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Artikel vom 01. Dezember 2011 12:17, 202 mal gelesen

Digitale Spuren sichern

So wird man Computer-Cop

Autor: dpa
Ein Computerforensiker des Instituts für Wissenschaftliche Weiterbildung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen untersucht im Arbeitsbereich Datenträgerforensik eine Fesplatte. (Foto: Hochschule Albstadt-Sigmaringen dpa)

Ein Computerforensiker des Instituts für Wissenschaftliche Weiterbildung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen untersucht im Arbeitsbereich Datenträgerforensik eine Fesplatte. (Foto: Hochschule Albstadt-Sigmaringen dpa)

Wenn Rainer Belz nach einem Mörder fahndet, dann sucht er nicht die Tatwaffe. Kommissar Belz wertet bei der Polizei in Esslingen bei Stuttgart die Handys und Computer der Verdächtigen aus: "Wir verfolgen digitale Spuren und klären so Verbrechen auf", sagt er.

Seit gut einem Jahr ist Rainer Belz außerdem im Fernstudiengang Digitale Forensik eingeschrieben. Es ist der erste Studiengang im deutschsprachigen Raum, der Experten auf diesem Gebiet ausbildet. Sie ermitteln später bei der Polizei, spüren Kinderpornografie auf oder kümmern sich in großen Konzernen um die Sicherheit von Computer-Netzwerken.

Fachleute, die sich mit IT-Sicherheit auskennen sind gefragt wie noch nie, und ihre Arbeit wird wohl noch an Bedeutung gewinnen. Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen in Baden-Württemberg hat deshalb den berufsbegleitenden Master-Studiengang Digitale Forensik vor einem guten Jahr geschaffen.

Tricks der Hacker kennenlernen
"Wir bieten eine umfassende Ausbildung an", erzählt Steve Kovács, der Leiter des Studiengangs. Auf dem Stundenplan stehen juristische Grundlagen des Strafrechts, denn auch ein Computer-Cop muss bei den Ermittlungen im Internet die Gesetze kennen. Dazu kommt Unterricht in Informatik und Programmieren: "Um Täter überführen zu können, muss man die Tricks der Hacker selbst kennen", sagt Kovács. Auch Themen wie Wirtschaftskriminalität und das Aufschrauben von Festplatten kommen in den sechs Semestern des Fernstudiums vor. Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang Digitale Forensik ist ein Jahr einschlägige Berufserfahrung.

Wer den Abschluss dann in der Tasche hat, der hat vielfältige Möglichkeiten: Viele Absolventen arbeiten als Kommissare bei der Polizei oder den Landeskriminalämtern. Bei nahezu jedem Mord und jeder Entführung würden die digitalen Daten von Handy, Laptop oder Navigationsgerät von Tätern oder Opfern nach Spuren durchsucht, erklärt Horst Haug vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg. "Es gibt heute kaum noch Delikte, bei denen keine elektronischen Geräte ausgewertet werden." Die Arbeit der Spezialisten werde immer wichtiger.

Computer-Cops: Nicht nur bei der Polizei
Aber nicht nur bei der Polizei landen die sogenannten Computer-Forensiker - auch Unternehmen suchen Sicherheitsexperten. Denn Cyber-Angriffe, Kreditkarten-Betrug und Spionage häufen sich. Konzerne schaffen deshalb eigene Abteilungen, die digitale Mauern gegen Viren bauen. Doch bisher fehlten in diesem Bereich Experten, warnt Dieter Kempf, der Präsident des Branchenverbands Bitkom: "Spezialisten für IT-Sicherheit sind schwer zu finden." Die Nachfrage betreffe alle Wirtschaftsbereiche und werde immer größer. Die Job- und Zukunfts-Aussichten für Absolventen sind also bestens.

Computer-Cops: Viele Wege führen in den Job (1 Einträge)

 


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