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Artikel vom 12. Juni 2012 16:01, 486 mal gelesen

Berufsporträt

Das Geheimnis von gutem Eis

Angelo Santoro macht gerade eine Ausbildung zum Speiseeishersteller

Angelo Santoro macht gerade eine Ausbildung zum Speiseeishersteller.

Angelo Santoro macht gerade eine Ausbildung zum Speiseeishersteller.

Erdbeer und Vanille sind die Klassiker in den Eisdielen, aber jedes Jahr gibt es auch neue Erfindungen wie Basilikum-Eis, Butterkeks- oder Popcorn-Geschmack. Der Phantasie sind bei der Eisherstellung keine Grenzen gesetzt, aber Angelo Santoro weiß, was den Leuten wirklich schmeckt. Und vor allem, wie man das Eis richtig zubereitet. Der 17-Jährige aus Dingolfing macht nämlich gerade eine Ausbildung zum Speiseeishersteller, die er bald abschließt.

"Meine Eltern sind seit über zehn Jahren die Besitzer des Eiscafé Verona in Dingolfing. Ich wollte eigentlich eine Ausbildung zum Koch machen, aber als das nicht geklappt hat, habe ich mich für den Beruf des Speiseeisherstellers entschieden", erzählt er. Zwei Jahre dauert die Ausbildung. Die zugehörige Berufsschule findet im Blockunterricht immer von November bis April in Straubing statt, da in dieser Zeit viele Eisdielen und-cafés geschlossen haben. "Das ist praktisch, denn gerade in den Sommermonaten wäre einfach zu viel los für Schule", sagt Angelo, der gerne in die Fußstapfen seines Vaters tritt.

Und was lernt man dann an der Berufsschule? Zum einen natürlich,
Milcheis, Fruchteis und Cremeeis in sämtlichen Sorten und immer der
richtigen Konsistenz herzustellen. Auch das Zubereiten von Eistorten
oder anderen süßen Sünden gehört zusammen mit Rohstoffkunde und
zugehöriger Theorie zum Rüstzeug eines guten Eismachers. Aber das ist
noch lange nicht alles.

Mehr Fotos von Angelos Arbeit als Speiseeishersteller (12 Einträge)

 


"Im Fach Marketing lernen wir, wie man geschickt Werbung für seine Eisdiele macht, Tische dekoriert, aber auch Verkaufsgespräche führt oder neue Mitarbeiter einführt", erklärt der 17-Jährige. Auch Hygienevorschriften und rechtliche Verordnungen sind wichtig für die künftigen Speiseeishersteller.

Begeisterung fürs Kochen

Wer eine Ausbildung zum Speiseeishersteller macht, sollte seiner Meinung nach auf jeden Fall Begeisterung fürs Kochen und Backen mitbringen. "Wir lernen nämlich auch viele Sachen, die Konditoren machen müssen", verrät er.

Angelos Lieblingseissorte ist übrigens ganz klassisch Schokolade. Und die kann er immer noch jeden Tag essen. Von den ganzen Neuerfindungen, die jedes Jahr in den Eisdielen zu finden sind, hält er hingegen nicht viel. "Das wird bei uns eh nicht gegessen. Die Gäste probieren es zwar mal, aber dann kehren sie doch wieder zu ihren beliebten Sorten wie Haselnuss oder Joghurt zurück", erzählt er aus Erfahrung.

26 Sorten gibt es im Eiscafé Verona und das Eis wird jeden Tag von Angelo und seinem Vater frisch im familieneigenen Eislabor hergestellt. "Das ist viel Arbeit, aber es macht auch total Spaß", erzählt er. Gute sechs Stunden brauche sein Vater, um alle Sorten herzustellen - er selber noch ein bisschen länger. "Aber ich werde schneller", sagt er und grinst. Das sei wichtig, denn an guten Tagen werden im Verona gerne mal über 20 Eisbehälter pro Tag - einer enthält jeweils fünf Liter süße Sünde - verkauft. Geht da eine Sorte tagsüber mal zur Neige, muss natürlich sofort nachproduziert werden. Schließlich sei es noch nie vorgekommen, dass es eine Geschmacksrichtung mal einen Tag gar nicht mehr gebe. Wie genau die Familie Santoro ihr Eis zubereitet, wird aber natürlich nicht verraten. Außer dass Zucker darin enthalten ist, Milch und noch einiges mehr.

Für Angelo ist die Ausbildung in Straubing und parallel im Betrieb seiner Eltern auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen. Aber da es im Eiscafé Verona neben süßen Sachen auch Pizza, Lasagne, italienische Sandwiches und so weiter gibt, überlegt er dennoch, die Ausbildung zum Koch noch dranzuhängen. "Die wird dann verkürzt auf zwei Jahre und ich koche einfach leidenschaftlich gerne", sagt Angelo Santoro. Das Eis im Café Verona will er natürlich aber auch weiter herstellen.

Text und Fotos von Eva Rothmeier

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