Rewe verlässt die Landshuter Innenstadt


Hauseigentümer Emslander erhöht die Miete - der Supermarkt muss raus


 

Schließt in einem Jahr: Rewe am Dreifaltigkeitsplatz in Landshut. (Foto: ki)

Von Hannah Kieblspeck


Die Kunden des mittlerweile einzigen Nahversorgers in der Innenstadt sind empört: Der Supermarkt Rewe soll im März kommenden Jahres geschlossen werden. Der Grund: Die Familie Emslander, Eigentümer des Hauses am Dreifaltigkeitsplatz, möchte die Miete erhöhen. "Wir zahlen derzeit 8000 Euro Miete im Monat, eine Mieterhöhung ist für uns nicht mehr tragbar", sagte der Geschäftsführer der Filiale, Kurt Kotlarski.


Die Empörung der Kunden scheint nachvollziehbar. Laut Kotlarski kaufen täglich rund 1000 Menschen bei der Rewe-Filiale am Dreifaltigkeitsplatz ein. Insbesondere für viele ältere Bürger, die in der Innenstadt wohnen, sei diese Einkaufsmöglichkeit wichtig, sagte Kotlarski. Ihnen sei es zum Teil körperlich nicht möglich, andere Supermärkte aufzusuchen. "Bäckereien und Metzgereien gibt es zur Genüge in der Stadt; Lebensmittelgeschäfte sind hingegen eine Rarität", sagte eine Kundin des Supermarkts.


Nichtsdestotrotz- die Würfel sind gefallen. Rewe wird im März 2011 die Türen endgültig schließen. Dies bestätigte auch der Hauseigentümer Johannes Emslander: "In der Innenstadt ist ein solcher Laden, nicht mehr so lukrativ, und dies spiegelt sich natürlich auch in unseren Mieterwartungen wider." Gerade mit dem Ausbau des Fachmarktzentrums Landshut-Park in der Münchnerau und den Plänen rund ums Kaserneneck könne die Konkurrenz zu Rewe steigen. Damit droht laut Emslander der Umsatz zu sinken.


Ein neuer Standort für das Geschäft in der Innenstadt ist sehr unwahrscheinlich. "Wir sind auf der Suche nach neuen Geschäftsräumen, aber in der Innenstadt passende Räume zu finden, ist sehr schwierig", sagte Kotlarski. "Möglicherweise wird auf dem Gelände der ehemaligen Schochkaserne ein Laden entstehen, aber dies ist noch nicht spruchreif."


Was mit den jetzigen Geschäftsräumen von Rewe passieren soll, ist dagegen schon klarer. "Uns wurde gesagt, dass die Postbank reinkommen wird und in den oberen Stockwerken Luxusappartments entstehen sollen", sagte die Marktleiterin der Filiale, Brigitte Zacher. Johannes Emslander bestätigt diese Aussage teilweise: Es werde einiges umgebaut und saniert werden, und Rewe müsse dann zugunsten des Postbank-Finanzcenters weichen.


Die Bevölkerung in der Stadt sieht diesen Mieterwechsel nicht positiv. "Schon seit über 30 Jahren gibt es am Dreifaltigkeitsplatz einen Supermarkt. Zunächst war Penny in den Räumen, später HL und anschließend Rewe", sagte Kotlarski. Die Versorgungslage an Lebensmitteln ist in der Innenstadt mehr als dürftig. Der Fischladen Nordsee schloss sein Geschäft in diesem Jahr, Karstadt hat seit Jahren keine Lebensmittelabteilung mehr, und der Edeka-Laden, der vor längerer Zeit in dem Gebäude des jetzigen Tschibos war, existiert auch nicht mehr.


Die Tendenz ist eindeutig - die Nahversorgungslage in der Innenstadt wird immer schlechter. Nachdem die Norma vor rund zwei Jahren aus der Neustadt verschwand, gibt es in direkter Altstadtnähe außer Rewe keine andere Einkaufsmöglichkeit mehr. Lediglich Aldi im CCL bietet noch die Möglichkeit relativ zentrumsnah einzukaufen.


Der Wirtschaftsförderer der Stadt, Johann Winklmaier, schätzt die Möglichkeiten für die Erhaltung des Standorts für Rewe schlecht ein. "Wir sind nicht Herr der Liegenschaften", sagte Winklmaier. Der Oberbürgermeister werde sich sicher dafür einsetzen, aber letztlich sei der Hausbesitzer gefordert.


Ortsinformation:  Deutschland > Landshut > Dreifaltigkeitsplatz


Leser-Kommentare (1)

spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.
manuela | 26.02.2010 05:17 |  20 Bewertungen

sauerrei

Ich finde dies für eine große Sauerrei Herr Emslander.
Sie haben ja ein Auto und können Einkaufen.Denken Sie garnicht an die älteren Menschen in der Stadt.Na ja auch Sie werden mal Älter.

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