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Artikel vom 26. Oktober 2011 10:07, 286 mal gelesen

Von der Ohrmuschel zum Smartphone

Der Tüftler Johann Philipp Reis hat vor 150 Jahren das Telefon erfunden

Autor: dpa
Im Museum am Lindenbühl in Mühlhausen ist der Tischapparat OB-05 aus dem Jahr 1906 zu sehen, die Abkürzung OB steht für Ortsbatterie (Foto vom 28.05.2008). Foto: Martin Schutt dpa/lth

Im Museum am Lindenbühl in Mühlhausen ist der Tischapparat OB-05 aus dem Jahr 1906 zu sehen, die Abkürzung OB steht für Ortsbatterie (Foto vom 28.05.2008). Foto: Martin Schutt dpa/lth

Kaum ein Gerät wird weltweit so viel genutzt wie das Telefon. Nach Angaben der Deutschen Telekom gibt es allein in Deutschland rund 39 Millionen Festnetzanschlüsse, 83 Prozent der über 14-Jährigen haben mindestens ein Handy. "Für viele ist das Handy heute sehr viel mehr als ein Gegenstand, es ist fast schon ein Teil der Persönlichkeit", sagt Lioba Nägele vom Museum für Kommunikation in Frankfurt. Der Erfinder des Telefons, Johann Philipp Reis, hätte damit wohl nicht gerechnet.

Vor 150 Jahren, am 26. Oktober 1861, präsentierte der Tüftler aus dem hessischen Friedrichsdorf der Physikalischen Gesellschaft in Frankfurt seinen Fernsprecher. Da war er gerade mal 27 Jahren alt. Er hatte das Gerät für seinen Physikunterricht gebaut. Die Ohrmuschel war aus Holz und ein Stück Wurstdarm mit eingesetzten Platinstreifen soll als nachempfundenes Trommelfell gedient haben.

150 Jahre Telefon (4 Einträge)

 


Der Legende nach gehört ein total schräger Satz zu den ersten, die überhaupt durchs Telefon übertragen wurden: "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat." Angeblich wurde mit diesem absurden und spontan ausgedachten Fantasiesatz bewiesen, dass mit der neuen Erfindung wirklich Töne und Stimmen übertragen werden konnten. Keiner sollte behaupten können, dass sich Sprecher und Zuhörer vorher abgesprochen oder etwas auswendig gelernt hatten. Dieser Satz revolutioniert also die weltweite Kommunikation. Den großen Durchbruch schaffte Reis dennoch nicht. Sein Apparat hatte nämlich einen Haken: Er funktionierte nur in eine Richtung. Der Hörer am anderen Ende der Leitung konnte nicht antworten. Mit 40 Jahren starb Reis schließlich an Tuberkulose und erlebte die Verbreitung des Telefons nicht. Anders dagegen Alexander Graham Bell, den viele für den eigentlichen Erfinder des Telefons halten. Der meldete nämlich in den 1870er Jahren seinen "Sprachtelegrafen" in den USA beim Patentamt an. Damit konnte man sowohl hören als auch sprechen. Das Gerät musste zwar abwechselnd ans Ohr und dann an den Mund gehalten werden, aber es funktionierte.

Erstes öffentliches Fernsprechnetz 1881
Eines der ersten öffentlichen Fernsprechnetze entstand 1881 in Berlin mit 48 Teilnehmern. Aber einfach den Hörer in die Hand nehmen und anrufen, wen man wollte, konnte man noch lange nicht. Erst musste eine Kurbel betätigt werden, wodurch die Verbindung zur Vermittlungsstelle hergestellt wurde. Diese musste dann das Gespräch per Hand weiterleiten. Einige Zeit später gab es dann die inzwischen zum Kult gewordenen Telefone mit der Drehscheibe. Dadurch konnte die Verbindung direkt hergestellt werden, ohne die Vermittlungsstelle anzurufen. Aber auch die Drehscheibentelefone sind längst Geschichte.

Das Telefon hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Das Handy wurde erfunden, und das Telefonieren wurde immer billiger. Dadurch sind viele Leute fast dauernd erreichbar - und das wird immer mehr auch von ihnen erwartet. Lioba Nägele: "Der Alltag ist heute ohne Telefon nur schwer zu meistern."

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