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Artikel vom 29. März 2012 10:10, 666 mal gelesen

So kommen die Gummibärchen in die Tüte

Georg Rösner erklärt, wie seine Bio-Gummibären hergestellt werden

Von Eva Rothmeier

Es gibt sie in sämtlichen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen: als Cola-Flaschen, Apfelringe, saure Stäbchen, Beerenmix und, und, und. Gummibärchen sind beliebt bei Jung und Alt. Aber wie kommen die begehrten Süßigkeiten eigentlich in die Tüte? Georg Rösner, der mit seiner Firma unter der Marke "Ökovital" Bio-Süßwaren produziert, hat Freistunde das erklärt.
Firmenchef Georg Rösner mit einer kleinen Auswahl seiner Produkte. (Foto: Eva Rothmeier)

Firmenchef Georg Rösner mit einer kleinen Auswahl seiner Produkte. (Foto: Eva Rothmeier)

So kommen die Gummibärchen in die Tüte (10 Einträge)

 

"Glukosesirup, Zucker, Wasser, Geliermittel, Farb- und Aromastoffe sowie Fruchtsäuren und Stärke sind die Grundzutaten für Gummibärchen", verrät Firmenchef Georg Rösner. Und je nach Gewichtung der einzelnen Zutaten entstehen die vielen verschiedenen Produkte, die die Firma Rösner im Angebot hat. Dies geschieht übrigens in riesigen Mischern, in denen die gießfertige Masse einsortig, viersortig oder sogar sechssortig hergestellt wird.

Die ganze Prozedur der Gummibärchen-Herstellung, die früher per Hand gemacht wurde, wird heute von einer großen Maschine erledigt: der Mogulmaschine. Die steht in Neunburg vorm Wald bei der Schwesterfirma des Straubinger Betriebs, bei Efruti.

"So eine Mogulmaschine arbeitet von hinten nach vorne", erklärt der Firmenchef. Aber was passiert darin genau mit der vorher angefertigten süßen Masse? "Dafür brauchen wir zunächst eine Form, also eine Vorlage, wie die jeweiligen Gummibärchen aussehen sollen", sagt der Firmenchef. Diese wird aus Gipskeramik angefertigt und anschließend wird ein Holzkasten mit nativer Mais- und Weizenstärke gefüllt. Der Gipsstempel wird in diesen Formpuder gedrückt und es entsteht eine Negativform. Und weil pro Tag nicht nur ein paar dieser Formen gebraucht werden, sondern 200000 Tonnen Gummibärchen im Jahr produziert werden, gibt es hier eine große Platte mit 700 oder 800 kleinen Stempeln. Und die Stempelbretter gibt es bei der Firma Rösner mit über 10000 Formen.

Der nächste Schritt in der Mogulmaschine ist dann der Gießbalken. Der besteht aus lauter Düsen, die nach den jeweiligen Formen der Schleckereien positioniert sind. "Und aus diesen Düsen wird die Gummibärchen-Masse nach vordefiniertem Volumen gefüllt", erklärt Rösner.

Am Ende werden dann die frisch gegossenen Leckereien in ihren Holzkästen in die Trockenkammer gebracht, wo sie so lange ruhen, bis die Masse fest geworden ist. "Das dauert je nach Prozess zwei bis vier Tage", verrät Rösner, der sich mit seiner Firma bereits 1996 auf Bio-Süßwaren spezialisiert hat.

Nach ihrer Zeit in der Trockenkammer geht es für die Gummibärchen noch einmal in die Mogulanalage. Dort werden die Holzkästen gepackt und einmal um 180 Grad gedreht, so dass das inzwischen erstarrte Produkt zusammen mit dem Formpuder aus den Kästen fällt. In der Maschine werden die Fruchtgummistücke dann durch Siebe vom Formpuder getrennt und zusätzlich auch noch mit Bürsten und Luft davon befreit. Schließlich kommen sie so aus der Maschine heraus.
Sind die Gummibärchen jetzt fertig? "Nein, noch nicht", weiß Georg Rösner. Damit die kleinen Teilchen ihre oft glänzenden Oberfläche erhalten und außerdem nicht zusammenkleben, führt ihr nächster Weg in eine so genannte Beölungsmaschine. Hier wird eine Mischung aus pflanzlichen Ölen und Bienenwachs auf dem Fruchtgummi verteilt und in die Oberfläche einmassiert.

Doch nicht alle Gummibärchen haben diese glänzenden Oberflächen. Was ist zum Beispiel mit den sauren Stäbchen? "Die werden bezuckert und werden dafür auf einem Gitterband kurz mit Dampf behandelt, um ihre Oberfläche zu befeuchten. Dann geht es mit ihnen ab in eine rotierende Trommel, in der sich Zucker befindet", so der Firmenchef.

Jetzt sind die Gummibärchen fertig und wandern über eine Abfüllwage zum Verpacken. Diese modernen Abpackanlagen stehen übrigens in Straubing in der Stettiner Straße. "Wir haben mittlerweile etwa 26 verschiedene Sorten und wir stellen nicht nur Fruchtgummi, sondern auch Lakritze, Bonbons, Marshmellows und Toffees her", zählt Rösner auf. Und dabei wird auf höchste Bio-Qualität mit Bio-Rohstoffen als Zutaten geachtet. Künstliche Aromen, Farbstoffe oder dergleichen gibt es hier nicht, so dass bei dem großen Angebot auch Vegetarier und Allergiker auf ihre süßen Kosten kommen.

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