Zweifacher Europameister Tom Schmidberger: "...dann muss mich erst einmal jemand schlagen"

Europameister im Einzel und Team: Tom Schmidberger. Foto: dpa

Hinter Rollstuhltischtennis-Ass Tom Schmidberger liegt eine sehr erfolgreiche Europameisterschaft. In Lasko (Slowenien) holte der Viechtacher sowohl im Einzel- als auch im Teamwettbewerb den Titel. Während er im Team mit Thomas Brüchle als Topfavorit ins Rennen gegangen war und den Titel verteidigte, holte er sich im Einzel zum zweiten Mal nach 2013 die Goldmedaille, nachdem er 2015 den zweiten Platz belegt hatte. Als idowa Schmidberger am Donnerstagvormittag erreicht, befindet sich dieser gerade auf der Rückfahrt, Nähe Salzburg. Im Interview spricht der 25-Jährige über die EM, seine Form und die kommenden Aufgaben.

Herr Schmidberger, Glückwunsch zu den beiden Europameister-Titeln. Was bedeutet Ihnen der Erfolg?
Tom Schmidberger: Es bedeutet mir sehr viel. Mein Fokus lag klar auf dem Einzelwettbewerb, weil ich da nicht als Titelverteidiger ins Rennen gegangen bin und mir den Titel nach 2013 zum zweiten Mal holen wollte. Das Turnier war auch eine Bestätigung für mich, dass ich gut gearbeitet und auch aus Fehlern gelernt habe. Gegen meinen Finalgegner habe ich im Juni bei einem Weltranglistenturnier in Bayreuth noch verloren.

Wie haben Sie das Turnier erlebt?
Schmidberger: Ich bin gut ins Turnier gestartet und hatte in der Gruppenphase keine Probleme. In der K.o.-Phase kam dann ein großer Niveausprung, aber da konnte ich mich gut anpassen. Im Viertelfinale habe ich keinen Satz verloren. Im Halbfinale habe ich gegen Aleksander Öhgren aus Schweden zwar den ersten Satz verloren, aber dann doch relativ locker mit 3:1 gewonnen. Das hat mir gezeigt, dass ich in diesem Turnier derjenige bin, den es zu schlagen gilt. Im Finale stand es nach zwei Sätzen gegen Florian Merrien (Frankreich) 1:1. Doch dann habe ich im genau richtigen Moment mein bestes Tischtennis gezeigt und das Spiel für mich entschieden.

Und wie lief es im Teamwettbewerb?
Schmidberger: Da sind wir etwas schwierig reingekommen, weil gleich am Morgen nach dem Einzelfinale das erste Teamspiel anstand. Dann haben wir aber ganz gut reingefunden. Im Team waren wir an Position eins gesetzt und sind in Europa seit Jahren eigentlich konkurrenzlos. Wir haben unser Spiel dann bis zum Finale durchgezogen und sind überlegen und verdient Europameister geworden.

Was nehmen Sie aus dem Turnier mit?
Schmidberger: Neben den beiden Titeln vor allem viel Selbstbewusstsein. Das Turnier war eine gute Bestätigung für mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass die Tendenz stimmt. Ich habe in diesem Turnier zwei Sätze verloren und das heißt, dass es noch Sachen gibt, an denen ich arbeiten kann. Aber das Turnier war auf jeden Fall eine gute Grundlage.

Wie nah sind Sie schon an dem Niveau, das Sie sich vorstellen?
Schmidberger: Im Einzel-Finale war ich sehr nah dran. Nach dem 1:1 in Sätzen habe ich mir viel vorgenommen und konnte das gut umsetzen. Wenn mir das so gelingt, dann muss mich auf der Welt erst einmal jemand schlagen. Aber das Schwierige ist es eben immer, das dann auch im richtigen Moment abzurufen.

Wie waren die Gegebenheiten in Lasko?
Schmidberger: Die Bedingungen waren wirklich perfekt. Das Hotel war super, die Wege zur Halle waren kurz. Auch der Zeitplan war locker und der ganze Ablauf sehr entspannt. Ich konnte mich gut fokussieren und die Spannung vor den Spielen aufbauen. Unter dem Strich waren es zehn perfekte Tage.

Was steht in nächster Zeit für Sie an?
Schmidberger: Jetzt mache ich erst einmal eine Woche Pause. Ich werde den Schläger weglegen und versuchen, den Kopf freizubekommen. Dann beginnt die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison, die Anfang November startet. Im Dezember werde ich zum Jahres-Abschluss noch zu einem Weltranglistenturnier nach Las Vegas reisen.

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