlosen Grundstimmung präsentierte sich am Samstag Vormittag der Neujahrsempfang der Stadt Bogen, denn alle Redner, voran Bürgermeister Franz Schedlbauer , warteten mit positiven Bilanzen für das abgelaufene Jahr und mit hoffnungsvollem Optimismus für den Neustart 2013 auf. Das festliche Ambiente für die Veranstaltung mit überaus vielen Gästen aus allen Bereichen der Öffentlichkeit ,unter ihnen eine Vielzahl von ehrenamtlich tätigen Bürgern , bot das Kulturforum Oberalteich. Stimmungsvoll schwungvolle Akzente moderner Blasmusik setzte die aus Schülern des Anton - Bruckner-Gymnasiums Straubing bestehende Blechbläsergruppe " WosDaBrassKo".
Mit einem ganz unprogrammgemäß eingefügten Überraschungseffekt wartete zunächst Fery Eckl als dritter und bekannt humorvoll agierender Bürgermeister auf: Nämlich mit der feierlichen Verkündigung, dass heute vor genau 50 Jahren Franz Schedlbauer , erster Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident das Licht der Welt erblickte. Weil er aber nicht mit leeren :Händen kommen wollte, habe er ganz entsprechend der aktuellen Rückkehr der alten Landkreisschilder gleich ein solches für den ersten Bürger der Stadt anfertigen lassen. " Weil dies noch anonym in einer Nacht- und Nebelaktion, natürlich in der Nähe des Landratsamtes geschehen musste, und der erst kurz vor der Landkreisreform geborene Betreiber noch nicht die genaue Buchstabenkombination kannte, hat das Schild anstelle der ganz richtigen nur die Bezeichnung " BOG - GN 1". Klar, dass dieser kurzweilige Auftritt Beifall und Gelächter auslöste und den mit lachenden Bürgermeister zu der Versicherung veranlasste: " Der heutige Empfang bleibt trotzdem ein reiner Neujahrs- und nicht mein Geburtstagsempfang".
Umfangreich war danach die von Schedlbauer namentlich vorgetragene Gästeliste , ehe er die Leistungen der Kommune ins Blickfeld rückte. " Das Jahr 2012 war dank der Abwicklung so vieler Großmaßnahmen wie noch nie in der Geschichte der Stadt ein Jahr der erfolgreichen Einweihungen" betonte er. So wäre das von der EU geförderte Gemeinschaftspröjekt " Europapark Bayern - Böhmen" mit einem grandiosen Festakt im Juli von Europaministerin Emilia Müller eröffnet worden. Darüber, dass die Sicherheit und der Erholungswert auf dieser 70 000 Quadratmeter großen Fläche garantiert bleibe, wache die vom Freistaat Bayern geförderte und seit Juni in Bogen nach gründlicher Schulung durch die örtliche Polizeiinspektion eingerichtete Sicherheitswacht. Als ein von 23 Gemeinden der ILE Nord gemeinsam getragenes interkommunales Zentrum wäre im Herbst das Interkommunale Präventionszentrum "FIZ" mit zielgerichteten Präbentivmaßnahmen zur Verkehrserziehung, Drogen- und Ernährungsberatung seiner Bestimmung übergeben worden und räumlich nicht weit entfernt davon stünde nun im Schulzentrum zur Abwicklung der notwendigen Sportstunden die optimal ausgestattete Zweifachturnhalle zur Verfügung. Lob zolle er der ebenfalls bestens in die Wege geleiteten interkommunalen Zusammenarbeit in Form des Anschlusses der Gemeinde Parkstetten an das Standesamt Bogen , wo nun ab Januar sämtliche Standesamtsvorgänge außer Eheschlieungen abgewickelt würden. Erfreulich für die Bürger wären auch Straßenausbaumaßnahmen in einigen Gemeindgebieten , die Errichtung einer Ampelanlage am Hutterhof und die nun alle Ortsteile berücksichtigende Breitbandversorgung gewesen.
