Die älteste Kirche im Landkreis Dingolfing-Landau wird erforscht


Neues Projekt von Kreisarchäologen Dr. Ludwig Kreiner


 

Die älteste Kirche im Landkreis Dingolfing-Landau ist in Thomasbach bei Exing.

Dingolfing. (ww) Viele Hinweise gibt es im Kreisgebiet, wie unsere Vorfahren gelebt haben. Der Landkreis will sie nun stärker in den Blickpunkt rücken. 


"Der einzelne sieht es nicht, wenn er nicht darauf hingewiesen wird, aber er sieht es, wenn er sehend gemacht wird", sagte Landrat Heinrich Trapp in der Kreisausschusssitzung am Dienstag, 26. Januar 2010, als im Rahmen der Haushaltsberatungen der Etat für die Kreisarchäologie an der Reihe war. Trapp bezog sich dabei auf die vielen Natur- und Bodendenkmäler, die es im Landkreis gibt und die uns Aufschlüsse geben über das Leben unserer Vorfahren. Der Landrat kündigte an, dass der Landkreis diese Denkmäler mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken wird. Die Denkmäler sollen auf einer Karte eingezeichnet und eventuell in das Radwegenetz eingebunden werden. Als Titel dieses Projekts konnte sich Trapp vorstellen: "Von Baum zu Baum". 


Eines der Bodendenkmäler liegt In der Gemeinde Eichendorf. Hier ist Kreisarchäologe Dr. Ludwig Kreiner momentan mit einem besonders interessanten Projekt beschäftigt. Um 1200 muss hier ein großer Hof gewesen sein, 400 Jahre später eine Ziegelei. Aus dem Jahr 1700 datiert eine heute noch vorhandene Rechnung für eine Reparatur eines Friedhofszauns an dieser Stelle. Die dazugehörige Kirche steht ebenfalls in Thomasbach, das Areal dieser Kirche gehört aber zur Gemeinde Landau. Nach Feststellungen von Kreisarchäologen Dr. Kreiner handelt es sich um die älteste Kirche im Landkreis. Im Kloster Niederaltaich gibt es eine Urkunde aus dem Jahr 1148, in der diese Kirche erwähnt wird. Die Kirche steht auf einem Hügel. Dr. Kreiner vermutet nun, dass Vorläufer dieser Kirche eine hölzerne Burg war. 


Ob Urkundenlage und tatsächliche Bauten übereinstimmen, will Dr. Kreiner nun mittels zweier verschiedener Methoden herausfinden. Zum einen durch eine so genannte geomagnetische Prospektion. In diesem Rahmen werden mit einem Magnetomaten Störungen des Erdmagnetismus gesucht. Die Kosten hierfür würde die Bramenkamp-Stiftung übernehmen. Zum anderen durch einen Tiefenschnitt in der Kirche. Dazu bräuchte die Kreisarchäologie 15 000 Euro, die der Kreisausschuss auch genehmigte. Auch wurde ihm für den laufenden Betrieb ein stellvertretender Grabungsleiter genehmigt. 


Einen ausführlichen Bericht bringt der Dingolfinger Anzeiger in seiner Ausgabe vom Donnerstag, 28. Januar 2010. 

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Kategorie: Dingolfinger Anzeiger
Erstellt: 27.01.2010

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