Die Schule ist vorbei, und nun?


Jahrelang warten Schüler auf das Ende der Schulzeit, auf das Abschlusszeugnis. Doch ehe sie sich versehen, ist die Schule vorbei, und viele wissen nicht, was sie danach machen sollen. Gleich eine Ausbildung machen oder studieren, auf eine weiterführende Schule gehen? Das sind weitreichende Entscheidungen, die mindestens die nächsten Jahre prägen und verplanen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, erst einmal zu entdecken, was einem liegen könnte. Julia Faltiß und Charlotte Unruh stellen einige vor. 


Bundesfreiwilligendienst


Am 1. Juli 2011 beginnt der neue Bundesfreiwilligendienst. Ob Schulabgänger oder Rentner, jeder kann sich dort zwölf Monate lang engagieren, wobei auch eine Verkürzung auf bis zu sechs Monate oder eine Verlängerung auf bis zu 24 Monate möglich ist. Die Bereiche, in denen man arbeiten kann, sind äußerst vielfältig und reichen von Umwelt und Sozialem bis zu Kultur, Integration oder Sport. Der Freiwillige bekommt ein kleines Taschengeld, außerdem wird er fachgerecht angeleitet und bekommt am Ende des Dienstes ein Zeugnis ausgestellt. Während des Freiwilligendienstes ist man gesetzlich sozialversichert, und die Eltern erhalten weiterhin Kindergeld. Grundsätzlich wird der Bundesfreiwilligendienst in Vollzeit ausgeübt. Einen Platz als Freiwilliger sucht man am Besten in der Platzbörse im Internet oder spricht geeignete Einrichtungen selbst an. Weitere Informationen unter www.bundesfreiwilligendienst.de


Freiwilliger Wehrdienst bei der Bundeswehr


Mit dem 1. Januar 2011 ist die Wehrpflicht abgeschafft worden, doch die Möglichkeit besteht nach wie vor, einen Freiwilligen Wehrdienst für bis zu 23 Monate zu absolvieren. Die ersten sechs Monate sind die so genannte Probezeit: In dieser Zeit kann der Freiwillige sich entscheiden, ob er weiter als Soldat arbeiten möchte oder nicht. Je nach Dauer des Wehrdienstes erhöht sich auch der Wehrsold, angefangen mit 777 Euro im Monat bis zu 1150 Euro. Ab dem 1. Juli können sich auch Frauen für den freiwilligen Wehrdienst bewerben. Weitere Informationen unter www.bundeswehr.de (=> "Jugend & Karriere")


Im Ausland reisen und arbeiten


Wer nach der Schule erst einmal die Welt erkunden und dabei auch noch Geld verdienen will, versucht es am besten mit einem "Work and Travel"-Aufenthalt. Beim "Arbeiten und Reisen" finanziert man sich selber durch kleine Jobs den Aufenthalt in seinem gewünschten Land. Viele Organisationen helfen dabei, sich über Länder und Bedingungen zu informieren und begleiten die Reisenden während des Aufenthalts. Australien, Neuseeland und Kanada bieten "Work and Travel" an, in Ländern wie Ecuador, Südafrika und China funktioniert das auch als "Volunteer and Travel". Dort unterstützt man Lehrer in einer lokalen Schule, betreut Kinder oder hilft beim Naturschutz. Man sollte mindestens 18 Jahre alt, aber nicht älter als 30 Jahre sein. Das Programm kann von einigen Tagen bis zu zwölf Monaten dauern. Weitere Informationen zum Beispiel unter http://www.aifs.de/workandtravel/.


Au-Pair


Wenn man Kinder mag, könnte man sechs bis zwölf Monate als Au-Pair verbringen. Als Au-Pair lebt man in einem fremden Land in einer Gastfamilie. Dort ist man eine kontinuierliche Hilfe im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Es ist von Vorteil, die entsprechende Sprache wenigstens so zu beherrschen, dass man mit der Familie ein Alltagsgespräch führen kann. 25 bis 35 Stunden wöchentlich hilft man seiner Gastfamilie, Unterkunft und Verpflegung sind kostenfrei. Es gibt ein Taschengeld, wöchentlich oder monatlich ausgezahlt, von mindestens 50 Euro in der Woche. Auch hierfür sollte man 18 Jahre oder älter sein, die Altershöchstgrenze ist je nach Gastland unterschiedlich. Mehr Informationen unter http://www.aifs.de/aupair/.


Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr


Wer sich für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) entscheidet, entscheidet sich für sechs bis maximal 18 Monate soziale Hilfe. Dabei lernt und erweitert man soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und selbstständiges Arbeiten. Einsatzstellen sind zum Beispiel Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime, Rettungsdienste, Kultureinrichtungen und sportliche Einrichtungen. Das FSJ ist auch im Ausland möglich. Man sollte die Pflichtschulzeit erfüllt haben und nicht älter als 26 Jahre sein. Im Durchschnitt bekommt man 150 Euro monatlich, je nach Einrichtung werden Unterkunft und Verpflegung gestellt. Das gilt übrigens auch für das Freiwillige Ökologische Jahr. Dabei werden ökologische Interessen der Helfer vertreten, wie Umweltaspekte und Fairer Handel. Mehr Informationen unter www.fsj.bayern.de und www.pro-fsj.de.

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Kategorie: Jugend schreibt
Erstellt: 10.06.2011

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