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Artikel vom 27. April 2012 08:59, 409 mal gelesen

Mit dem Bike aus 23 Metern in die Tiefe

Dominic Amberger über seine Karriere, seine waghalsigsten Sprünge und seine Träume

Zu seinen Anfangszeiten hat Dominic sich selbst einen Dirt Park gebaut. Heute macht er die waghalsigsten Stunts.

Zu seinen Anfangszeiten hat Dominic sich selbst einen Dirt Park gebaut. Heute macht er die waghalsigsten Stunts.

Von Kerstin Weinzierl

Mitten in der Vorbereitung auf die anstehende FMB World Tour hat sich Dominic Amberger für ein Interview mit Freistunde Zeit genommen.
Die meisten Jugendlichen haben heutzutage ein Mountainbike in der Garage stehen. Sind damit die Anfänge für eine Karriere als Dirt Biker bereits gemacht?
Prinzipiell ja, denn genau so war es bei mir damals auch: Ich hatte ein ganz normales Mountainbike in der Garage und hatte im Internet mit einem Kumpel ein Freeride Mountainbike Video gesehen. Wir dachten uns, das müssen wir auch mal versuchen. Deshalb an alle: Fangt klein an und lasst euch Zeit, um die nötige Bike-Kontrolle für größere Sprünge zu bekommen. Und: immer einen Helm aufsetzen und Protektoren tragen. Für den Anfang und für kleine Sprünge, zum Beispiel im Wald, reicht ein ganz normales Mountainbike. Doch sobald man sich an richtige Sprünge wagt, sollte man schon darauf achten, dass man ein spezielles Dirt Jump oder Freeride Bike hat.

Und dann einfach ab in den Wald? Wo trainiert man das Dirt Biken?Ich habe mir selber auf meinem Privatgrundstück einen eigenen Dirt Park gebaut mit Sprüngen, die man auch auf den Contests findet, um so perfekte Trainingsbedingungen zu haben.
Leider gibt es noch zu selten in den Städten öffentliche Dirt Parks, die auch für Anfänger fahrbar sind. Deshalb selber schauen, dass man sich im Garten oder bei Bekannten etwas zum Springen baut.

Mehr zu Dirt Jumpen

Dominic Amberger nahm sich Zeit für ein Interview für Freistunde.

Dominic Amberger nahm sich Zeit für ein Interview für Freistunde.

Wie hat deine Karriere begonnen?
Da ich damals mit 14 Jahren in Cham der erste und, was ich bis dahin noch gar nicht wusste, auch einer der ersten Deutschen war, die Dirt Jump und Freeride Mountainbike fuhren, war es schwer, Spots zum Fahren zu finden. Wir sind damals einfach in den Wald gegangen und sind dort gefahren, haben uns Drops (Kanten, von denen man abspringt) und kleine Natur-Sprünge gesucht, waren in Cham in der Stadt unterwegs und haben uns im Skatepark vergnügt.

Wie viele Fahrräder stehen in deiner Garage? Welche Summen investiert du in dein Bike?
In meiner Werkstatt stehen zur Zeit fünf Mountainbikes zusammengebaut und noch etwa acht Bikes, zerlegt in Einzelteile. Gefahren werden zur Zeit drei Bikes. Geld investieren muss ich in meine Fahrräder Gott sei Dank nicht mehr, da ich meine Sponsoren habe.

Wie muss man sich einen Wettbewerb der FMB World Tour, eurer Weltmeisterschaft, vorstellen?
Zu den Wettbewerben werden nur die besten Fahrer weltweit eingeladen. Dann gibt es eine Qualifikation, aus dieser Quali kommen die Besten weiter ins Finale. Im Finale hat jeder Fahrer nochmal zwei bis drei Runs. Bewertet wird das Ganze von den Judges (Jury), die sich jeden Run von uns genauestens ansehen und dann Punkte für Sauberkeit, Trick-Schwierigkeit, Flüssigkeit des Runs etc. vergeben.

Aus welcher Höhe springt ihr?
Die Sprunghöhe ist sehr unterschiedlich. Ein normaler Sprung geht über eine Länge von sechs bis etwa zehn Metern und eine Höhe zwischen fünf und acht Metern. Aber bei einem sogenannten Drop bin ich in Montpellier Südfrankreich auch schon von 23 Metern runter gesprungen mit etwa zwölf Metern freien Fall bis zur Landung! Dann ist es fast nicht mehr möglich, Tricks zu machen!

Wie gefährlich ist diese Sportart?
Die Gefahren sind gut einzuschätzen, da wir ja täglich auf die Tricks hintrainieren. Die größte Gefahr geht vom Wind aus, denn unsere 26 Zoll Mountainbike Felgen sind wie Segel im Wind. Dadurch sind schon oft Stürze passiert.

Was steht in diesem Jahr noch an?
Als nächstes bin ich in München in der Olympiahalle am 27. und 28. April bei der Red Bull Night of the Jumps. Danach geht's weiter mit den Stops der FMB World Tour, um meine Weltranglistenpunkte aufzufüllen. Im August veranstalte ich bei den Inline-Alpin-Weltmeisterschaften 2012 in Cham eine Dirt Jump Show in der Altstadt, was ein Riesen-Event wird. Danach stehen noch bis Oktober einige Stops der FMB World Tour auf dem Programm.

Welche Ziele hast du dir gesteckt?
Gesund bleiben und so wenig Verletzungen wie möglich! Sportlich gesehen: für heuer Top 20 der World Tour und einige hochkarätige Videoproduktionen.

Gibt es einen Traum, den du dir erfüllen möchtest?
Mein Traum ist, jeden Tag auf dem Bike zu sitzen, zumindest wenn es das Wetter zulässt.

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