" Die Einweihung des 2012 abgeschossenen Vorhabens " Rathausanbau" werden wir allerdings erst im Hebst 2013 mit einem Tag der offenen Tür feiern"", stellte der Rathauschef klar und leitete damit die Agenda 2013 betreffenden großen Projekte über. Im " Stadtumbau- West - Rahmen" würden die nach erfolgreich abgeschlossenen Planungsschritten Baumaßnahmen der Straubinger Straße witterungsbedingt bald beginnen und der schon lange anvisierte barrierefreie Bahnsteig plus der Betrieb der Radlerpension könne ebenso heuer starten. Wie bereits in vielen anderen Gemeinden schon entstanden würde Bogen in der vom Landkreis erworbenen früheren Berufsschule in der Bahnhofstraße ein
"Mehrgenerationenhaus" als zukünftig das Jugendfreizeithaus, die Stadtbücherei, ein Freiwilligenzeztum, die Tafel, den Senioren- und Behindertenbeirat und den Partnerschaftsverein beherbergende Begegnungsstätte entstehen. Um dem Bedarf gerecht zu werden schaffe man neu zwei zusätzliche Kinderkrippen mit insgesamt vier Gruppen , wofür bereits Bauaufträge vergeben wurden. Froh sei man in er Stadt auch die Leistung der Kreiswohnungsbaugesellschaft, die Blöcke im Beeich der Herzog - Ludwig - Straße saniert habe und weiter saniere. Dass die Veranstaltungen im Kulturforum Oberalteich ein hervorragendes Echo fänden , die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bestens klappe und dass die wirtschaftliche Situation der Betrieben sehr gut wäre, merke er als Bürgermeister zufrieden an und weise darauf hin, dass sowohl die Firmen Schnupp, Hiendl und Preböck mit staatlichen Auszeichnungen bedacht wurden." Als Ergebnis meiner Ausführungen darf ich feststellen " Bogen steht gut da"..
" Bogen als größte Gemeinde es Landkreises ist uns ein Investitionsschwerpunkt", merkte Landrat Alfred Reisinger an. Das werde jeweils mit der Kostenbeteiligung an der Infrastrukturverbesserung der Landkreisstraßen deutlich. " Lieb und teuer wie eh und je" sind uns die in Landkreisträgerschaft stehenden Schulen, in die wir kontinuierlich investieren". So verweise er auf die mit 1,25 Millionen Euro zu Buche schlagende Erweiterungs- und Umbaumaßnahme der Ludmilla - Realschule und an die Errichtung der Zweifachturnhalle an der Mittelschule Bogen, wozu der Landkreis durch die Ablösung des Drittelanteils an der VHG - Mehrzweckhalle einen beachtlichen finanziellen Beitrag erbrachte. Im Sommer dieses Jahres rechne man mit dem Beginn der 1,3 Millionen - Euro teuren Erweiterung und des Umbaus des Förderzentrums Albertus Schule in Oberalteich Sorgen bereite allerdings die Berufsschul - Außenstelle Bogen, deren Standort konstant rückläufige Schülerzahlen gefährdete. "Ich werde mich weiter mit Vorschlägen zur Standorterhaltung bei der Regierung einsetzen".
Bemerkenswert seien die wirtschaftlichen Ergebnisse der beiden nur schwarze Zahlen schreibenden Kliniken Bogen und Mallersdorf , die erfreulicherweise mit selber erwirtschafteten Mitteln baulich investierten und den Landkreis damit nicht belasteten. Nicht nur dass die als Kommunalunternehmen geführten beiden Kliniken mit über 630 Beschäftigten zu wichtigen Arbeitsplatzgebern gehörten, sondern dass sie sich genauso als leistungs- und wettbewerbsfähige Gesundheitszentren bewähten. Das Engagement des Landkreises spiegele sich in seiner Unterstpützung des Kreismuseums, der VHS. Hauptgeschäftsstelle , des Kreisbauhofes und der Kreisarchäologie wieder, lbetonte der Landrat. Ein Lob aussprechen müsste er der Stadt Bogen für die Ende Oktober dem Landratsamt zugewiesenen und in einer Bogener Immoblie untergebrachten Asylbewerber. " Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich beim Bürgermeister, dem Stadtrat und den Bürgern , dass sie nicht ablehend , sondern im Geiste der Mitmenschlichkeit diese Familien , die ihre Heimat aus welchen Gründen auch immer verließen, aufgenommen haben".
