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Artikel vom 04. January 2013 13:53, 109 mal gelesen

Urheberrecht

Tapp nicht in die Abmahnfalle

Autor: Sebastian Geiger
Wer einen eigenen Blog hat, seine Musik mixen will oder einfach nur Links auf Facebook postet, sollte auf das Urheberrecht achten.<br/>

Wer einen eigenen Blog hat, seine Musik mixen will oder einfach nur Links auf Facebook postet, sollte auf das Urheberrecht achten.

Urheberrechtsverletzung ist kein Kavaliersdelikt. Das sagen zumindest diejenigen, die davon betroffen sind - Künstler, Studios und alle anderen, die an der Verwertungskette von Büchern, Musik, Fotos und Filmen hängen. Das heißt in der Regel, wenn ein Nutzer eine Urheberrechtsverletzung begangen hat, wird das schnell teuer: Abmahnkosten, Gerichtsverfahren, in schweren Fällen droht sogar Gefängnis. Und auch, wenn die Kritik am Urheberrecht in seiner derzeitigen Form wächst, auf absehbare Zeit spielt es für Internetnutzer weiterhin eine wichtige Rolle. Freistunde hat die größten Abmahnfallen gesucht und nachgeforscht, was ihr tun könnt, damit ihr nicht versehentlich eine Urheberrechtsverletzung begeht.

Wie teuer ist meine Facebook-Seite?

Anwälte warnen: Facebook-Seiten können mehrere tausend Euro wert sein. So ähnlich ging es vor Kurzem durch die Medien. Der "Teilen"-Knopf bei Facebook ist nämlich unter Umständen eine Goldgrube für Abmahnanwälte. Wer urheberrechtlich geschütztes Material auf seine Facebook- Seite stellt oder teilt, ohne den Inhaber des Urheberrechts zu fragen, macht sich damit strafbar. Ohne Probleme kann man eigene Fotos oder Videos auf eine Facebook-Seite stellen - sofern auf ihnen nicht Dinge zu sehen sind, deren Urheberrecht bei jemand anderem liegen. Alles andere könnte Probleme nach sich ziehen. Wer gerne YouTube-Videos oder ähnliches verlinkt, sollte auf jeden Fall die Vorschau deaktivieren.

Mehrere Gerichtsurteile haben inzwischen bestätigt, dass ein reiner Link nicht strafbar ist. Wie die Rechtslage bei sogenannten eingebundenen Videos ist, also den Videos, die in der Facebook-Vorschau zu sehen sind, ist unklar. Auch die Fotos und Bilder anderer Leute sind mit Vorsicht zu genießen. Hundertprozentig sicher, nicht abgemahnt zu werden, könnt ihr nur sein, wenn ihr sie gar nicht teilt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie schon von anderen Usern ebenfalls geteilt wurden - solange der Urheberrechtsinhaber und die Inhaber der Nutzerrechte nicht ihr explizites Einverständnis gegeben haben, dürft ihr keinen Inhalt teilen.

Welche Inhalte dürfen in den Blog?

Im Grunde gelten für Blogs die gleichen Regeln wie für Facebook-Seiten oder euren Twitter-Account. EineSache, die bei Blogs aber eine noch größere Rolle spielt als bei Facebook, ist das Archiv. So hat erst kürzlich eine Bildagentur Bloggerfür teilweise schon Jahre alte Bilder abgemahnt, obwohl die Urheber der Bilder den Bloggern erlaubt hatten, diese zu benutzen. Die Agentur hatte erst vor Kurzem die entsprechenden Bildrechte eingekauft und gezielt nach Seiten gesucht, die diese Bilder veröffentlicht hatten.

Wenn ihr euren Blog also schon länger pflegt, ist es ratsam, ältere Bilder, die
ihr nicht mehr benötigt, aus dem Blog zu löschen, auch wenn die Einträge danach unschön aussehen. In bestimmten Fällen haften Blogger übrigens auch für Kommentare, die andere auf ihren Blogs veröffentlicht haben. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, löscht am besten fremde Links und stellt die Optionen eures Blogs so ein, dass die Avatarbilder eurer Kommentatoren nicht angezeigt werden.

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"Peer 2 Peer" und "Gratismusik"


Bekannt dürfte inzwischen sein, dass man sich tunlichst keine Musik über "Peer 2 Peer" herunterladen sollte. Das heißt, über Tauschbörsen, in denen die Rechner direkt untereinander vernetzt sind, zum Beispiel über die Programme "BitoRent" oder "LimeWire". Meistens verstecken sich hinter den "Gratis"-Stücken illegale Kopien geschützer Musik oder vielleicht sogar Viren. Auch wer vermeintlich sicher über ein anonymes Netzwerk surft, macht sich strafbar.

Allerdings gehen inzwischen tatsächlich einige Musiker dazu über, Teile
ihrer Werke als Werbung gratis anzubieten oder den Nutzern die Möglichkeit zu geben, sich ihre Musik per Stream anzuhören. Damit ihr seht, ob das Angebot auch wirklich legal ist, solltet ihr auf den offiziellen Webseiten der entsprechenden Künstler surfen -
alles, was diese dort gratis anbieten, ist es mit Sicherheit auch.

Ist mein Remix eigentlich legal?

In den USA hat man es leicht. Durch die sogenannte "Fair-Use"-Regel im dortigen Copyright dürfen Privatpersonen Teile beispielsweise eines Musikstücks verwenden, um etwas eigenes zu schaffen und können dann erst einmal abwarten, ob der Urheber etwas dagegen hat. In Deutschland ist es dagegen nicht einmal möglich, zwei Sekunden eines Musikstücks beispielsweise für einen Remix zu verwenden, ohne den Urheber um Erlaubnis zu bitten. Auch Untermalungen von YouTube- Videos fallen darunter. Will man also ohne Schwierigkeiten einen Remix eines Musikstücks veröffentlichen oder eine Videokollage zusammenschneiden, müssen alle verwendeten Werke vorher rechtlich abgeklärt sein. Das kostet Geld - außer, ihr verwendet dafür sogenannte "gemeinfreie" Werke, bei denen das Urheberrecht abgelaufen ist. Oder ihr benutzt eure eigene Musik - alles andere könnte teuer werden.

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