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Artikel vom 12. Juni 2012 15:24, 670 mal gelesen

Berufsporträt

"Wir sind Problemlöser!"

Entwickler arbeiten lange an neuem Onlineauftritt

Uli Bindhammer und Susanne Berl haben den Onlineauftritt von idowa und Freistunde programmiert. (Foto: Pfeffer)<br/>

Uli Bindhammer und Susanne Berl haben den Onlineauftritt von idowa und Freistunde programmiert. (Foto: Pfeffer)

Schöner, lockerer und funktionaler - der Onlineauftritt von Freistunde kann sich sehen lassen. Seit knapp zwei Wochen findet man unter www.freistunde-magazin.de schneller und einfacher alle Artikel rund um Freizeit, Mode und Berufstipps. Dahinter steckt eine komplizierte Technik. Knapp zwei Jahre hat das Programmierer-Duo Uli Bindhammer und Susanne Berl von den idowa mediendiensten an der Webseite gebastelt. Freistunde erzählen sie, was hinter einer Internetseite steckt.

"Wir machen eine Art Baukasten für die Redakteure", erklärt Susanne Berl. Dieser Baukasten ist ein Content-Magagement-System. So nennt man die Software, mit der die Jugendredakteurinnen nun Artikel für ihre Internetseite erstellen, bearbeiten und an die richtigen Stellen verteilen können. Die beiden Fachinformatiker haben dieses System von Grund auf neu erstellt. "Das war die meiste Arbeit. Wir haben wohl ein halbes Jahr nur die Grundlagen programmiert", erzählt Uli Bindhammer. Dabei wurden fertige Ideen oft wieder über Bord geworfen. Die Entwickler stehen dabei in engem Kontakt mit den Leuten, die mit dem System auch arbeiten müssen. Da ergeben sich oft erst beim Nutzen der Technik Neuerungen oder Änderungen.

Das Design der Seite haben die Programmierer aber nicht festgelegt. Dafür sind Mediengestalter zuständig. Sie haben das neue idowa-Logo gestaltet und auch den grafischen Aufbau der Seite festgelegt. Das Logo erklärt nun, woher die Marke "idowa" genau kommt. Die Abkürzung steht für die beiden Flüsse Isar und Donau sowie den Bayerischen Wald als Kennzeichen für das Einzugsgebiet der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Einzelne Hausmarken wie auch "Freistunde" finden direkt daneben Platz und schaffen eine Verbindung zum Verlag. Und auch die Menüstruktur bekam einen neuen Anstrich.

Diese grafischen Vorschläge muss der Gestalter aber immer genau mit den Entwicklern absprechen. Denn die entscheiden, ob bestimmte Dinge umsetzbar sind oder nicht. Eines war ihnen dabei besonders wichtig: "Wir wollten die Seite stark vereinfachen und den Aufbau entschlacken", so Bindhammer. "Die Artikel sind jetzt nicht mehr so aneinandergepresst, sondern sehr viel luftiger angeordnet." Die Redakteure können nun sehr viel mehr mit großen Bildern arbeiten und auch besser auf Videos und Fotostrecken verweisen.

Eine eigene Sprache

Aber was machen die Software-Entwickler eigentlich genau? "Wir sind Problemlöser", sagt Bindhammer und lacht. "Wir versuchen permanent, Fehler zu beheben und Möglichkeiten für die Benutzer zu schaffen." Dabei geht es auf den Bildschirmen der beiden Programmierer mehr als kryptisch zu. Sie bauen die Seite mit einer speziellen Programmiersprache zusammen. Mit dieser Sprache sagen sie dem Computer, was er tun soll. Dabei braucht man wie bei jeder Fremdsprache "Vokabeln", also die Anweisungen und Komponenten der Sprache, und die richtige "Grammatik". Damit ist das Zusammenspiel der einzelnen Befehle gemeint und ihre Wirkung. "Unsere Hauptarbeit sind Wenn-Dann-Beziehungen. Wir geben vor, was das System machen muss, wenn dieses oder jenes passiert", erklärt der 39-Jährige seine Arbeit. Dabei haben Uli Bindhammer und Susanne Berl viel in der Hand. Etwa zehn Millionen Artikel gilt es im Netz zu organisieren. "Das ist eine andere Größenordnung als bei einer normalen Webseite, bei der es um etwa 100 Artikel geht", so der Fachmann. Deswegen sind die beiden Entwickler mit der Umstellung auf die neue Seite noch lange nicht mit ihrer Arbeit fertig. "Wir versuchen jetzt laufend, das System zu optimieren und eventuelle Fehler auszubessern." Und wie auch die idowa-Entwickler wissen, ändert sich die Internetwelt laufend. Während die Redakteure lernen, das neue System zu bedienen, arbeiten die beiden "Internetbastler" bereits daran, neue Ideen und Onlinetrends umzusetzen.

Von Tanja Pfeffer

Straubing, Bayern, Deutschland

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