Ein Plädoyer für eine solidarische Gesellschaft
Landtagspräsidentin Barbara Stamm sprach beim Neujahrsempfang des Landkreises Dingolfing-Landau
Standen im Fokus: Landrat Heinrich Trapp und Landtagspräsidentin Barbara Stamm.
Dingolfing. (ww) Der Markt allein kann eine Gesellschaft nicht tragen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm zeigte in ihrer Rede beim Neujahrsempfang des Landkreises am Freitag, 22. Januar 2010 in der Aula des Dingolfinger Gymnasiums Maßstäbe auf, an denen sich unsere Gesellschaft orientieren sollte.
Die Landtagspräsidentin stellte eingangs fest, dass ein Stück Urvertrauen der Menschen in die Politik verloren gegangen sei. Es sei für die in der Politik Tätigen eine Herausforderung, dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Zu den Vorgängen um die bayerische Landespolitik sagte Frau Stamm, sie habe als Landtagspräsidentin großes Interesse daran, dass die Dinge aufgeklärt werden. Dafür erwarte sie aber auch, dass es keine Vorurteile und keine Vorverurteilungen gebe. In Anspielungen auf Äußerungen des Landrats sagte die Rednerin, man müsse auch Persönlichkeiten zugestehen, dass sie zum damaligen Zeitpunkt nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Aufsichtsratsmitglieder hätten für ihre Tätigkeit keinen Cent bekommen, das habe alles in die Landesforschungsstiftung abgeführt werden müssen.
Barbara Stamm sah jedes Mitglied dieser Gesellschaft in der Verantwortung, sich einzubringen. Alles, was der einzelne leisten kann, müsse der Staat nicht leisten. Für diese Gesellschaftsform stehe auch die Solidarität. So teile sie, Stamm, auch nicht die Auffassung des hessischen Ministerpräsidenten, Hartz IV Empfänger sollten zur Arbeit verpflichtet werden. Die Arbeitslosigkeit von Menschen sei viel zu sensibel geworden, als dass man sie in einen Topf werfen könnte. Menschen, die schuldlos arbeitslos geworden sind, müsse der Staat helfen, diejenigen, die in der sozialen Hängematte hängen, müssten persönlich angesprochen werden, nicht allgemein.
Einen ausführlichen Bericht bringt der Dingolfinger Anzeiger in seiner Ausgabe vom Samstag, 23. Januar 2010!
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