Als Standortältester und stellvertretender Kommandeur des Sanitätskommandos IV ging in seinem Grußwort Oberstarzt Dr. Bernd Mattiesen auf die Wertschätzung der Bundeswehr bei den Bogener Bürgern und ihren politiischen Mandatsträgern ein.. Man sei hier in Bogen als Zentrum des Sanitätsdienstes für Süddeutschland stationiert und wäre zugleich als eine Armee im Einsatz in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr beauftragt gewesen eine Sanitätsstaffel für den Patriot- Einsatz in der Türkei aufzustellen. So trügen auch die Bogener Soldaten zum Einsatz deutscher Soldaten in insgesamt 102 Auslansdsmissionen , wozu noch die Unterstützung unserer französischen Freunde in MALI mit zwei Transportflugzeuigen käme, bei.. " Gut so, dass der Bundest6ag über alle Einsätze entscheide und daher unsere Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist", unterstrich der Oberstarzt, der abschließend auf das ihnen als den " Verteidigern der Menschenrechte und Schützern vor Unterdrückung und Gewalt" zukommende Ansehen der Soldaten und ihrer Veteranen hinwies.
Franz Prebeck, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern / Oberpfalz und mit einem eigenen Unternehmen in Furth/ Oberalteich ansässig, ging in seinen mit vielen anschaulichen Beispielen aus den heimischen Handwerksbetrieben bereicherten Ausführungen besonders auf die wirtschaftliche Situation Bogens und der Region ein. " Wir sind mit der geringsten Arbeitslosenquote in ganz Ostbayern Spitze in der Region". Unsere Mittelstandsbetriebe sind so erfolgreich, weil sie als Familienbetriebe ihre Kraft aus einem ideenreichen und leistungsbereiten Mitarbeiterstamm mit bereits selbst ausgebildeten Leuten schöpfen und stolz mit dem eigenen Familiennamen ihre Produkte präsentiren".Deshalb sei man ganz der Meinung des Bürgermeisters, rundum gut dazustehen . " Unsere gute Auslastung verdanken wir eben vor allem dem unverzichtbaren und verantwortungsvollem Fleiß unserer Mitarbeiter", müsse er anerkennen. Nichts hätten beispielsweise die Planungsvorlagen aller Experten geholfen, weil die Ausführungsarbeiten bodenständiger Leute wie wir sie Gott sei Dank haben, fehlten , setzte er mit einem Hieb auf das Disaster des Berliner Flughafens hinzu.
Nach einem Hinweis auf die mit der Energiewende verbundenen Sorge auf die größtenteils von Steuern und Abgaben verbundenen Kostensteigerungen, wolle er, so der Handwerkspräsident , für noch etwas überaus Wichtiges um Unterstützung bitten: " Trotz aller optimistischen Zukunftsaussichten stimmt uns der sich deutlich anbahnende Fachkräftemangel im Handwerksbereich nachdenklich, denn der entsprechende Arbeitsmarkt ist fast leer". Leider würde auch von der Politik der Trend zum Königsweg Studium favorisiert und damit der Weg beruflicher Ausbildung ins Abseits gestellt." Man brauche aber talentierte und begabte junge Leute als Nachwuchs für , die dann , wenn sie diese ebenfalls Karriere versprechenden berufliche Zukunft anstrebten , nicht zu den 50 Prozent Studienabbrechern gehörten. "Ich appelliere also an die Eltern und sonstigen Verantwortlichen, die noch unschlüssigen Jugendlichen für diesen begabtengerechten Ausbildungsweg zu begeistern".
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