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Artikel vom 11. July 2012 15:28, 697 mal gelesen

Nach dem Schulabschluss

"Ich würde es definitiv wieder so machen!"

Was folgt nach dem Abitur - Vier Jugendliche erzählen

Ein frischgebackener Abiturient hat die Qual der Wahl: Soll ich studieren? Oder eine Ausbildung machen? Oder soll ich ins Ausland gehen? Es gibt viele Türen, die einem nach dem Abitur offen stehen. Eine Entscheidung fällt da nicht leicht. Freistunde hat mit jungen Menschen über ihre Wahl geredet.

Sarah Eickmeyer hat sich dazu entschlossen, für ein Jahr nach Frankreich zu gehen. Die 17-Jährige wohnt in Steinach und hat dieses Jahr ihren Abschluss am Veit-Höser-Gymnasium in Bogen gemacht. Ihr war schon vor dem Abitur klar, dass sie für längere Zeit ins Ausland gehen will und ab dem 1. September ist es so weit. "Ich will mein Französisch verbessern und die dortige Lebensweise kennenlernen", sagt Sarah. Ihre Gastfamilie fand sie über das Internet: Sie bewarb sich auf eine Kleinanzeige auf der Internetseite des Deutsch-Französischen Jugendwerks.

So geht's für sie weiter (4 Einträge)

 


"Ich stellte mich per E-Mail bei ihnen vor, sie waren von mir begeistert und wollten mich näher kennenlernen", erinnert sie sich. Mit Telefonaten und E-Mails bereitet sie sich jetzt auf ihr Leben bei der Gastfamilie vor. "Um in die Sprache hineinzukommen, lese ich sehr viel auf Französisch. Natürlich suche ich mir auch erste Ausflugsziele aus." Aber solche Vorbereitungen sind noch lange nicht genug: Sarah empfiehlt, Offenheit für das Gastland zu zeigen. Außerdem sollte man vorher einige Landeskenntnisse sammeln und als Au-pair gerne mit Kindern zusammen sein. Man sollte auch dazu bereit sein, Freunde und Familie zurückzulassen. "Sicherlich werde ich meine Freunde und meine Familie vermissen. Aber wenn ich das Heimweh einmal durchlaufen habe, wird's sicher leichter für mich", erklärt Sarah.
Auch Johanna Waas ging 2010 nach dem Abitur ins Ausland, um dort zu studieren. "Nachdem ich mich bei mehreren Unis beworben hatte, kamen Amsterdam und Bozen in Südtirol für mich in die engere Wahl.

Dahoam ist eben dahoam

Da ich eine etabliertere Uni wollte, entschied ich mich für die Vrije Universiteit Amsterdam, weil die Leute dort einfach so persönlich und freundlich waren und weil mir die Stadt sehr gefiel", erzählt sie. Die 21-Jährige studiert seit zwei Jahren internationale Betriebswirtschaftslehre. "Probleme mit der Sprache gab es eigentlich nie", sagt sie. "Englisch und Deutsch haben immer gereicht. Jeder in Amsterdam kann gut Englisch - selbst die Verkäufer im Supermarkt. Außerdem habe ich Niederländisch gelernt."
Das nächste Semester verbringt sie in Sao Paulo, weil sie gerne nach Brasilien will. Sie gibt zu, öfter Heimweh gehabt zu haben. Dieses bekämpft sie mit Telefonaten, Skype und Sport oder mit Hilfe ihrer Freunde in Amsterdam. Nach dem Bachelor wird sie in Amsterdam ihren Master in Logistik machen. "Danach suche ich mir einen Arbeitsplatz in Bayern. Dahoam is eben dahoam. Aber eins ist sicher: Ich würde es definitiv wieder so machen", erklärt sie.
Auch Michael Ammer bereut seine Entscheidung nach dem Schulabschluss nicht. Er ist 22 Jahre alt und hat sein Abitur 2009 am Anton-Bruckner-Gymnasium in Straubing gemacht. Im Anschluss daran begann er ein duales Studium. Derzeit ist er in China, um sein Praxissemester mit einem Auslandspraktikum abzuschließen. Eigentlich wollte er gar nicht für drei Monate dorthin. Viele Leute haben es ihm aber stark empfohlen. "Und so entschied ich mich, doch nach China zu gehen und ich bereue es nicht", berichtet er. Der Stress eines dualen Studiums schreckte ihn nicht ab. "Stress hat jeder, der ein Ingenieurstudium auf sich nimmt. Das Arbeiten in den Semesterferien sehe ich oft als willkommene Abwechslung nach der Prüfungszeit", so Michael. Anfangs war für ihn der finanzielle Aspekt wichtig. Doch mittlerweile sieht er ihn als positiven Nebeneffekt. "Das duale Studium gibt mir die Möglichkeit, in die Praxis hineinzuschnuppern."
Gegen ein duales Studium entschied sich Stefanie Kräh aus Furth. Sie will an der Hochschule Deggendorf mit dem Medientechnik-Studium beginnen. "Ich finde den Campus dort sehr schön", so Stefanie. Sie machte ihren Abschluss dieses Jahr am Ursulinen-Gymnasium in Straubing und will keinen langweiligen Bürojob ausüben.

Teamfähigkeit und Kreativität

"Mit Medientechnik als Studienfach finde ich einen guten Einstieg in einen abwechslungsreichen Job, bei dem ich meine Teamfähigkeit unter Beweis stellen und meine Kreativität ausleben kann."
Die 17-Jährige hat zwar zuerst über ein duales Studium nachgedacht, ihr wurde aber klar, dass sie der doppelten Belastung nicht standgehalten hätte. Sie hat sich auch gegen eine Ausbildung entschieden. "Ich will einfach mehr absolvieren als nur eine Ausbildung. Und mit dem Abi habe ich dafür die besten Voraussetzungen. Außerdem soll ja das Studentendasein eine der schönsten Zeiten im Leben sein", sagt Stefanie. Für die Finanzierung des Studiums springen Stefanies Eltern ein. Zusätzlich verdient sie Geld mit einem Nebenjob. "Ich bin meinen Eltern dafür sehr dankbar!"

von David Voltz

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