Deckung! Deckung!


Dult-Boxen ist sportliche Höchstleistung für die einen, Unterhaltung für die anderen


 

Während die einen Bier trinken und Hendl essen, müssen sich die anderen im Ring bewähren: Das sind die zwei Gesichter des Dult-Boxens.(Fotos: cv)

Landshut. (sj) Eines hört Oliver Wunsch nicht gerne: Wenn jemand seine Veranstaltung Bierzelt-Boxen nennt. "Das klingt despektierlich." Der Präsident des SC Bavaria Landshut legt Wert darauf, dass die Boxkämpfe im Krämmerzelt als das angesehen werden, was sie sind: Hochleistungssport. Und das unter erschwerten Bedingungen. Denn so eine Bierzeltluft ist eine Herausforderung für jede Sportlerlunge. Und so gehören die Boxer, die am letzten Dulttag antreten, wahrscheinlich zu den größten Fans des Rauchverbots. 


Aber die Luft ist das eine, die Stimmung das andere. Und von der schwärmen sie alle - vom Präsidenten bis zum kleinen Nachwuchsboxer. Vor hunderten Leuten in den Ring zu steigen, das macht das Dult-Boxen aus. Das lässt den Brathendlduft, der im Zelt hängt, schnell vergessen. "So viele Zuschauer sind nicht mal bei der Bayerischen Meisterschaft", sagt Hans Leitner, Trainer von Yunes Ramadan. Der 14-Jährige ist der Star des SC Bavaria. Sein Kampf zählt heute zu den Höhepunkten. "Er hat nicht nur Talent, sondern auch den Willen", sagt Gerhard Kargl, Nachwuchstrainer beim SC Bavaria. Und Präsident Wunsch nennt Yunes "unser Aushängeschild". Der Stolz des SC Bavaria ziert in diesem Jahr auch die Titelseite der Vereinszeitung.



Boxen auf der Dult


Galerie starten: Klicken Sie auf ein Bild (6 Inhalte)



Für die anderen Kämpfe haben sich die Landshuter Verstärkung aus dem Rest Bayerns geholt. Um gegen die Box-Gäste zu bestehen, brauche man die besten Leute aus der Umgebung, sagt Wunsch. So treten im Trikot des SC Bavaria Boxer aus Amberg und Fürstenfeldbruck an. Gegner ist die Boxsport-Gemeinschaft Berlin. Jungs, die meisten so um die 15 Jahre, die Bierzelt und Blasmusik bisher nur aus dem Fernsehen kannten. Die Berliner haben gute Leute mitgebracht. Oliver Wunsch wundert es nicht: "Die Boxer reißen sich darum, dabei zu sein." Die Mischung Bierzelt und Boxen macht's offenbar. 

Dult-Boxen - da hält es so manchen irgendwann nicht mehr auf der Bank, weil's so spannend ist. Andere schreien nach oben, feuern an. Und jeder Schlag, der trifft, wird von hunderten Zuschauern mit Applaus oder Buh-Rufen quittiert - je nach Sympathie.


Doch heute begeistern die meisten Kämpfe das Publikum nicht so recht. Meist ist es ruhig auf den Bierbänken. Erfahrene Zuschauer bemängeln, dass diesmal zu viele junge Boxer angetreten sind. "Die Leute wollen halt auch, dass es mal zur Sache geht", sagt ein Dult-Box-Fan. 


Ausführlicher Bericht in der Landshuter Zeitung vom 30. August 2010.

Ortsinformation:  Deutschland > Landshut


Leser-Kommentare (1)

spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.
Fritzemann | 29.08.2010 20:40 |  0 Bewertungen

Boxen im Festzelt ist eine super Sache

Zeltveranstaltungen in Bayern ist für uns Rheinländer eine tolle Sache!!
früher selbst aktiv (1964) später als Trainer und Organisator,haben wir der Siegburger Boxclub oder als Rhein-Sieg Auswahl bis heute 39 Starts im Bayrischen Raum
gemacht,wir wurden zu Frühlingsfesten u.Sommerfesten (Dult) von den Vereinen Schöllnach,Deggendorf,Pfarrkirchen,Erding,Coburg,Bamberg,Gunzenhausen,Straubing,Landshut u.Fürstenfeldbruck eingeladen!!! Für unsere Jungs war es immer eine tolle Sache vor solchen zahlreichen Zuschauer (600-2000) zu kämpfen,das gibts nur im Bayrischen Raum.

beste grüsse Fritz Beutler
Geschäftsführer des Siegburger Boxclub 1921e.V.

Kommentar schreiben

Überschrift:Nickname:
Kommentar: Netiquette | AGB

ANZEIGE

Artikel empfehlen

Absender E-Mail:Empfänger E-Mail:
Absender Name (optional):Empfänger Name (optional):
Ihre Nachricht (optional): 

Info zum Artikel

Kategorie: Landshuter Zeitung
Erstellt: 29.08.2010

 0 Bewertungen

Download Artikel (PDF)
Mehr wissen? Zeitung lesen!

Archiv

Monat:

Jahr:

RSS | Impressum | Mediadaten
© 2010 Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung